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28.09.2011 15:32 Alter: 5 Jahre

Hamburger Musiktherapie-Professorin erhält "The Missing Link" - Preis für Psychoanalyse 2011

Die Hamburger Psychoanalytikerin und Professorin am Institut für Musiktherapie der Hochschule Dietmut Niedecken und der Berliner Komponist Hauke Berheide erhalten gemeinsam den diesjährigen Preis The Missing Link des Psychoanalytischen Seminars Zürich (PSZ) für ihr Werk Epilog I - Winterstück.

Der Preis für den interdisziplinären Austausch mit der Psychoanalyse wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 5000 Schweizer Franken dotiert.
Mit Epilog I – Winterstück wird eine ganz außergewöhnliche Arbeit ausgezeichnet. Sie ist nicht nur reflektiertes Dokument, sondern konkretes Produkt eines transdisziplinären Austauschs zwischen der Psychoanalytikerin und dem Komponisten.

 

Der Preis und die Jury
Die ausgezeichneten Arbeiten wurden aus ca. 40 Bewerbungen ausgewählt, die u.a. aus den Bereichen Philosophie, Neurowissenschaften, Theologie, Bildende Kunst, Literatur, Musik, Film und Theater stammen. Die Jury setzte sich aus der Bremer Kulturwissenschaftlerin Insa Härtel, dem Chefredakteur der Fachzeitschrift PSYCHE, Bernd Schwibs, dem Kulturwissenschaftler und ehemaligen Kurator an der Zürcher Shedhalle, Sönke Gau, sowie der Psychoanalytikerin Barbara Langraf und dem Psychoanalytiker Olaf Knellessen vom PSZ zusammen.

Der Preis The Missing Link wurde 2007 anlässlich des 30-jährigen Bestehens des PSZ gestiftet. Erster Preisträger war der in Linz und Wien lehrende Kulturwissenschaftler Robert Pfaller. 2009 wurde die Auszeichnung an den Wiener Künstler Gregor Schmoll verliehen.

 

Das «Winterstück»

ist eine etwa 13-minütige Studie über das Volkslied «Es geht ein dunkle Wolk’ herein». Die Zusammenarbeit mit dem Komponisten konfrontierte die Analytikerin mit der Beziehung zur eigenen Mutter und zu einem Stück deutscher Vergangenheit. Der für die Psychoanalyse zentrale Begriff der Übertragung hat dabei sein Potential als stimulierende Ansteckung bewiesen, die sich in einer Weise entwickelte, wie sie – so heißt es für diese Zusammenarbeit sehr schön – nicht zu erwarten war.
Im Winterstück werden Fragmente eines alten Volksliedes zur Quelle einer modernen Komposition. „Im Zitieren“ – so der Komponist – „suche er dem Lied quasi Ungehörtes abzulauschen.“ Das Zitat ist umgekehrt Kernstück einer früheren Arbeit der Analytikerin, die sie nun wieder aufnimmt. So überkreuzen sich die unerhörten Teile der Geschichten und werden zum Hören gebracht: zum einen in der Komposition und zum andern im Verständnis einer Erinnerung aus Deutschlands Vergangenheit, die mit eben diesem Volkslied verwoben war.

 

Preisverleihung und interdisziplinäre Tagung zum Container
Der Preis wird am 10. Dezember 2011 im Kunstraum Walcheturm in Zürich verliehen. In diesem Rahmen wird auch die Komposition Epilog I – Winterstück von Hauke Berheide zur Aufführung kommen

 

 

Weitere Informationen unter

http://www.psychoanalyse-zuerich.ch/Preisverleihung-2011.239.0.html: