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25.04.2012 13:13 Alter: 5 Jahre

Die Familie Budge in Hamburg und ihr Palais an der Alster

Ein Dokument der Erinnerungsarbeit der Hochschule an die Familie Budge

Anlässlich des unter der Leitung von Prof. Dr. Beatrix Borchard veranstalteten musikalischen Salons zum Thema

 

Zwischenräume: Musik im Budge-Palais

am 26. April, 19:00-21:30 Uhr,

Fanny-Hensel-Saal,

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

wird die Broschüre "Die Familie Budge in Hamburg und ihr Palais an der Alster" wiederaufgelegt und bei der Veranstaltung auch ausgestellt. Sie wurde 2008 von der damaligen Schulmusikstudierenden Livia Gleiß im Rahmen eines musikwissenschaftlichen Seminarprojektes von Prof. Dr. Beatrix Borchard erarbeitet und ist ein Dokument der Erinnerungsarbeit der Hochschule an die Familie Budge. Die Villa war von 1900 – 1937 im Besitz des jüdischen Ehepaares Emma und Henry Budge.

 

Der Salon am 26.4. erinnert am Beispiel des heutigen Hochschulgebäudes, des ehemaligen Budge-Palais, an die Rolle des jüdischen Bürgertums für das Hamburger Kulturleben vor 1933.

Zum Gespräch eingeladen ist die Musikhistorikerin Silke Wenzel. Unter dem Motto „Nostalgie mit Energie“ wird im 2. Teil des Salons gemeinsam mit Prof. Sonia Simmenauer, u.a. Gründerin des Jüdischen Salons am Grindel und des Cafés Leonar, der Blick auf das heute gelenkt.

 

Im Anschluss an den Salon führt Livia Gleiß durch das Budge-Palais.

 

 

Beatrix Borchard, Prof. Dr. phil. habil., geboren und aufgewachsen in Lingen/Ems, studierte in Bonn und Berlin Musikwissenschaften, Germanistik und Geschichte und promovierte über Clara Wieck und Robert Schumann, Bedingungen künstlerischer Arbeit in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts (1983, 2. Auflage Kassel 1992). 2000 habilitierte sie sich mit einer interpretationsgeschichtlichen Studie, die unter dem Titel Stimme und Geige. Amalie und Joseph Joachim. Biographie und Interpretationsgeschichte im Böhlau-Verlag Wien erschienen ist (2. Auflage 2007).

Beatrix Borchard lehrte historische Musikwissenschaft an der Hochschule der Künste Berlin (jetzt Universität der Künste Berlin) und am musikwissenschaftlichen Seminar Detmold-Paderborn. Seit 2002 ist sie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Hier leitet sie ein DFG-Forschungsprojekt zur Rolle der Musik für den europäischen Kulturtransfer im 19. Jahrhundert am Beispiel von Pauline Viardot und die multimediale Forschungsplattform Musikvermittlung und Genderforschung: Musikerinnen-Lexikon und multimediale Präsentationen (http://mugi.hfmt-hamburg.de.) Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählen Der weibliche und der männliche Beethoven, Bonn 2004 (gem. mit Cornelia Bartsch und Rainer Cadenbach),  Alkestis: Interpretationen (=Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft 2006) (gem. mit Claudia Maurer Zenck), Musikwelten - Lebenswelten. Jüdische Identitätssuche in der deutschen Musikkultur, Köln 2009 (gem. mit Heidy Zimmermann). Sie ist Herausgeberin der Viardot-Garcia-Studien und der Brahms-Studien (gemeinsam mit Kerstin Schüssler-Bach). Eine vollständige Publikationsliste befindet sich auf http://mugi.hfmt-hamburg.de/Borchard/bibliographie.html.

Beatrix Borchard ist Autorin zahlreicher Rundfunkfeatures, moderiert häufig Konzerte und hat bisher zwei Filme gemacht, Dokumentationen über Clara Schumann (NDR 1996) und zum Thema Hausmusik (NDR 1997). An weiteren Musikfilmen hat sie mitgearbeitet. Eine Dokumentation über die Schwestern Maria Malibran und Pauline Viardot-Garcia ist in Planung.

 

Livia Gleiß, geboren 1978 in Bonn, studierte Schulmusik, Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Theaterpädagogik und Lehramt für Sonderschulen an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der Universität Hamburg.

Im Rahmen eines Seminarprojektes bei Prof. Beatrix Borchard („Singen – Schreien – Verstummen“ zur Vertreibung der jüdischen Künstler aus den Hamburger Kulturbetrieben unter dem NS-Regime) recherchierte sie eingehend zur Geschichte des Budge-Palais und hielt 2007 für Besucher der von der Hochschule veranstalteten „Nacht des Wissens“ eine geschichtliche Gebäudeführung. Diese wurde Grundlage für ihre Seminararbeit und schließlich für die Broschüre „Die Familie Budge in Hamburg und ihr Palais an der Alster“, die am 26.5.2008, anlässlich der Gedenkfeier zur Einweihung der „Stolpersteine“ für Dr. Siegfried Budge und Ella Budge herausgegeben wurde.