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20.11.2008 09:01 Alter: 8 Jahre

Erste Promotion zum Dr. phil. an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

- Oper Cleofide von Johann Adolf Hasse durch Dissertation der Vergessenheit entrissen -

Zenon Mojzysz, erster Doktorand der Hamburger Musikhochschule mit dem Grad des Dr. phil., widmete sich in seiner Dissertation der lange in Vergessenheit geratenen Barockoper Cleofide von Johann Adolf Hasse, die aufgrund seiner Rekonstruktionen nun wieder auf dem Spielplan der Dresdner Semperoper steht und - wie bei ihrer Uraufführung im Jahre 1731 - außerordentlich erfolgreich ist.

 

Erster Dr. phil.

Schon seit vielen Jahren promoviert die Musikhochschule zum Dr. sc. mus. (Dr. scientiae musicae), mit Zenon Mojzysz hat nun der erste Doktorand der Hamburger Musikhochschule den im letzten Jahr eingeführten Grad eines Dr. phil. erworben.

 

Mojzysz rekonstruierte den Notentext der Dresdner Uraufführung (1731) der Oper Cleofide von Johann Adolf Hasse und edierte sie im Rahmen der "Hasse-Werkausgabe". Außerdem konnte er durch archivarische Studien die näheren Umstände von Hasses Berufung nach Dresden erhellen.

 

In der von Mojzysz erstellten Fassung steht nun die Oper Cleofide wieder auf dem Spielplan der Semperoper Dresden, wo sie bereits mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Der Druck der Partitur ist durch einen großzügigen Zuschuss der Zeit-Stiftung ermöglicht worden.

 

Die Oper Cleofide

von Johann Adolf Hasse wurde am 13. September 1731 in Dresden uraufgeführt. Vorangegangen waren langwierige diplomatische Verhandlungen, um den aufstrebenden Komponisten an den sächsischen Hof zu verpflichten. Die Premiere, die wahrscheinlich auch im Beisein von Johann Sebastian und Wilhelm Friedemann Bach stattfand, übertraf alle Erwartungen. Hasse begründete in den nächsten Jahrzehnten durch seine klangprächtigen Opere serie im "galanten Stil" Dresdens Weltruf als Opernmetropole. Unter Hasses Leitung sollte das Musikleben am königlich polnischen und kurfürstlich sächsischen Hof eine rund 30jährige Blütezeit erleben, wie es sie vor- und hinterher in Dresden nicht gegeben hat.