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20.05.2010 11:32 Alter: 7 Jahre

Hamburger Komponist erhält 55. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart

Der 55. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2010 geht zu gleichen Teilen an Leopold Hurt aus Hamburg für sein Werk "Erratischer Block" (2006) und Ansgar Beste aus Münster für sein Werk "Rituel Bizarre" für präpariertes Streichorchester (2008/2009). Beide erhalten ein Preisgeld in Höhe von 6000 Euro. Diese Entscheidung traf gestern die für die Vergabe des Preises eingesetzte Jury.

Das Preisträgerkonzert und die Übergabe der Urkunden erfolgen im Rahmen des Festivals Neue Musik Stuttgart ECLAT im Februar 2011. Um den 55. Kompositionspreis hatten sich 15 Komponistinnen und 70 Komponisten mit insgesamt 165 Werken beworben.

 

Die Stadt Stuttgart schreibt den Kompositionspreis seit 1955 jährlich aus. Ziel des Wettbewerbs ist es, Komponistinnen und Komponisten zu fördern und ihnen und der zeitgenössischen Musik den Weg ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu ebnen. Der Kompositionspreis ist mit insgesamt 12 000 Euro dotiert. Der Preis kann in bis zu zwei Teilen vergeben werden.

"Der Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart ist Deutschlands ältester Preis für Komponisten Neuer Musik", so die Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann. Preisträger waren unter anderem Helmut Lachenmann, Peter Ruzicka, Aribert Reimann, Younghi Pagh-Paan und Adriana Hölszky. "Diese Namen", betont Eisenmann, "verdeutlichen, dass die Jury über die Jahre hinweg ein gutes Gespür dafür hatte, große Talente aus der Fülle der Bewerberinnen und Bewerber herauszufiltern."

 

Leopold Hurt, geboren am 12. Februar 1979 in Regensburg, studiert seit 2004 bei Prof. Dr. Manfred Stahnke an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Hurt machte mit dem Musiktheater "MEDEA" nach Christa Wolf (Hamburg 2008) auf sich aufmerksam. Eine Reihe von Werken spiegelt seine Auseinandersetzung mit Klangdokumenten mitteleuropäischer Volksmusik wider, letzteres auch mit elektronischen und multimedialen Mitteln. Seine Werke wurden vom Ensemble Modern, dem Ensemble Integrales, dem Münchener Kammerorchester und dem Österreichischen Ensemble für Neue Musik interpretiert.

 

Als Instrumentalist erhielt Hurt unter anderem Engagements beim Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, beim Sinfonieorchester des WDR sowie beim Orchestra di Roma. Daneben wirkt er auch als Dirigent und trägt auf vielfältige Weise zur Integration der Zither im aktuellen Musikleben bei.

 

Hurt wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er den "Rauhe-Preis für Neue Kammermusik", den "Gustav-Mahler-Kompositionspreis" Klagenfurt und war ausgewählter Komponist beim Internationalen Kompositionsseminar der Ensemble Modern Akademie Frankfurt. 2003/2004 erhielt er ein Stipendium für einen Aufenthalt an der "Cite Internationale des Arts" Paris. Seit Oktober 2009 lebt und arbeitet er als Stipendiat des Freistaats Bayern im Internationalen Künstlerhaus "Villa Concordia" in Bamberg.