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15. Juni 2014 │ 15 Uhr │ Lichtwark-Saal │ Zum 250. Todestag Johann Matthesons: Musikschriftstellerei und -journalismus in Hamburg
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10.06.2014 12:55 Alter: 2 Jahre

15. Juni 2014 │ 15 Uhr │ Lichtwark-Saal │ Zum 250. Todestag Johann Matthesons: Musikschriftstellerei und -journalismus in Hamburg

„In dieser harmonicalischen Republick …“ – Mattheson als Musiktheoretiker

Zu der nächsten Veranstaltung der Ringvorlesung in Zusammenarbeit mit dem KomponistenQuartier Hamburg e.V. laden wir Sie herzlich ein für

Sonntag, den 15. Juni 2014, 15:00   

im Lichtwark-Saal (Neanderstraße 22, 20459 Hamburg)

 

„In dieser harmonicalischen Republick …“ –

Mattheson als Musiktheoretiker

Vortrag von Prof. Reinhard Bahr (Hamburg)

 

Eintritt: frei

 

Konzept und Organisation:
Hochschule für Musik und Theater Hamburg: Prof. Dr. Wolfgang Hochstein, Simon Kannenberg
KomponistenQuartier Hamburg e.V.: Olaf Kirsch, Rita Strate
Mit freundlicher Unterstützung der Carl-Toepfer-Stiftung Hamburg.

 

Werke von Johann Mattheson:

Sonate Nr. 2 in F, aus: 12 Sonates à 2 & 3 flutes sans basse, erschienen Amsterdam 1708.

Ouverture – Presto – Grave. Air en rondeau. Allemande. Largo. Gigue

Caroline Andreas und Lilli Pätzold, Blockflöten.

 

Sonate Nr. 10 in f, aus: 12 Sonates à 2 & 3 flutes sans basse, erschienen Amsterdam 1708.

Grave. Andante. Adagio. Gigue

Caroline Andreas, Lilli Pätzold und Isabel Röbstorf, Blockföten.

 

Fuga II, aus: Die wol-klingende Finger-Sprache in zwölff Fugen mit zwey biß drey Subjecten, 2 Teile, Hamburg 1735 und 1737.

Friederike Spangenberg, Cembalo

 

Suite settieme, aus: Harmonisches Denckmal (Pièces de Clavecin), 12 Suiten für Cembalo, London 1714.

Prelude. Allemande. Courante. Gique. Menuet

Friederike Spangenberg, Cembalo

 

Zwöllftes Prob-Stück aus: Grosse General-Baß-Schule oder der exemplarischen Organisten-Probe zweite, verbesserte und vermehrte Auflage, Hamburg 1731.

Friederike Spangenberg, Cembalo

 

Sonate Nr. 11 in d, aus Der brauchbare Virtuoso, 12 Sonate per il Violino, overo Flauto traverso (und Generalbass), Hamburg 1720.

Adagio. Presto – Giga. Adagio. Allegro.

Caroline Andreas, Blockflöte

Lukas Frank, Cembalo

 

Zum Vortragsthema

Schon in seiner ersten Orchesterschrift (1713) positioniert Johann Mattheson die Musiktheorie vollkommen neu – als eine sich selbst reflektierende Disziplin. Hinter dem vielzitierten Streit mit dem Erfurter Kantor Buttstedt steht nichts weniger als der endgültige Abschied von einem über Jahrhunderte gültigen Musikbegriff. Statt das Wesen der Musik in mathematischen Proportionen zu erkennen, wird von Mattheson ein Musikbegriff gefordert, der sich nicht auf ein überliefertes starres Regelsystem, sondern auf Sinneserfahrung und persönliches Urteil gründet. In dem Vortrag sollen die musiktheoretischen Basisbegriffe erläutert werden, an dem sich der Streit entzündet hat. Durch Kritik an der Hexachord- und Moduslehre und über die 24 Dur- und Molltonarten gelangt Mattheson zu einem „demokratischen“ 12-stufigen Tonsystem, das bis ins 19. und weite Teile des 20. Jahrhunderts seine Gültigkeit bewahrt.

 

Prof. Reinhard Bahr,

geboren 1951, studierte zunächst Schulmusik, dann Musiktheorie und Komposition bei Christoph Hohlfeld in Hamburg und Friedrich Cerha in Wien. 1985 erhielt er einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Lübeck und wurde 1992 Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Von 1996 bis 2004 war er Dekan im Fachbereich Komposition/Theorie, Musikwissenschaft und Dirigieren an der Hamburger Hochschule. Mitarbeit an Christoph Hohlfelds 1994 erschienener Kontrapunktlehre Schule musikalischen Denkens – Der Cantus-firmus-Satz bei Palestrina. Weitere Veröffentlichungen zur Musiktheorie des 18. und 19. Jahrhunderts, zur Ornamentik und zur populären Musik, Vorträge und Workshops im In- und Ausland.

 

Caroline Andreas

wurde im Jahr 1992 in Siegen geboren. Dort erhielt sie ihren ersten Blockflötenunterricht bei Petra de Gans an der Fritz-Busch-Musikschule, später auch Viola-, Klavier- und Cembalounterricht. Sie nahm mehrmals erfolgreich als Solistin und im Quartett bei Jugend musiziert teil. Seit Oktober 2012 studiert sie Blockflöte bei Peter Holtslag in Hamburg und spielt in verschiedenen Ensembles und Orchestern. Im Sommer 2013 gründeten Lilli Pätzold und Caroline Andreas ein Duo, das seit Oktober 2013 durch Yehudi Menuhin Live Music Now Hamburg e.V. gefördert wird.

 

Lilli Pätzold

wurde 1991 in Hannover geboren und erlernte schon früh das Blockflötenspiel. In Tatjana Gräfe hat sie eine Lehrerin gefunden, die ihr die Schönheit und den Facettenreichtum des Instruments näher brachte. Einblicke in den Instrumentenbau wurden durch eine intensive Zusammenarbeit mit der Firma Moeck und im Speziellen mit Ralf Ehert erworben. Die Eigenarten der Blockflöte, sowie die historische Aufführungspraxis vertieft sie seit 2011 im Studium bei Peter Holtslag an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Die immerwährende Frage nach dem Wie der sogenannten Alten Musik brachte sie darüber hinaus dazu, das Spiel des Zink und die Grundlagen der Improvisation zu erlernen. Hierzu absolvierte sie unter anderem Meisterkurse bei William Dongois, Jostein Gunderson und Martin Erhardt. Außerdem ist sie Stipendiatin des Vereins Live Music Now Yehudi Menuhin, der es sich zum Ziel setzt, Musik zu Menschen zu bringen, die aufgrund ihrer Lebensumstände nicht in Konzerte gehen können.

 

Isabel Röbstorf,

geboren 1990, studiert derzeit im 8. Semester Blockflöte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Peter Holtslag. Seit dem 9. Lebensjahr spielt sie Blockflöte, zudem hat sie mit 10 Jahren mit dem Klavierspielen begonnen und mit 16 Jahren zusätzlich Cembalo. Sie hat an mehreren Wettbewerben teilgenommen, u.a. an Jugend musiziert. Sie nahm an Meisterkursen u.a. bei Bart Spanhove und Dorothee Oberlinger teil. Ihr Hauptaugenmerk liegt hierbei an der Kammermusikliteratur, also dem Zusammenspiel von Blockflöte mit anderen Instrumenten, sei es Violine, Klavier, Oboe oder auch Cembalo und Gesang.

 

Lukas Frank

wurde 1989 geboren.  Er ist mehrfacher Preisträger beim österreichischen Jugendmusik-Wettbewerb Prima la Musica. Sein Kirchenmusik-Studium absolvierte er am Diözesankonservatorium Wien mit Hauptfach Orgel bei Renate Sperger. Seit 2009 studierte er Orgel an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien bei Pier Damiano Peretti, seit 2011 außerdem Cembalo bei Wolfgang Glüxam und Generalbass/Kammermusik bei Augusta van Lookeren-Campagne. Dieses Jahr verbringt er im Rahmen des Erasmus-Programmes an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und studiert dort Orgel bei Wolfgang Zerer und Pieter van Dijk sowie Historische Tasteninstrumente (Cembalo und Clavichord) bei Menno van Delft. Zur Abrundung seiner Ausbildung nahm er u.a. an Meisterkursen von Harald Vogel, Bernhard Haas, Ludger Lohmann und Theo Jellema teil.

 

Friederike Spangenberg

wurde in Pittsburgh, Pa (USA) geboren und wuchs in Berlin auf. Sehr früh bekam sie bereits Klavier- und Geigenunterricht. Nach dem Abitur begann sie mit dem Kirchenmusikstudium an der Universität der Künste Berlin, unterbrochen von einem Auslandsjahr in den USA. Das Aufbaustudium Kirchenmusik absolvierte sie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wo sie später auch Cembalo bei Menno van Delft studierte. Derzeit ist sie dort noch im Fach Musiktheorie bei Volkhardt Preuß eingeschrieben. Dieses Aufbaustudium wird sie voraussichtlich im Sommer 2014 abschließen.

Nach ihrer Zeit als Zweite Kirchenmusikerin an der Hauptkirche St. Petri zu Hamburg und Anstellungen an der ev.-luth. Gemeinde Halstenbek, der Banter Kirche in Wilhelmshaven und an der Stiftskirche Bassum als Kreiskantorin von Syke-Hoya arbeitet sie nun als Kantorin an der St.-Johannes-Sodenmatt-Kirchengemeinde in Bremen und leitet das Syker Kammerorchester und das Vokalensemble Syke.

Sowohl als Geigerin als auch mit den verschiedenen Tasteninstrumenten spielt Friederike Spangenberg schon lange in Orchestern und Kammerensembles. Dazu kommen Erfahrungen als Sängerin in Chören wie beispielsweise dem Kammerchor vOkabile. Seit 2011 ist sie als Cembalistin Mitglied des Hamburger Barockensembles ConSpirit.

 

Weiterer Termin

(Lichtwarksaal │ Neanderstraße 22 │ 20459 Hamburg │ sonntags 15 Uhr)

 

29.06. Kollegen oder Konkurrenten? – Mattheson und die Komponisten der Hamburger Gänsemarkt-Oper

Prof. Dr. Dorothea Schröder (Cuxhaven)

Auszüge aus Matthesons Oper „Cleopatra“ - N.N.