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03.06.2008 10:59 Alter: 9 Jahre

Bearbeitungen von Brahms-Werken im 19. Jahrhundert und heute

Ringvorlesung zu Johannes Brahms

 

Die Hochschule für Musik und Theater Hamburg und die Hamburger Brahmsgesellschaft ehren gemeinsam Hamburgs großen Sohn zum 175. Geburtstag. Vortragende sind international renommierte Brahms-Forscher und -Forscherinnen sowie Musiker, die sich besonders mit Johannes Brahms auseinandergesetzt haben. Die Vorträge sind thematisch mit einem Konzertteil verknüpft, der von Lehrenden und Studierenden der Hochschule gestaltet wird. Die Reihe wurde von Prof. Dr. Beatrix Borchard konzeptionell entwickelt und geplant.

 

Wir laden Sie herzlich ein zu der Veranstaltung am

Donnerstag, den 5. Juni 2008, 18 - 19.30 Uhr, im Mendelssohn-Saal der Hochschule für Musik und Theater

Cord Garben (Hamburg):

Bearbeitungen von Brahms-Werken im 19. Jahrhundert und heute

 

Weitere Termine: 19.6., 3.7. 2008.

Eintritt frei.

 

Bearbeitungen von Brahms-Werken im 19. Jahrhundert und heute

In seinem Vortrag gibt Cord Garben einen Überblick über die Geschichte der musikalischen Bearbeitungen und erläuterte den "laxen" Umgang der Komponisten mit ihren Materialien. Anhand eines skurrilen Beispiels (Mondschein-Sonate als Melodram) weist er auf die geschmacklichen "Entgleisungen" im frühen 19. Jahrhundert hin. Am Beispiel Liszt und Reger werden die wichtigsten Bearbeitungsrichtungen dargestellt. Im praktischen Teil erfolgt dann in Gegenüberstellungen und Tonbeispielen von Klavier und CD ein Einblick in die Werkstatt des Bearbeiters. Zunächst in Brahms eigenen Bearbeitungen (Klavierkonzert op. 15), dann erläutert Cord Garben das Salonorchester der Jahrhundertwende, die eigenen Brahms-Bearbeitungen (Adagio nach op. 77, Andante nach op. 83, Cellokonzert nach op.102) sowie die Bearbeitung der Ernsten Gesänge von Detlev Glanert.

 

Cord Garben, geboren 1943 in Bad Homburg, studierte an der Musikhochschule Hannover Klavier und Dirigieren. Früh spezialisierte er sich auf die Begleitung von Sängern und zählte bald zu den international gefragten Liedbegleitern. Er begleitete in Konzerten und Schallplattenaufnahmen die großen Sänger unserer Zeit. Unter seinen zahlreichen Schallplattenpreisen ist 1989 der Preis des französischen Kulturministers für die beste kulturelle Initiative. Garben ist mit sieben Grammy-Awards in den USA einer der höchst ausgezeichneten Schallplattenproduzenten. Bei der Deutschen Grammophon war er verantwortlich für Künstler wie Herbert v. Karajan, Mstislav Rostropovich, Dietrich Fischer-Dieskau und Arturo Benedetti Michelangeli.

 

Als Dirigent arbeitete er u. a. mit dem NDR-Sinfonieorchester, Tokyo Philharmonic Orchestra, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Philharmonia Prag. Große Beachtung fanden seine Bücher Die Liedzyklen Franz Schuberts (Wagner, Eisenach) und Arturo Benedetti Michelangeli (Europäische Verlagsanstalt).

Cord Garben ist Präsident der Johannes-Brahms-Gesellschaft, Hamburg.