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23.04.2012 07:31 Alter: 5 Jahre

Hamburger Musikerinnen umrahmen Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck

Ostseewoche: Musik schafft diplomatische Brücken: Auf Einladung des Auswärtigen Amtes beteiligen sich vier Musikerinnen der Hamburger Hochschule für Musik und Theater Hamburg mit einem innovativen Konzertbeitrag an der offiziellen Berliner Festveranstaltung zur diesjährigen 'Ostseewoche' am 24. April 2012:

Mariana Popova

Als musikalische Umrahmung der Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck stellte die Pianistin Mariana Popova, Lehrbeauftragte für Vokalbegleitung an der Hamburger Musikhochschule, einen zweiteiligen Liederzyklus zusammen, der Liedkompositionen aus allen am Ostseebund beteiligten Anrainerländern enthält. Ihre beiden Gesangspartnerinnen bei diesem ungewöhnlichen Konzertereignis sind Steinnun Skjenstad (Sopran) und Judith Thielsen (Mezzosopran), beide Studierende der Gesangsklasse Prof. Smits. Das eigens für diesen Anlass konzipierte Programm enthält überdies die Uraufführung einer Hamburgischen Liedkomposition: als Beitrag für ihr Heimatland  Lettland vertonte die ebenfalls an der HfMT unterrichtende Komponistin Ruta Paidere ein Gedicht in ihrer Muttersprache, das zum Genre der Meereslyrik zählt - so wie auch die übrigen Texte dieses Liederzyklus, die ausnahmslos in Originalsprachen gesungen werden und so ein klingendes Bild der vielfältigen Ostsee-Kulturen entstehen lassen.

 

 

Die Künstlerinnen

Die isländische Sopranistin Steinunn Soffia Skjenstad studierte nach  ihrem abgeschlossenen Gesangstudium an der isländischen Kunstakademie weiter in Helsinki an der Sibeliusakademie. 2008 kam Skjenstad nach Hamburg um im Studiengang Liedgestaltung an der HfMT-Hamburg zu studieren. Derzeit erweitert sie ihre musikalische Entwicklung in der Opernklasse der HfMT.

Skjenstad konzertierte in ganz Europa gebracht, und trat auch in Opernproduktionen auf. Sie errang zahhlreichen Preise in Wettbewerben in Finnland und Deutschland und nahm an Meisterkursen u.a. bei Margreet Honig, Julius Drake, Hartmut Höll, Ralf Gothóni, Elly Ameling, Helmut Deutsch und Axel Bauni teil.

 

Die Mezzosopranistin Judith Thielsen wurde 1988 in Norddeutschland geboren. Im Herbst 2008 begann sie ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, zunächst in der Klasse von Frau Prof. Turid Karlsen und später bei Prof. Geert Smits. 

 Erste Bühnenerfahrung sammelte sie in der Koproduktion „gehengehengehen- kein Theater nach Thomas Bernhard“ von der Opera Silens mit der Theaterakademie Hamburg. Mit dieser Produktion war sie im Jungen Forum Musik und Theater Hamburg und im Gasteig in München zu sehen .ImFebruar 2011 war sie mit Benjamin Britten's „ The Rape pf Lucretia“ , einer Koproduktion der HfMT Hamburg und der Hamburgischen Staatsoper, in der Opera Stabile zu sehen.

Judith Thielsen widmet sich intensiv dem Liedschaffen. Ihr breites Lied- und Konzertrepertoire wurde unter anderem bei Meisterkursen mit  Norman Shetler, Margreet Honig und Robert Holl vervollständigt.

Ihre rege Konzerttätigkeit als Konzert- und Liedsängerin führt Judith Thielsen durch ganz Deutschland. Sie gastierte u.a im Kieler Schloss, in der Liederhalle Stuttgart, in der Laeiszhalle in Hamburg und im Gasteig in München.So sang sie 2010  „ Lieder aus des Knaben Wunderhorn“ von Gustav Mahler in Hamburg mit dem Orchester der Hochschule für Musik und Theater unter der Leitung von Simone Young. 2011 erhielt Judith Thielsen den Masefield – Studienpreis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.und war mehrfache Preisträgerin beim 18. Internationalen Johannes-Brahms Wettbewerb in Pörtschach.

 

Ruta Paidere wurde 1977 in Tukums, einer kleinen lettischen Stadt an der Küste des baltischen Meeres geboren, wo sie auch ihre erste musikalische Ausbildung erhielt. Der weitere Weg führte sie nach Riga, wo sie im Jahr 1998 die musiktheoretische Ausbildung am renommierten Jázeps Medins Musikcollege abschloss. In dieser Zeit wurde sie mehrmals bei Wettbewerben junger lettischer Komponisten ausgezeichnet. 1998 folgte das Kompositions- und Musiktheorie-Studium, später das Studium der Klavierpädagogik an der Hamburger Musikhochschule. 2003 ergänzte sie ihre Ausbildung am Dartington College of arts in England und erhielt im gleichen Jahr den DAAD Preis.

R. Paideres Werke sind u. a. bei verschiedenen Festivals zeitgenössischer Musik aufgeführt worden, zum Beispiel beim "Budapester Spring", bei "Arena" in Riga, "Tenso days" in Berlin und "Musica" in Strasbourgh. Es entstanden Auftragswerke für die Kulturstiftung NRW und Deutschlandfunk Köln, den Radio Chor Riga, die Festivals "ADEvantgarde" und "Klangzeit Münster" oder die Sommerakademie für zeitgenössische Musik OPUS XXI. Sie schrieb auch Hörspiel-und Theatermusik und ist als Pianistin an vielen Aufführungen zeitgenössischer Musik beteiligt.

Seit 2007 ist Ruta Paidere Mitglied des lettischen Komponistenverbandes. Sie war Stipendiatin der Oscar und Vera Ritter und der Pro Musica Viva Stiftung. 2005 erhielt sie den Hermann und Annemarie Rauhe Preis für zeitgenössische Kammermusik und 2007 wurde sie mit dem Bach Preis-Stipendium der Stadt Hamburg ausgezeichnet.

Zurzeit unterrichtet Ruta Paidere an der Hamburger Musikhochschule und am Hamburger Konservatorium.