Deutsch
English
1. Juni 2014 │ 15 Uhr │ Lichtwark-Saal - Zum 250. Todestag Johann Matthesons: Musikschriftstellerei und -journalismus in Hamburg
< zurück
27.05.2014 16:55 Alter: 3 Jahre

1. Juni 2014 │ 15 Uhr │ Lichtwark-Saal - Zum 250. Todestag Johann Matthesons: Musikschriftstellerei und -journalismus in Hamburg

Ein Überblick über Matthesons Musik-Bücher - Vortrag und Musikalische Gestaltung von Prof. Gerhart Darmstadt (Hamburg)

Zu der nächsten Veranstaltung der neuen Ringvorlesung in Zusammenarbeit mit dem KomponistenQuartier Hamburg e.V. laden wir Sie herzlich ein für

Sonntag, den 1. Juni 2014, 15:00   

im Lichtwark-Saal (Neanderstraße 22, 20459 Hamburg)

 

„Vertrefflicher Hiller, Sie wären der Mann dazu.“ –

Ein Überblick über Matthesons Musik-Bücher

Vortrag und Musikalische Gestaltung von Prof. Gerhart Darmstadt (Hamburg)

 

Johann Mattheson: SONATA XI. d-moll

Adagio. – Prestò. Giga. – Adagio. – Allegro

 

aus: Der Brauchbare VIRTUOSO, Welcher sich (Nach beliebiger Uberlesung der Vorrede) Mit Zwölf neuen Kammer=Sonaten / Auf der Flute Traversiere, Der Violine Und dem Claviere / Bey Gelegenheit hören lassen mag; Als wozu ihm hiemit völlige Erlaubniß gibt JOANNES MATTHESON, Hoch=Fürstlich=Schleswig=Holsteinischer Capellmeister / des Königl. Groß=Brittanischen Ministri im Nieder=Sächsichen Kreise Secratarius, des Hamburgischen Stiffts Canonicus minor, Chori musici Director &c. HAMBURG, Im Schiller= und Kißnerischen Buch=Laden / 1720.

 

Gerhart Darmstadt, fünfsaitiges Barockvioloncello

Lukas Frank, Cembalo

 

Eintritt: frei

 

Konzept und Organisation:
Hochschule für Musik und Theater Hamburg: Prof. Dr. Wolfgang Hochstein, Simon Kannenberg
KomponistenQuartier Hamburg e.V.: Olaf Kirsch, Rita Strate
Mit freundlicher Unterstützung der Carl-Toepfer-Stiftung Hamburg.

 

Zum Vortragsthema

Wir nehmen heute in der Regel nur wenige der zahlreichen Schriften des Hamburger Gelehrten Johann Mattheson (28. September 1681 – 17. April 1764) wahr, der eine aktive, erfolgreiche Musikerlaufbahn hinter sich hatte, dann aber 1705, auch wegen seines beginnenden Hörschadens, in diplomatische Dienste als Sekretär des englischen Gesandten in Hamburg Sir John Wich, seit 1714 in die von dessen Sohn Cyril von Wich, trat.

Da Mattheson keine akademische Ausbildung vorweisen konnte, erreichte er auch nicht den gewünschten gesellschaftlichen Rang. Doch erwarb sich Mattheson durch seine gute Schulbildung am Johanneum in Hamburg und zusätzlichen Privatunterricht, durch sein literarisches Interesse, sein rhetorisches Talent und durch seine Kunst als Tastenspieler wie auch als Komponist so viel Reputation, dass er zusehends als Autorität anerkannt wurde.

Seine vielfältigen Publikationen sind durchaus bedeutend, doch brachte Mattheson viele seiner Zeitgenossen allein schon durch seine satirischen und oft polemischen Kommentare gegen sich auf. So schrieb Friedrich Wilhelm Marpurg 1786: „Es wundert viele Freunde der Musik, daß sich nicht eine geschickte Feder findet, die uns mit dem Kern der matthesonischen Schriften beschenket, die sehr vielen Allotria, Wiederholungen und unnütze Streitigkeiten ausmerzt, und in zwey oder drey mäßigen Quartbänden ein Werk liefert, das wenige seines gleichen haben würde. Vortrefflicher Hiller, Sie wären der Mann dazu.“

Der Vortrag möchte die ganze Bandbreite von Matthesons zahlreichen Büchern über Musik als wichtige Quelle zur Historischen Aufführungspraxis vorstellen und aus jedem Buch einen besonderen Aspekt hervorheben und ab und zu auch mit Musikbeispielen verdeutlichen.

Prof. Gerhart Darmstadt

war Schüler von Mirko Dorner, Nikolaus Harnoncourt und Anner Bylsma. Er zählt heute als Violoncellist, auch als Arpeggionespieler, Dirigent, Dozent und Autor zu den führenden deutschen Spezialisten für Alte Musik. An der HfMT unterrichtet er historische Aufführungspraxis, Barockvioloncello, Barockorchester und Kammermusik. Außerdem ist er Präsident der Internationalen Joseph Martin Kraus-Gesellschaft mit Sitz in Buchen (Odenwald). Zahlreiche CD-Aufnahmen, Kurse und Seminare für historische Aufführungspraxis, Violoncello, Orchester- und Kammermusik, sowie Vorträge, mehrere größere musikwissenschaftliche Veröffentlichungen und Editionen weisen ihn als kompetenten Interpreten, Wissenschaftler und Pädagogen aus.

Lukas Frank

wurde 1989 geboren.  Er ist mehrfacher Preisträger beim österreichischen Jugendmusik-Wettbewerb Prima la Musica. Sein Kirchenmusik-Studium absolvierte er am Diözesankonservatorium Wien mit Hauptfach Orgel bei Renate Sperger. Seit 2009 studierte er Orgel an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien bei Pier Damiano Peretti, seit 2011 außerdem Cembalo bei Wolfgang Glüxam und Generalbass/Kammermusik bei Augusta van Lookeren-Campagne. Dieses Jahr verbringt er im Rahmen des Erasmus-Programmes an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und studiert dort Orgel bei Wolfgang Zerer und Pieter van Dijk sowie Historische Tasteninstrumente (Cembalo und Clavichord) bei Menno van Delft. Zur Abrundung seiner Ausbildung nahm er u.a. an Meisterkursen von Harald Vogel, Bernhard Haas, Ludger Lohmann und Theo Jellema teil.

Weitere Termine

(Lichtwarksaal │ Neanderstraße 22 │ 20459 Hamburg │ jeweils sonntags 15 Uhr)

 

15.06. „In dieser harmonicalischen Republick …“ – Mattheson als Musiktheoretiker

Prof. Reinhard Bahr (Hamburg)

Werke von Johann Mattheson - Friederike Spangenberg, Cembalo, Isabel Röbstorf, Caroline Andreas und Lilli Pätzold, Blockflöten

 

29.06. Kollegen oder Konkurrenten? – Mattheson und die Komponisten der Hamburger Gänsemarkt-Oper

Prof. Dr. Dorothea Schröder (Cuxhaven)

Auszüge aus Matthesons Oper „Cleopatra“ - N.N.