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07.05.2009 16:31 Alter: 8 Jahre

Erweitertes DFG-Forschungsprojekt über Pauline Viardot

Pauline Viardot war eine der berühmtesten und vielseitigsten Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts. Unter der Leitung von Prof. Dr. Beatrix Borchard ist diese faszinierende Künstlerpersönlichkeit Gegenstand des Forschungsprojektes "Orte und Wege europäischer Kulturvermittlung durch Musik. Pauline Viardot - Sängerin, Komponistin, Arrangeurin, Volksmusiksammlerin, Pädagogin und Veranstalterin".

Dieses umfangreiche Projekt wurde von der DFG seit 2007 gefördert und ist nun gerade von der DFG verlängert und erweitert worden. Die weitere Förderung durch die DFG bedeutet drei halbe wissenschaftliche Mitarbeiterstellen und nennenswerte Sach- und Publikationsmittel.

 

Das Projekt widmet sich der übergeordneten Frage, welche Rolle die Sängerin und Komponistin Pauline Viardot und die von ihr komponierte und ausgeführte Musik für kulturelle Transfers in Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielte.

Pauline Viardot war als Musikerin sehr vielseitig: Sie wirkte als Sängerin und Pianistin, komponierte und unterrichtete, bearbeitete und edierte Werke anderer Komponisten, sammelte und bearbeitete Volksliedmelodien und -texte, veranstaltete musikalische Salons und führte eine umfangreiche Korrespondenz mit zahlreichen Kulturschaffenden in ganz Europa. Ihre Karriere machte sie nicht nur europaweit berühmt, sondern sie beschäftigte sich auch mit den kulturellen Eigenarten der Länder, in denen sie auftrat, und gab ihrer künstlerischen Tätigkeit eine internationale Ausrichtung. Auf diese Weise prägte sie das Musikleben ihrer Zeit vor allem in Frankreich, Deutschland und Russland wesentlich mit und vermittelte zudem zwischen verschiedenen ästhetischen Positionen und zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten.

 

Im Einzelnen ist das Projekt in drei Forschungsbereiche gegliedert:

- Der Bereich "Kulturelle Transfers in Musik und Musikleben des 19. Jahrhunderts" (Silke Wenzel) untersucht die Bedeutung der oben genannten Tätigkeiten Pauline Viardots im Hinblick auf 1. Kosmopolitismus, Transnationalität und Nationalismus, 2. Soziale Schichtungen, 3. Historische Übernahmen und 4. Lebensalter und Geschlecht.

- Der Bereich "Komponieren als Form kultureller Transfers" (Christin Heitmann) analysiert am Beispiel der Operette "Le dernier sorcier" den Zusammenhang zwischen verschiedenen Werkfassungen und unterschiedlichen Aufführungssituationen.

- Der dritte Forschungsbereich widmet sich der öffentlichen Rezeption Pauline Viardots im zeitgenössischen Russland im Konnex mit dem dort sich entwickelnden Diskurs um kulturelle Identität und vor dem Hintergrund der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen (Verena Mogl).

 

Für weitere Informationen zu Pauline Viardot siehe die lexikalische Grundseite sowie die multimediale Präsentation im Internetprojekt "Musikvermittlung und Genderforschung im Internet" unter www.mugi.hfmt-hamburg.de.

 

Kontakt Forschungsprojekt Pauline Viardot:

Prof. Dr. Beatrix Borchard (Leitung), Dr. Christin Heitmann, Verena Mogl, M. A., Silke Wenzel, M.A.

Email: viardot@hfmt-hamburg.de.