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29. Juni 2014 │ 15 Uhr │ Lichtwark-Saal - Kollegen oder Konkurrenten? – Mattheson und die Komponisten der Hamburger Gänsemarkt-Oper
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24.06.2014 15:15 Alter: 2 Jahre

29. Juni 2014 │ 15 Uhr │ Lichtwark-Saal - Kollegen oder Konkurrenten? – Mattheson und die Komponisten der Hamburger Gänsemarkt-Oper

Zum 250. Todestag Johann Matthesons: Musikschriftstellerei und -journalismus in Hamburg

Zu der letzten Veranstaltung der Ringvorlesung in Zusammenarbeit mit dem KomponistenQuartier Hamburg e.V. laden wir Sie herzlich ein für

Sonntag, den 29. Juni 2014, 15:00   

im Lichtwark-Saal (Neanderstraße 22, 20459 Hamburg)

 

Kollegen oder Konkurrenten? –

Mattheson und die Komponisten der Hamburger Gänsemarkt-Oper

Vortrag von Prof. Dr. Dorothea Schröder (Cuxhaven)

 

Eintritt: frei

 

Konzept und Organisation:
Hochschule für Musik und Theater Hamburg: Prof. Dr. Wolfgang Hochstein, Simon Kannenberg
KomponistenQuartier Hamburg e.V.: Olaf Kirsch, Rita Strate
Mit freundlicher Unterstützung der Carl-Toepfer-Stiftung Hamburg.

 

Johann Mattheson:

Sonata Nr. 1 D-Dur für Violine und Generalbass

aus: Der brauchbare Virtuoso, Hamburg 1720

Intrada Andante – Tempo di Gavotta – Adagio – Allegro – Adagio – Aria vivace

Prof. Monika Bruggaier, Violine; Prof. Dr. Wolfgang Hochstein, Cembalo

 

 

Zum Vortragsthema:

Wer sich mit der Geschichte der Hamburger Barockoper beschäftigt, kommt an Matthesons Schriften, insbesondere der Ehrenpforte, nicht vorbei: In vielen Fällen bieten sie die einzige Quelle für wichtige biographische oder institutionshistorische Fakten. Allerdings wird bei genauem Lesen schnell deutlich, dass Mattheson kein objektiv arbeitender Sachbuchautor war, sondern seine Komponistenkollegen und das Opernpersonal vielfach äußerst subjektiv darstellte und damit das Urteil der Nachwelt bis heute beeinflusste. Dass sich in seinen Schriften Unterstellungen finden, die fallweise an Rufmord grenzen, lässt sich überwiegend aus Matthesons eigenem Lebenslauf erklären: Misserfolge oder den durch Taubheit erzwungenen Rückzug aus dem aktiven Musikleben kompensierte er, indem er seiner „stachligen Feder“ freien Lauf ließ. Was schon für Matthesons Zeitgenossen amüsant zu lesen war – Personalia und Anekdoten aus der Welt des Musiktheaters –, fasziniert heute erst recht als offenbar authentischer Einblick in eine bunte, immer skandalträchtige Künstlerwelt. Es ist die Aufgabe des Musikhistorikers, das durch Mattheson Überlieferte kritisch zu hinterfragen.

 

Prof. Dr. Dorothea Schröder

studierte in Hamburg Musikwissenschaft und Kunstgeschichte. Nach langjähriger Lehrtätigkeit arbeitet sie seit 2009 als freie Musikhistorikerin, u.a. in Kooperation mit Museen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, der Musikgeschichte Englands und der Geschichte des Orgelbaus. Zur Zeit kuratiert Dorothea Schröder die Einrichtung des C.Ph.E. Bach-Museums im Rahmen des KomponistenQuartiers Hamburg.

 

Prof. Monika Bruggaier

wurde 1984 als Jungstudentin an der Musikhochschule Frankfurt in die Violinklasse von Dieter Vorholz aufgenommen. Nach dem Abitur 1987 setzte sie ihr Studium dort fort, 1991 legte sie ihr Examen mit Auszeichnung ab. Ein anschließendes Aufbaustudium führte sie an die Wiener Musikhochschule zu Gerhard Schulz (Alban Berg Quartett). Diverse Meisterkurse, auch auf der Barockvioline, ergänzten ihre Ausbildung. Während ihrer Studienzeit war sie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Villa musica und der Yamaha Foundation Wien, 1993 erhielt sie die Förderprämie der Gustav-Lenzewski-Stiftung Frankfurt. Seit 1994 ist sie Vorspielerin der Ersten Violinen bei den Philharmonikern Hamburg und hat seit 2004 einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg inne.

 

Prof. Dr. Wolfgang Hochstein

(*1950) studierte Schulmusik, Theorie/Komposition, Klavier und Orgel in Detmold sowie Musikwissenschaft in Hamburg. Promotion 1981 bei Hans Joachim Marx. 1976 als bundesweit erste hauptamtliche Lehrkraft für Schulpraktisches Musizieren an die Hochschule für Musik und Theater Hamburg berufen und dort inzwischen auch im Fach Musikwissenschaft sowie als Leiter des Instituts für Schulmusik und als Dekan des Studiendekanats III tätig. Vorsitzender der Hasse-Gesellschaft Bergedorf, Editionsleiter der Hasse-Werkausgabe und Mitherausgeber der Hasse-Studien. Nebenamtlicher Kirchenmusiker an St. Barbara Geesthacht. Veröffentlichungen zu kirchenmusikalischen Themen sowie zahlreiche Editionen (u.a. Werke von Hasse, Jommelli, J. Haydn, C. Franck, Rheinberger).