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17.10.2013 04:29 Alter: 3 Jahre

FESTIVALAKADEMIE 2013 - Kuratiert von der Dramaturgin Eva-Maria Voigtländer -

Die Festivalakademie des Hamburger Theater Festivals bietet, dank großzügiger Unterstützung durch die ZEIT-Stiftung, Studierenden der Theaterakademie Hamburg und der interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit, Künstler, die u.a. im Kontext des Hamburger Theaterfestivals zu erleben sind, abseits der Bühne kennenzulernen, von ihnen zu lernen, mit ihnen zu diskutieren.

VORTRAGSREIHE

Festival Akademie in der Hochschule für Musik und Theater | Harvestehuder Weg 12, 20148 Hamburg | Eingang Milchstraße

23. Oktober, 11.00 Uhr, Schauspielstudio 3

Caroline Peters - Vortrag und Gespräch mit der Künstlerin zum Thema Schauspielformen: Performance oder Figur?

 

26. Oktober, 19.30 Uhr, Fanny-Hensel-Saal: Vortrag
27. Oktober, 11.00 Uhr, Fanny-Hensel-Saal: Kolloquium (Eintritt frei)
Zwischen den Welten. Emine Sevgi Özdamar liest aus ihrem dramatischen und epischen Werk und diskutiert mit dem Publikum über Literatur und Theater im Spannungsfeld zweier Kulturen

1. November, 19.30 Uhr, Fanny-Hensel-Saal: Vortrag

2. November, 11.00 Uhr, Fanny-Hensel-Saal: Kolloquium (Eintritt frei)
Musik ist Sprache - Sprache ist Musik. Willy Decker spricht über seine Arbeit diskutiert mit dem Publikum über Musiktheater-Inszenierung

Eintritt:
Karten nur an der Abendkasse – Eintritt 10,– € | ermäßigt 5,– €

Die Festivalakademie findet als Gemeinschaftsprojekt mit der Theaterakademie Hamburg statt.

 

"Zwischen den Welten" lautet der Titel, den Emine Sevgi Özdamar ihrem Auftritt gegeben hat, Lesung und Gespräch zum schöpferischen Umgang mit Fremdheit. Die Dichterin, Theaterregisseurin und Schauspielerin türkischer Herkunft gilt als Mutter migrantischer und postmigrantischer Kunst in Deutschland. Am 10. August 1946 in Malatya geboren, kam sie mit 19 Jahren zum ersten Mal nach Deutschland, ohne die Sprache zu kennen. Sie arbeitete in einer Fabrik in Westberlin, studierte Schauspiel in Istanbul, und begann, beeindruckt von Heinrich Heine und Bert Brecht in Ost-Berlin an der Volksbühne erste Theatertexte zu schreiben. Bald folgte ihr erster Roman »Karriere einer Putzfrau – Erinnerungen an Deutschland«. Sie ging als Doktorandin an die Pariser Universität 8 Vincennes-St.-Denis, war als Schauspielerin Mitglied des berühmten Bochumer Ensembles unter Claus Peymann und spielte an den Münchner Kammerspielen. Sie stand in Spielfilmen wie Doris Dörries »Happy Birthday, Türke!« und Hark Bohms »Yasemin« vor der Kamera, schreibt Romane und Erzählungen. Als Schriftstellerin wurde sie unter anderem 1991 mit dem Ingeborg Bachmann Preis, 2005 mit dem Heinrich-Kleist-Preis und 2009 mit dem Fontane-Preis ausgezeichnet. Sie ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Ihr vorerst letztes Theaterstück »Perikizi« über ein türkisches Mädchen auf der Flucht nach Europa hatte 2010 im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas im Ruhrgebiet Premiere und wurde seitdem oft nachgespielt.

 

Der renommierte Musiktheaterregisseur Willy Decker bereichert die Festivalakademie mit seinem Vortrag "Musik ist Sprache und Sprache ist Musik". Er spricht über seine Profession, über diese besondere Form des Theaters, die nicht nur ein genaues Handwerk erfordert, sondern die Begabung, das Potential der Musik freizusetzen. Willy Decker erkundet in seiner Arbeit stets das Eigene, das entsteht, wenn man sie zusammen denkt und erklingen lässt. Anhand seiner zahlreichen Inszenierungen beschreibt er die Suche nach der eigenen Gestalt des „Gesamtkunstwerks“ Oper.

Willy Decker wurde durch zahlreiche Inszenierungen an allen großen Opernhäusern im In- und Ausland – darunter Elektra in Amsterdam, La Traviata bei den Salzburger Festspielen, Lulu an der Wiener Staatsoper sowie die Welturaufführung von Aribert Reimanns Das Schloss an der Deutschen Oper Berlin – zu einem der renommiertesten und erfolgreichsten Opernregisseure der Welt.
2001 erhielt er für die Verdienste um das kulturelle Leben in Frankreich den
Orden Chevalier des Arts et des Lettres. 2006 wurde er mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein- Westfalen ausgezeichnet. Seit 2005 ist er Honorarprofessor für Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.
Er inszenierte an allen großen deutschen Opernhäusern, an der Pariser Oper, der Wiener Staatsoper, der Hamburgischen Staatsoper, an der Semperoper in Dresden, beim Maggio Musicale Fiorentino, am Royal Opera House Covent Garden in London, beim Drottningholm Festival in Stockholm, an der Lyric Opera in Chicago, an den Opernhäusern in Brüssel, Amsterdam, Genf und Madrid sowie am Gran Teatre del Liceu in Barcelona. 1999 erregte Decker Aufsehen, als er eine Einladung, bei den Bayreuther Festspielen Lohengrin zu inszenieren „aus künstlerischen Gründen“ ablehnte und damit der erste Regisseur in der Geschichte Bayreuths war, der eine Einladung auf den Grünen Hügel ausschlug.
Bei den Salzburger Festspielen 2004 inszenierte Decker in Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Bühnenbildner Wolfgang Gussmann mit großem Erfolg Die tote Stadt von Korngold. In der Festspielsaison 2005 gelang ihm mit der Inszenierung von Verdis La Traviata (mit Anna Netrebko und Rolando Villazón) ein Sensationserfolg, der „Kultstatus“ erlangte.
2007 erarbeitete Willy Decker Le Vin herbé von Frank Martin in einer aufsehenerregenden Inszenierung in der Gebläsehalle in Duisburg.
Im gleichen Jahr  wurde er zum neuen Intendanten der Ruhrtriennale berufen, die er als Nachfolger von Jürgen Flimm seit 2009 bis 2011 leitete.
Deckers Einstandsinszenierung bei der Triennale, Arnold Schönbergs „Moses und Aron“ wurde zu einem Triumph bei Kritik und Publikum.
Die Abschiedsinszenierung der Ruhrtriennale 2011 in der Jahrhunderthalle (Bochum) , Tristan und Isolde von Richard Wagner wird 2016 in der Metropolitan Opera in New York wieder zu sehen sein.
Seit dem Ende seiner Intendanz führt er weiterhin an großen internationalen Bühnen Regie  z.B. in Zürich, Oslo und Covent Garden, der Met und Baden-Baden.

Zu den Gästen der Festivalakademie zählt auch André Jung, der Darsteller des Lear in Johan Simons’ Inszenierung der Münchner Kammerspiele, der über seine Erfahrungen mit diesem vielleicht Schwierigsten unter Shakespeares Königsdramen berichten wird. Sein Thema: Beruf und Berufung: Schauspieler! Ein Termin steht momentan noch nicht fest.  

Von den »World wide web slums« des René Pollesch im Hamburger Schauspielhaus über die Kommissarin in »Mord mit Aussicht«, von der Berliner Volksbühne zum Wiener Burgtheater reicht das Spektrum der Schauspielerin Caroline Peters, die als Jelena in »Onkel Wanja« in Hamburg zu sehen sein wird. Die Festivalakademie lädt am 23. Oktober, 11.00 Uhr ins Schauspielstudio 3 ein zu einem Vortrag und Gespräch mit der Künstlerin zum Thema Schauspielformen: Performance oder Figur?