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05.07.2012 13:54 Alter: 4 Jahre

Hamburger Lehrpreis 2012 vergeben

Marc Aisenbrey und Jörn Dopfer sind die Preisträger des Hamburger Lehrpreises 2012 an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Marc Aisenbrey

Jörn Dopfer

Im Rahmen einer Feierstunde verlieh Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt am 5. Juli 2012 den mit 10.000 Euro dotierten Hamburger Lehrpreis 2012 auch an zwei Professoren der Hochschule für Musik und Theater Hamburg: Marc Aisenbrey (Professor für Sprechbildung) und Jörn Dopfer (Professor für Gesang).

Die Hochschule hatte beschlossen, für 2012 den Preis zu teilen, so dass nun zwei herausragende Lehrende geehrt werden konnten. Ausgezeichnet wurden bei beiden innovative Lehrleistungen und die ausgeprägte Fähigkeit, Begeisterung bei ihren Studierenden zu wecken.

 

Beide Preisträger empfanden Freude und Stolz über diese Auszeichnung: Marc Aisenbrey dazu: "Am liebsten würde ich den Studierenden meinerseits den Hamburger Studentenpreis verleihen, wenn es ihn dann gäbe!" Und Jörn Dopfer freute sich besonders, dass "meine Studierenden, die aus den unterschiedlichsten Studiengängen kommen, wie der Schulmusik, dem Gesang, der Elementaren Musikpädagogik und der Kirchenmusik, alle zusammen unsere gemeinsame Arbeit zum Anlass nahmen, mich für den diesjährigen Lehrpreis vorzuschlagen."

 

 

Marc Aisenbrey unterrichtet als Professor für Sprechbildung überwiegend Schauspielstudierende, für die Sprechbildung ein wesentliches Element ihrer Ausbildung ist, aber auch Studierende der Studiengänge Schulmusik, Gesang und Regie.

Sein Unterrichtsstil ist von pädagogischem Eros und der Liebe zu den Inhalten seines Faches geprägt. Darüber hinaus sind seine Unterrichte für die Studierenden besonders anregend, da er als zusätzlich ausgebildeter Sänger auf innovative Weise musikalische Elemente (Dynamik, Melodie und vor allem Rhythmus) auch in der Sprechbildung nutzt. Dies ist für die Musikstudierenden äußerst hilfreich, für die Schauspielstudierenden horizonterweiternd. Bei seinem ganzheitlichen Begriff von Stimm- und Sprechtraining wird der ganze Körper als Instrument begriffen. Beide Aspekte wirken in hohem Maße motivierend auf die Studierenden: die Wissensvermittlung ist lebendig, sinnlich - und macht Spaß.

Besonderes Augenmerk lenkt Aisenbrey auf den Praxisbezug: Mit jedem Schauspieljahrgang konzipiert er ein künstlerisches Sprechprogramm, welches sowohl in der Hochschule als auch an mittlerweile vier Auftrittsorten außerhalb der Hochschule aufgeführt wird. Praktische Erfahrungsfelder sind außerdem von Aisenbrey betreute Lesungen, die Betreuung von Produktionen mit Studierenden am Thalia Theater und am Deutschen Schauspielhaus - und nicht zuletzt die Vorbereitung für das Sprechen am Mikrofon:

In enger Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen ermöglicht Aisenbrey seinen Studierenden eine Fülle interdisziplinärer Erfahrungen und Projekte, wie z. B. bei den Musikalischen Salons der Hochschule und der Zusammenarbeit mit der Jazzabteilung für das Elbjazzfestival.

 

Jörn Dopfer unterrichtet als Gesangspädagoge Studierende aller Studiendekanate, Vernetzung und Austausch zwischen den Fachdisziplinen liegen ihm sehr am Herzen. Als Fachleiter Gesang am Institut für Schulmusik genießt er unter Studierenden und Kollegium ein gleichermaßen hohes Ansehen.

Der Erfolg seiner didaktischen Arbeit beruht auf seinem großen Wissens- und Erfahrungsschatz sowie außergewöhnlicher Intuition und Empathie. Die Studierenden schätzen an ihm seine Offenheit für neue Impulse, er fördert maßgeblich offene und kommunikative Lernformen wie Team-Teaching oder Klassenstunden. Wie sehr er seine Studierenden wertschätzt und ihnen auf Augenhöhe begegnet, zeigte sich zuletzt in der gefeierten Inszenierung von Henry Purcells "Dido und Aeneas" im Dezember 2011, wo er mit Studierenden und Absolventen seiner Klasse gemeinsam auf der Bühne stand. Seine an den einzelnen Studierenden angepassten Unterrichtsmethoden, sein breites Spektrum an Wissen über ganzheitliche Körpertechniken, seine Auseinandersetzung mit den psychologischen Voraussetzungen des Lernens, seine außergewöhnlich konzentrierte und fokussierte Arbeitsatmosphäre  - all dies motiviert die Studierenden zu intensiver eigener sängerischer Arbeit und nützt ihnen darüber hinaus in verwandten Bereichen wie Schauspiel, Sprecherziehung, chorischer Stimmbildung und eigenem Gesangsunterricht.

Durch seine intensive Auseinandersetzung und Zusammenarbeit mit der Trainerin für Lernmethodik Vera F. Birkenbihl und der niederländischen Gesangspädagogin Margreet Honig bildet er sich permanent weiter und studiert derzeit zusätzlich das Fach Psychologie an der Fernuniversität in Hagen.