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12.04.2010 23:13 Alter: 7 Jahre

Festveranstaltung für Hermann Rauhe zum 80.

Am 12. April 2010 feierte die Hochschule für Musik und Theater Hamburg ihren Ehrenpräsidenten Hermann Rauhe mit einer großen Veranstaltung im Forum der Hochschule. Zu den Gratulanten zählten Kultursenatorin Karin von Welck, der Präsident des Deutschen Musikrates Martin Maria Krüger und selbstverständlich Hochschulpräsident Elmar Lampson, der in seiner Rede Hermann Rauhe als Botschafter der Musik würdigte:

"Hermann Rauhe steht an seinem 80. Geburtstag mitten im Leben als unermüdlicher Botschafter für die Musik. Das unfassbar weite Spektrum seiner Tätigkeitsfelder wird zusammengehalten durch sein durch und durch optimistisches, der Zukunft zugewandtes Wesen, seine Fähigkeit, Freundschaft zu schenken und zu pflegen, ausgleichend zu wirken und zu vermitteln und durch seinen gleichzeitigen nüchternen Pragmatismus, der nicht nur planen und voraussehen, sondern konkretisieren und machen will."

 

In seinen Dankesworten verriet Hermann Rauhe in der ihm unvergleichlichen Art sein großes Geheimnis: "Ich habe nie gearbeitet, sondern bin nur meinem Vergnügen nachgegangen - mit Begeisterung, Hingabe und Leidenschaft."

 

Im Anschluss überreichte ihm Reinhard Flender, Direktor des von Hermann Rauhe initiierten Instituts für kulturelle Innovationsforschung (IKI) an der Hochschule, die Festschrift "Innovation aus Tradition". Diesen Lebensgrundsatz hat Hermann Rauhe in seinem vielseitigen beruflichen Leben als Wissenschaftler, Pädagoge, Hochschulpräsident, Kulturmanager und Komponist stets praktiziert. Er ist der rote Faden, der sich durch die Festschrift zieht und den alle 40 Autoren bezogen auf ihr eigenes Berufsumfeld reflektieren.

 

Weitere Wegbegleiter traten zu Ehren von Hermann Rauhe auf: Dieter Glawischnig, mit dem Hermann Rauhe Jazz und Pop an die Hochschule holte, brachte ihm ein Geburtstagsständchen, und Friedrich Loock zeichnete die Anfänge von Kultur- und Medienmanagement bis zum heutigen Institut nach.

 

Zu später Stunde erfreute Roland Salchow, Staatsrat der Behörde für Wissenschaft und Forschung a.D., die Gäste mit launigen Betrachtungen aus gemeinsamen Zeiten mit Hermann Rauhe.

 

Hintergrundinformationen

Die Hochschule und ihren Ehrenpräsidenten Hermann Rauhe verbindet eine enge Beziehung: Beide feiern in diesem Jahr einen runden Geburtstag und Herman Rauhe hat die Hochschule in den 60 Jahren ihres Bestehens über 26 Jahre geleitet und geprägt. Mit einer Amtszeit von 1978 bis 2004 war Hermann Rauhe einer der dienstältesten Hochschulpräsidenten Deutschlands.

Schon seit 1960 unterrichtete Hermann Rauhe an der Hochschule, zuerst als Lehrbeauftragter, dann als Professor, Schulmusikabteilungsleiter, Fachbereichssprecher und Stellvertretender Direktor (während der Experimentierphase). Auch seine Frau Annemarie studierte ab 1960 an der Hochschule, heute sind sie seit 47 Jahren verheiratet.

 

Der beeindruckende Lebenslauf dieser großen Persönlichkeit, seine Publikationen, die ungezählten Ehrungen, die ihm zugedacht wurden, würden diesen Rahmen sprengen. Stattdessen sei hier auf seine Website unter

www.hermannrauhe.de/startseite/biographie.htm

verwiesen.

 

 

Highlights aus 26 Jahren Präsidentschaft

 

Seit 1978 Hochschulpräsident

Hermann Rauhe leitete die Hochschule für Musik und Theater Hamburg von 1978 bis 2004. Während seiner 26-jährigen Präsidentschaft hat die Hochschule ein spezifisches Profil entwickelt: Zukunftsweisende Innovationen und die bestmögliche Ausbildung der Studierenden sind Hermann Rauhe von Anfang an ein besonderes Anliegen gewesen.

 

- Profi im Aufbau von Netzwerken

Er schuf eine der wesentlichen Voraussetzungen für diese Entwicklung der Hochschule durch den Aufbau und die Pflege eines umfassenden Beziehungsnetzwerkes mit den wichtigsten Institutionen und Partnern aus der Kultur- und Medienszene, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

 

- Besonders innovationsfreudiger Hochschulpräsident:

In der Amtszeit Hermann Rauhes wurden zahlreiche wichtige Projekte verwirklicht:

 

1. Neue Bauten und Ausstattung

1.1 Eröffnung des zweiten Neubauabschnittes mit dem Kultur- und Medienzentrum "Forum", einem professionell ausgestatteten Theater mit 460 Plätzen mit modernster Bühnentechnik und Lichtstellanlage (1986).

 

1.2 Cafeteria "Belcanto"

1987 mit Hilfe der Franz Wirth-Gedächtnis-Stiftung eingerichtet.

 

1.3 Mendelssohn-Saal

Restaurierung des prachtvollen historischen Kammermusiksaals der Hochschule mit Hilfe der Hochschulstiftung, der Commerzbank ?Stiftung und der Behörde (1995).

 

1.4 Mensa

Einrichtung einer Mensa, mit der die Hochschule gleichzeitig erstmalig über einen Kommunikations- und Aufenthaltsraum für Studierende und Mitglieder des Lehrkörpers verfügt (1996).

 

1.5 AV-Medienzentrum

Ausstattung mit neuer Technik für die Produktionsregie für 1,6 Millionen DM unter Mitfinanzierung des Bundes (1996)

 

1.6 Baubeginn des Bibliotheksgebäudes auf dem Parkplatz an der Milchstraße

Die Grundsteinlegung für das neue Bibliotheksgebäude, das von Frau Prof. Dr. h.c. Hannelore Greve gestiftet wurde, fand am 1. April 2003 statt. Durch das Gebäude wurden vier große historische Räume frei, deren Restaurierung von der Stifterin finanziert wurden.

 

2. Rückbenennung des Altbaus der Hochschule in "Budge-Palais" (1993)

 

3. Internationale Hochschulbeziehungen

im Rahmen der EU-Programme mit 16 Partnerhochschulen, Kooperationsverträge mit den Hochschulen in St. Petersburg, Bromberg (Polen) und Bukarest, Tage der Europäischen Musik.

 

4. Lehre und Forschung - Spezifisches Profil durch besondere Studienangebote:

Zu den wichtigsten Neuerungen gehörten die

4.1 Einrichtung der hochschulübergreifenden Studiengänge Schauspieltheater- und Musiktheater-Regie zusammen mit der Universität Hamburg

4.2 Einrichtung der innovativen Studiengänge Jazz und jazzverwandte Musik, Popularmusik, Musiktherapie und Kultur- und Medienmanagement

4.3 Einführung medienbezogener Lehrangebote, z. B. die Kompaktkurse "Musik und darstellende Kunst in den audiovisuellen Medien" im Studio Hamburg 1978 bis hin zur Bildung der Fachrichtung "Musik- und Medientechnologie"

4.4 Einführung des neuen praxisbezogenen und kunstorientierten Promotionsverfahrens zum Doktor der Musikwissenschaften

4.5 Gründung einer Forschungs- und Beratungsstelle Musikmedizin

4.6 Einführung von Wahlbereichen zur Ergänzung der künstlerischen Ausbildung (in den Bereichen Musikpädagogik, Musik- und Medientechnologie, Musikwissenschaft und Kultur- und Medienmanagement)

4.7 Einrichtung eines Arbeitsbereiches für Mikrotonales Komponieren, Elektronische und Computermusik

4.8 Einrichtung des Studienschwerpunktes Elementare Musikpädagogik

4.9 Gründung des Hasse-Instituts an der Hochschule

4.10 Einführung neuer weiterbildender Studiengänge wie Neue Kompositionstechniken und Chordirigieren.

 

5. Erste Stiftungsprofessur der Hochschule (für Kultur- und Medienmanagement, 1998), finanziert durch die Zeit - Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

 

6. Hochschule als Mittlerin zwischen Studium und Praxis - Externe Veranstaltungen

6.1 Der Praxisbezug der Ausbildung wurde und wird durch enge Kooperationen mit den hamburgischen Kulturinstitutionen wie Orchestern, Chören, Theater- und Opernhäusern, Kirchen, Museen etc. gewährleistet.

6.2 Im Rahmen des Externen Veranstaltungswesens gewinnen Studierende frühzeitig Podiumserfahrung. Ganze Konzertreihen sind inzwischen fester Bestandteil im kulturellen Leben Hamburgs wie z.B. "Musik und Lyrik im Botanischen Garten", und "Klang & Form" im Ernst-Barlach-Haus,

6.3 Darüber hinaus bietet sich die Hochschule als Partnerin für eine Vielzahl künstlerischer Veranstaltungen und musikalischer Umrahmungen zu allen Anlässen an.

 

7. Ausstrahlung der Hochschule auf die Hamburger Kulturszene - Junges Forum Musiktheater

Die Hochschule bestreitet pro Jahr ca. 300 Veranstaltungen und ist damit eine der größten Musikveranstalterinnen in Hamburg und Umgebung. In der Veranstaltungsreihe "Junges Forum Musiktheater" werden pro Spielzeit ca. 8-10 Operninszenierungen auf die Bühne gebracht, in der die Studierenden der verschiedensten Fachrichtungen zusammenwirken.