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23.08.2011 10:22 Alter: 5 Jahre

Erste ökumenisch konzipierte Geschichte der Kirchenmusik erschienen

Vor wenigen Tagen ist der erste von vier Teilbänden der ersten ökumenisch konzipierten Geschichte der Kirchenmusik im Laaber Verlag erschienen. Herausgeber dieses Bandes sind der Musikwissenschaftler Professor Dr. Wolfgang Hochstein und sein Leipziger Kollege Professor Dr. Christoph Krummacher.

Wolfgang Hochstein (Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg für Schulpraktisches Klavierspiel / Klavier und historische Musikwissenschaft) hat sich seit ca. sieben Jahren intensiv mit diesem Projekt befasst: „Mich hat daran besonders der neue Ansatz einer interkonfessionellen Darstellung gereizt, die orthodoxe und anglikanische Kirchenmusik ebenso einbezieht wie Spiritual und Gospel, Kirchenmusik in Missionsländern sowie popularmusikalische Richtungen.“

Der jetzt vorliegende Band „Von den Anfängen bis zum Refor­mationsjahrhundert“ behandelt Bereiche wie Gregorianik und frühe Mehrstimmigkeit und erstreckt sich bis zu den Gesangbuchdrucken der Lutherzeit und der Motette des 16. Jahrhunderts.

Alle Hauptkapitel der Bände beginnen mit einem historischen Abriss und der spezifisch kirchengeschichtlichen Darstellung des jeweiligen Zeitraums. Es folgen Ausführungen zur gottesdienstlich-liturgischen Situation, zum Kirchenlied, zu Stil und Satztechnik der Epoche und den relevanten kirchenmusikalischen Gattungen. Diese Abschnitte lassen sich auch querlesen als eine Art „Ideengeschichte“ der Kirchenmusik, als Geschichte des Kirchenlieds, der Messe und anderer Gattungen. In den Haupttext eingestreut sind zahlreiche „Porträts“ von Komponisten, die für die Entwicklung der Kirchenmusik bedeutsam sind.

W. Hochstein dazu: „Der Band ist zwar in erster Linie ein Nachschlagewerk für Musikwissenschaftler, Kirchenmusiker und Insider vom Fach, zugleich aber auch eine für Nicht-Fachleute gut lesbare wissenschaftliche Publikation, die es in dieser Form bis dato nicht gegeben hat.“

 

Wolfgang Hochstein

Wolfgang Hochstein leitet das Dekanat III (Wissenschaftliche und Pädagogische Studiengänge) an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und das Hasse-Institut  an der Hochschule. Er ist Vorsitzender der Hasse-Gesellschaft Bergedorf und nebenamtlicher Kirchenmusiker in Geesthacht. Er erhielt mehrere Auszeichnungen für Verdienste um die Hasse-Forschung, unter anderem wurde dem ersten Band der von ihm herausgegebenen „Hasse-Werkausgabe“ 2000 der Deutsche Musikeditions-Preis in der Kategorie „Wissenschaftliche Notenausgaben/Gesamtausgaben“ zuerkannt. Daneben legte Hochstein weitere Veröffentlichungen zu kirchenmusikalischen Themen und Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts vor. Von ihm wurden außerdem einige Kompositionen veröffentlicht.