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07.07.2014 16:32 Alter: 2 Jahre

6. Hamburger Lehrpreis für Isolde Zerer und Gerhart Darmstadt

Ehrung für Bachs „Weihnachtsoratorium“ als übergreifendes Studienprojekt und in neuer Aufführungspraxis

Isolde Zerer

Gerhart Darmstadt

Der Lehrpreis für die Hochschule für Musik und Theater geht in diesem Jahr an zwei Lehrende der Hochschule: Isolde Zerer und Prof. Gerhart Darmstadt. Unter der Leitung beider Lehrender wurde Bachs „Weihnachtsoratorium“ unter Einbeziehung neuerer Erkenntnisse und als dekanats- und fachübergreifende Zusammenarbeit aufgeführt.

Im Rahmen einer Feierstunde im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek überreichte Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt ihnen heute Urkunde und Preisgeld  – zusammen mit 13 weiteren Gewinnerinnen und Gewinnern aus den anderen Hochschulen.

 

„Beiden Lehrenden ist es in außerordentlich erfolgreichem Maße gelungen, die Aspekte „Innovative Lehrmethoden, Qualitätssicherung und Reflexion  von Gender--‐Aspekten“ in dem Weihnachts-Oratorium-Projekt  zu integrieren“, so die Begründung der Jury der Musikhochschule. Die Studierenden hoben hervor, dass „das Einzigartige an dieser Lehrveranstaltung war, dass sie absolut Dekanats--‐und Fächerübergreifend funktionierte. Isolde Zerer und Prof. Gerhart Darmstadt ist der Spagat zwischen Wissensvermittlung, Anregung zum eigenständigen Lernen, Hinterfragen und Weiterentwickeln sowie dem (nicht nur interkulturellen) Austausch zwischen den Hochschuldekanaten hervorragend gelungen.“

So waren beispielsweise die Solisten auch gleichzeitig Chorsänger. Die Studierenden selbst waren nicht nur vom Ausbildungsgrad her auf unterschiedlichen Stufen, sie vertraten gleichzeitig auch die unterschiedlichsten Nationen, so z. B. Japan, Polen, Amerika, Südafrika, die  Azoren und Finnland. Instrumentalisten und Sänger musizierten gemeinsam, Studierende der Kirchenmusik erhielten die Möglichkeit, ein Orchester samt Chor und Solisten dirigieren zu können und so einen Einblick in die reale Arbeit an Kirchen zu bekommen.

 

 

Mit dem Hamburger Lehrpreis werden herausragende und innovative Lehrleistungen von Professorinnen und Professoren der Hamburger Hochschulen ausgezeichnet. 2014 wurde der Hamburger Lehrpreis zum sechsten Mal ausgeschrieben. Für den mit jeweils 10.000 EUR dotierten Lehrpreis sind ausschließlich Studierende der Hochschule vorschlagsberechtigt. 

 

 

Isolde Zerer studierte Kirchenmusik in Stuttgart  und München, legte das Konzertexamen für Orgel in Wien bei Michael Radulescu ab und ist Preisträgerin der Orgelwettbewerbe von Brügge (1985) und Innsbruck (1986). Sie übt eine rege Tätigkeit als Organistin und Cembalistin aus, solistisch und in Ensembles (u.a. im Ensemble „I Sonatori”), und wirkte wiederholt bei Rundfunk- und CD-Aufnahmen mit.

Sie ist Leiterin des Kammerchores „Fontana d’Israel”. Konzerte führten sie in viele Länder Europas, nach China und Japan. An der Hamburger Musikhochschule hat sie einen Lehrauftrag für Korrepetition am Cembalo, Cembalo Nebenfach, Vokalensemble Alte Musik und Repertoirestudium.

 

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Gerhart Darmstadt

studierte Violoncello bei Mirko Dorner, und historische Aufführungspraxis bei Nikolaus Harnoncourt am Mozarteum Salzburg. Gerhart Darmstadt zählt zu den führenden deutschen Barockvioloncellisten. Als Solist, Kammermusiker, Orchester- und Continuospieler, Dirigent und profunder Kenner des 17. bis 19. Jahrhunderts hat er sich als außergewöhnlicher Musiker einen Namen gemacht.

An der Hochschule für Musik und Theater und der Alfred Schnittke Akademie International in Hamburg lehrt Gerhart Darmstadt historische Aufführungspraxis und Kammermusik. Er ist Mitglied des Joseph Martin Kraus-Streichquartetts und Präsident der Internationalen Joseph Martin Kraus-Gesellschaft e. V. mit Sitz in Buchen (Odenwald).

Zahlreiche Kurse für historische Aufführungspraxis, Violoncello, Orchester- und Kammermusik, Körperdisposition und Haltungsfragen, Fortbildungsseminare und Aufführungen mit den verschiedensten Orchestern, sowie Vorträge, Werkeinführungen, moderierte Konzerte, CD- und Rundfunk-Aufnahmen, Symposien, Editionen und musikwissenschaftliche Veröffentlichungen  weisen ihn als kompetenten und inspirierenden Interpreten, sowie als einen die Musik und ihr Umfeld immer neu hinterfragenden Wissenschaftler und Pädagogen aus.