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09.10.2007 19:53 Alter: 9 Jahre

Bilder von Frau und Mann in der europäischen Moderne

Ringvorlesung Gender Studies IX:

Männerbilder - Frauenbilder - Menschenbilder: Paare

 

mit dem Vortrag

"Bilder von Frau und Mann in der europäischen Moderne"

am Dienstag, 16. Oktober 2007, 18.00 Uhr (s.t.),

in der Alten Bibliothek (Raum 12, Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

Referentin: Prof. Dr. Karin Hausen, Berlin

Anschließend:

Trio-Gesang für 2 Harfenisten und Schlagzeug (Benjamin Scheuer) und Bläserinnenquintett

Eintritt frei.

 

Zur vieldeutigen Geschichte normativer Zuschreibung und dem historischem Wandel der Bilder von Frau und Mann

In Gesellschaften zirkulierte stets ein normatives Wissen darüber, was die Frau und was der Mann ist, dass Mann und Frau nach Wesen, Verhalten, Aufgaben unterschiedlich sind und dass die Beziehungen zwischen den Geschlechtern bestimmten Regeln folgen müssen. Gleichzeitig aber gab es schon immer das ebenfalls wichtige Alltagswissen, dass es den Mann und die Frau nicht gibt. Denn abhängig davon, ob sie jung oder alt, arm oder reich waren, ob sie auf dem Land oder in Städten wohnten und arbeiteten, ob sie grundbesitzende Adelige, Bauern, Handwerker, Lohnarbeiter, Unternehmer oder Bildungsbürger waren, mussten Frauen und Männer sehr verschiedenartigen Anforderungen, Zumutungen und Chancen gerecht werden, wollten sie ihr Leben meistern und dessen materielle Grundlage sowie ihr gesellschaftliches Ansehen für sich selbst und auch noch für die nächste Generation sichern.

In ihrem Vortrag wird die Historikerin Karin Hausen dieses Spannungsverhältnis erläutern und für die Zeit vom 18. bis zum 21. Jahrhundert nachzeichnen, wie unablässig und mit erstaunlichem Erfolg darauf hingearbeitet wurde, trotz der tief greifenden Revolutionierung aller wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verhältnisse die herkömmliche, hierarchisch zu Gunsten des männlichen Geschlechts ausgelegte Geschlechterordnung zu erhalten.

 

Karin Hausen war von 1978-1995 Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Technischen Universität Berlin. 1995 gründete sie dort das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, das sie bis 2003 als Professorin für Interdisziplinäre Frauenforschung leitete. Sie ist seit 2003 im Ruhestand.