Deutsch
English
< zurück
18.01.2012 08:01 Alter: 5 Jahre

Elisabeth Jacquet de la Guerre in Versailles

Eine der bedeutendsten Komponistinnen der europäischen Musikgeschichte am Hofe Ludwigs XIV.

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der Veranstaltung

 

Ringvorlesung Gender Studies und Konzerte XIII:

Singende Königinnen, tanzende Prinzen -

Musik an europäischen Höfen

 

am Dienstag, dem 24. Januar 2012

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg:

 

Elisabeth Jacquet de la Guerre in Versailles

 

Vortrag: Prof. Dr. Markus Grassl, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

 

Musikprogramm mit Studierenden der Klassen von Mikayel Balyan (Cembalo) und Prof. Mark Tucker (Gesang), HfMT Hamburg

 

Eintritt frei.

 

Musizieren im komplexen Bezugssystem zwischen „la cour et la ville“

Elisabeth-Claude Jacquet de La Guerre (1665–1729) ist während der letzten rund fünfzehn Jahre als eine der bedeutendsten Komponistinnen der europäischen Musikgeschichte „wiederentdeckt“ worden. In der Tat ist ihre Karriere als professionelle, höchst erfolgreich in der Öffentlichkeit wirkende Komponistin und Cembalistin im Frankreich des Ancien Régime einzigartig. Die Frage, welche Rolle dabei die Beziehungen Elisabeth Jacquets zum Hof Ludwigs XIV. gespielt haben, kann nicht allein auf den Versuch einer Rekonstruktion der faktischen Zusammenhänge hinauslaufen, zumal diese aufgrund der lückenhaften Quellenlage vielfach im Dunkeln bleiben. Vielmehr wird interessieren, in welcher Weise die Assoziation mit dem Hof zum Selbstentwurf bzw. zum Karriere-relevanten Bild von Elisabeth Jacquet in der zeitgenössischen Öffentlichkeit beigetragen hat. Außerdem soll ihr Agieren im komplexen Bezugssystem zwischen „la cour et la ville“ - dem Hof und den Strukturen der städtischen Musikkultur in Paris - erörtert werden.

 

Markus Grassl, studierte Musikwissenschaft, Publizistik, Philosophie und Rechtswissenschaften an der Universität Wien sowie Orgel am Franz Schubert-Konservatorium. Seit 1994 unterrichtet er an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. 2001 vertrat er einen Lehrstuhl an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart. 2010 erfolgte die Habilitation im Fach Historische Musikwissenschaft und im März 2011 die Ernennung zum außerordentlichen Universitätsprofessor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Forschungsschwerpunkte: Instrumentalmusik des 15. bis 17. Jahrhunderts, Rezeptions- und Aufführungsgeschichte alter Musik im 19. und 20.
Jahrhundert, österreichische Musik nach 1945. Neuere Publikationen u.a.:
Bibliographisches Verzeichnis der Musikerinnen in Frankreich 1643-1715
(Online-Publikation auf www.musikgeschichte.at); „Voilà les véritables
Muses“ in Titon du Tillets „Le Parnasse françois“, die Literatur und die Musikerinnen, in: Björn Tammen (Hrsg.), Musicians & Monuments: Tracing Composers‘ Memorial Iconography Through the Ages. Kongreßbericht Wien 2010 (im Druck).

 

Der international renommierte Interpret des barocken und klassischen Repertoires Mark Tucker ist seit WS 2007/08 Professor für Gesang an der HfMT Hamburg. Der in Uxbridge geborene Engländer hatte zuvor eine Professur für Gesang am Royal College of Music in London inne und arbeitet regelmäßig mit den wichtigsten Dirigenten der Alten Musik wie Gardiner, Harnoncourt oder Jacobs zusammen. Zu seinen bedeutenden Opernpartien, die er an den wichtigsten Opernhäusern interpretiert, zählen u. a. die Titelrollen von Rameaus Platée, Nerone (L'incoronazione di Poppea), Danceny in der Weltpremiere von Piet Swerts Les liaisons dangereuses, Lysander (A Midsummer Night's Dream), The Novice (Billy Budd), Marzio (Mitridate) sowie die Titelrolle in Idomeneo. Auch im Konzertbereich ist Mark Tucker sehr erfolgreich tätig.

 

Mikayel Balyan wurde in Armenien geboren, erhielt dort sowie am Musikgymnasium in Moskau Klavierunterricht. Anschließend studierte er in Basel Klavier sowie Cembalo in Bremen und Hamburg. Heute unterrichtet er Cembalo und Generalbass an der Akademie für Alte Musik Bremen. Er arbeitet mit zahlreichen Dirigenten und Orchestern zusammen und tritt als Solist und Kammermusikpartner in vielen Ländern West- und Osteuropas sowie Südamerikas auf.

 

 

Organisation und Abendgestaltung: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Isolde Kittel-Zerer und Martina Bick, M.A.