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04.02.2011 15:46 Alter: 6 Jahre

Hamburger Kompositionsstudierender erhält Stipendium im Künstlerhaus Lauenburg

Der brasilianische Komponist und Dirigent Daniel Moreira, der an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg im Masterstudiengang Komposition bei Prof. Dr. Manfred Stahnke studiert, hat eines der begehrten Künstlerstipendien im Künstlerhaus Lauenburg errungen.

Aus 151 Bewerbungen von Kanada bis Südkorea wurden fünf Stipendiaten aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Komposition ausgewählt, und Daniel Moreira ist einer der Glücklichen.

 

Moreira dazu: "Was mich an diesem Projekt besonders reizt, ist vor allem seine Interdisziplinarität und die Gelegenheit, mich mit anderen Künsten bzw. Künstlern vertraut zu machen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Dafür habe ich ein Projekt für Musiktheater konzipiert, das eine enge Verbindung mit Literatur hat (z.B. durch die Entwicklung einer neuen Sprache, sowie das Verfassen eines Märchens).
Ich werde den Schaffensprozess von anderen Künstlern, die mit sehr unterschiedlichen Medien arbeiten (z.B. mit Semantik, Bildern, Videos) live miterleben können und mit meinen eigenen Prozessen zu vergleichen. Solche direkten Kontakte drängen uns immer, über unser eigenes Metier zu reflektieren, um hoffentlich unerwartete, erfrischende Lösungen zu finden. 
Zudem stellt dieser künstlerische Aufenthalt eine ideale - aber utopische - "Oase" dar. Nur selten hat ein Künstler die Chance, sich nur dem Kunstschaffen zu widmen, ohne sich um das "alltägliche" Leben kümmern zu müssen. Solche temporäre Distanzierung kann als ein Anreiz dazu dienen, originäre Antworten zu wagen." 

 

Daniel Moreira,

geboren 1984 in Brasilien, ist Komponist und Dirigent zeitgenössischer Musik. Er studierte Physik und anschließend Komposition an der Universidade Federal do RS in Brasilien, und ab 2007 an der University of Texas at Austin, USA. 

 

Seine Kompositionen umfassen eine breite Palette von Besetzungen, von z.B Solo, Duos, Trios, über elektroakustische und interaktive Musik bis hin zu großen Kammergruppen und Orchester. Seine Werke wurden in den USA, Europa, Australien und Lateinamerika zur Uraufführung gebracht und in namhaften Festivals und Orten gespielt, wie z.B. in der Akademie der Künste Berlin, ISCM World New Music Days, Wet Ink Concert Series, Darmstädter Ferienkurse für neue Musik, Donaueschinger Musiktage Next Generation, Festival Contemporâneors. 

 

Als Dirigent besuchte Daniel Kurse in den USA bei Robert Carnochan, in Deutschland bei Lorenz Nordmeyer (an der HfMT Hamburg) und in Italien bei Michael Luig. Beim Dirigieren liegt sein Interesse hauptsächlich auf dem Kammermusikrepertoire zeitgenössischer Musik.

 

Im musikwissenschaftlichen Bereich arbeitete Daniel als Forscher in Interaktivmusik. Seine Software „DFM Granuloma“ für Echtzeit-Klangverarbeitung wurde mit dem ersten Forschungspreis der UFRGS ausgezeichnet.