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05.05.2010 19:15 Alter: 7 Jahre

60 Jahre Musikhochschule - 60 Veranstaltungen: Ein Gitarrenabend mit Musik aus Barock, Romantik und Moderne

60 Jahre - 60 Veranstaltungen heißt das Motto, unter dem die Hochschule für Musik und Theater Hamburg ihr 60-jähriges Jubiläum während des ganzen Jahres 2010 feiert. In Konzerten, Opern- und Theateraufführungen, Vorträgen und Symposien wird das breite Spektrum der Hochschularbeit präsentiert.

 

Wir laden Sie herzlich ein zu dem

Gitarrenabend

aus Anlass des Konzertexamens von Anika Hutschreuther

(Klasse Prof. Klaus Hempel / Prof. Olaf van Gonnissen)

am 10. Mai 2010, 20:00 Uhr,

Laiszhalle - kleiner Saal.

 

Auf dem Programm stehen Werke von Piazzolla, Ginastera, Bach und Aguado.

 

Die "Quatro Estaciones Portenos" (Die Vier Jahreszeiten) sind typisch für den Stil von Astor Piazzolla. Elemente aus Klassik und Jazz mit dem Tango zu integrieren. Der Titel des Stückes spielt nicht nur auf Vivaldi, sondern auch auf die Stadt Buenos Aires an, deren Einwohner sich "Porteños" nennen. Die Sätze sind als ein musikalisches Bild der Atmosphäre der Stadt Buenos Aires zu verschiedenen Jahreszeiten zu verstehen.

Dazu Anika Hutschreuther: "Die Musik Piazzollas erlebe ich ganz unmittelbar. Bei manchen Komponisten müssen die Stücke sehr durchdacht interpretiert werden. Bei Astor Piazzollas Tangos muss man nur seine Ohren und sein Gefühl einsetzen. Gelingt mir dies, kann auch der Zuhörer die Schönheit dieser Musik voll und ganz erleben."

 

Johann Sebastian Bachs Suite E-Dur BWV 1006a ist eine Bearbeitung einer früheren Solosuite, der 3. Violinpartita E-Dur BWV 1006, die um 1720 entstand. Die Transkription erschien jedoch ohne Angabe eines Instrumentes, weshalb lange Zeit Uneinigkeit über die Besetzung herrschte. Der Tonumfang entspricht eher dem der Laute, auch wenn die damals übliche Stimmung das Werk für Laute sehr unbequem erscheinen lässt. Die Bearbeitung wird auf zwischen 1735 und 1740 datiert. Obwohl sie keine Widmung trägt, ist anzunehmen, dass sie für einen der beiden berühmten Lautenisten Silvius Leopold Weiss oder Johann Kropffgans transkribiert wurde, die beide nachweislich 1739 in Bachs Haus musiziert haben.

 

Alberto Ginastera verband in seiner Musik traditionelle Rhythmen argentinischer Folklore mit der Harmonik moderner klassischer Musik; eine Kombination, die etwa an die Musik von Béla Bartók erinnert. Diese Sonate gehört mit zu den wichtigsten Werken, die im 20. Jahrhundert für dieses Instrument geschrieben wurden.

 

Dionisio Aguado widmete er sich als einer der wenigen Komponisten seiner Zeit ganz der Gitarre. 1826 ging er nach Paris, wo er unterrichtete und viele Konzerte gab. Bald schon war er der Liebling der Salons und der Konzertsäle. Hier begegnete er auch dem großen Zeitgenossen Fernando Sor, mit dem ihn dann eine lebenslange Freundschaft verband. Das Rondo Nr. 2 op. 2 aus dem Jahr 1822 gehört zu seinen meistgespieltesten Werken und ist ein schönes Beispiel für die Verschmelzung von Melodik und Virtuosität im Spiel der Gitarre.

 

 

Anika Hutschreuther

Die Gitarristin Anika Hutschreuther wurde 1976 in Schleswig geboren. Sie spielte zunächst Klarinette, Querflöte und Saxophon und war Mitglied im Jugendorchester Schleswig-Holstein. Anika Hutschreuther begann ihr Musikstudium 1999 an der Musikhochschule Stuttgart in den Fächern Gitarre und Klarinette. 2003 wechselte sie nach Kassel an die Musikakademie, wo sie von Michael Tröster unterrichtet wurde. Sie schloss 2005 ihr musikpädagogisches Studium und 2006 ihr Aufbaustudium der Künstlerischen Reife mit sehr gut ab. Unterricht bekam sie außerdem im Rahmen von Meisterkursen bei renommierten Musikern wie Oscar Ghiglia, Carlo Marchione, Alvaro Pierri und Olaf van Gonnissen.

Anika Hutschreuther ist Mitglied im Gitarrenensemble Kassel, die 2005 die CD "Beyond the rainbow" einspielte. Im Jahr 2006 war sie Semifinalistin im Karl-Scheit-Wettbewerb Wien, gewann den Concours d' Ufam in Paris und war Preisträgerin beim Internationalen Gitarrenwettbewerb in Koper, Slowenien. Seit April 2008 studiert Anika Hutschreuther an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg im Studiengang Konzertexamen bei Klaus Hempel und Olaf van Gonissen. Im April 2010 war Anika Hutschreuther Preisträgerin der Hermann-und-Milena-Ebel-Stiftung, die regelmäßig Stipendien an besonders begabte Studenten der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg vergibt.