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07.02.2012 15:16 Alter: 5 Jahre

Fanny Hensel-Saal der Musikhochschule Hamburg feierlich getauft

Taufpatinnen sind Prof. Dr. h.c. Hannelore Greve und die Pianistin Lauma Skride

Die Alte Bibliothek wurde in Fanny-Hensel-Saal umbenannt (Foto: Torsten Kollmer)

Zur Taufe in feierlichem Rahmen spielte Lauma Skride (Foto: Torsten Kollmer)

Sie gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts: Fanny Hensel. Die Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy wurde am 14. November 1805 in Hamburg geboren. Mit ihrem Bruder stand sie von frühester Kindheit an im engsten musikalischen Austausch. Ihr Leben und ihre Arbeit sind nicht zu trennen von der besonderen Bedeutung jüdischer Familien für das deutsche Kulturleben. Der heutige von Prof. Dr. Beatrix Borchard moderierte "Musikalische Salon" in der Alten Bibliothek der Hochschule war daher Fanny Hensel in ganz besonderer Weise gewidmet:

Um auch künftig die Erinnerung nicht nur an eine außergewöhnliche Musikerin, sondern gleichermaßen an die Geschichte des Budge Palais wachzuhalten, wurde im Rahmen dieser Veranstaltung die Alte Bibliothek feierlich auf den Namen „Fanny Hensel-Saal“ getauft. Die Hochschule hatte bereits vor etlichen Jahren ihren historischen Kammermusiksaal nach ihrem Bruder Felix in "Mendelssohn – Saal" umbenannt.

 

Hochschulpräsident Prof. Elmar Lampson dankte in diesem Zusammenhang noch einmal Frau Professor Dr. h.c. Hannelore Greve sehr herzlich: " Ihrem außerordentlichen Engagement für die Arbeit der Musikhochschule verdanken wir nicht nur ein neues Bibliotheksgebäude, sondern auch die historisch getreue, wunderschöne Restaurierung der Alten Bibliothek. Ich freue mich daher besonders, Hannelore Greve auch als Taufpatin für den Fanny Hensel-Saal gewonnen zu haben. Dies gilt auch für die zweite prominente Taufpatin Lauma Skride, die zu den erfolgreichsten Absolventinnen der Hochschule gehört."

Die renommierte Pianistin und Schülerin von Volker Banfield spielte den Klavierzyklus „Das Jahr“ von Fanny Hensel. Sie wurde für ihre CD-Einspielung von Fanny Hensels Zyklus mit dem Echo-Klassik Preis ausgezeichnet.

 

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Ich freue mich sehr über die offizielle Benennung der historischen Räume der Alten Bibliothek der Hochschule für Musik und Theater nach Fanny Hensel. Mit dieser Namensgebung wird eine großartige Frau und hochtalentierte Musikerin des 19. Jahrhunderts geehrt, die als Pianistin und vor allem als Komponistin in Hamburg und Berlin das Musikleben prägte.

Mein ganz besonderer Dank gilt Frau Professor Greve. Bereits 2006 konnte die Alte Bibliothek dank ihrer Großzügigkeit aufwändig restauriert werden. Ihr besonderes Interesse an dieser Hochschule stellte sie auch schon ein Jahr zuvor, 2005, eindrucksvoll unter Beweis, als sie der Hochschule ein neues Bibliotheksgebäude schenkte. Und nicht zuletzt sei erwähnt, dass die erste Reihe Musikalischer Salons, die den Mendelssohns gewidmet war, dank ihrer Unterstützung stattfinden konnte. Auch der Tag der feierlichen Umbenennung der Alten Bibliothek macht diese besondere Verbundenheit Frau Professor Greves mit der Hochschule für Musik und Theater deutlich. An dieser Stelle möchte ich dem Stifterehepaar Hannelore und Helmut Greve meinen großen Dank für ihr Engagement aussprechen. Ein Engagement, das sich nicht nur auf die Hochschule für Musik und Theater bezieht, sondern das nachhaltig Wissenschaft und Kultur in unserer Stadt prägt.“

 

Prof. Dr. h.c. Hannelore Greve würdigte in ihrer Taufrede Fanny Hensel: "Wir freuen uns nun sehr, dass der bislang namenlose „Raum 12“, also die Alte Bibliothek, heute einen Namen erhält, der seiner würdig ist. Einen „Mendelssohn-Saal“ gibt es hier im Budge-Palais bereits. Doch seine nicht minder begabte Schwester Fanny, die wie Felix in Hamburg zur Welt kam, wurde bislang nur wenig gewürdigt: In Eimsbüttel wurde nahe der Osterstraße ein Platz nach ihr benannt, und mein Mann und ich haben an der Ludwig-Erhard-Straße eine Gedenkplatte mit einem Reliefportrait von Fanny – neben dem Denkmal für Felix – in unmittelbarer Nähe des einstigen Geburtshauses in der Michaelisstraße aufstellen lassen. Wie Sie wissen, hat die Familie Mendelssohn die Musik- und Kulturstadt Hamburg stark geprägt. Daran werden zukünftig sicher viele schöne Veranstaltungen im Fanny Hensel-Saal erinnern."