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23.06.2015 14:49 Alter: 1 Jahre

Haydns „Schöpfung“ mit Kammerchor und Kammerorchester der Musikhochschule Hamburg

26.06.15 │ 19:30 │ Hauptkirche St. Michaelis - 29.06.15 │ 19:30 │ Auferstehungskirche Lohbrügge

Kammerchor und Kammerorchester der Hochschule für Musik und Theater Hamburg präsentieren Joseph Haydns „Die Schöpfung“ am

 

Freitag, 26.06.15 19:30   

in der Hauptkirche St. Michaelis


Leitung: Prof. Ulrich Windfuhr
Einstudierung Chor: Prof. Cornelius Trantow
Solisten: Pia Salome Bohnert, Sopran
Timo Rößner, Tenor
Christian Lange + Immanuel Klein, Bariton


und

 

Montag, 29. Juni 2015 19.30 Uhr,

Auferstehungskirche Lohbrügge

Kurt-Adams-Platz 9, 21031 Hamburg

 

Leitung: Dirigierklasse Prof. Ulrich Windfuhr

Einstudierung Chor: Prof. Cornelius Trantow

Solisten: Julia Moorman, Sopran
Dustin Drosziok/ Timo Rößner, Tenor
Jia Liang Hu/ Felix Heuser / Immanuel Klein, Bariton.

 

Eintritt: € 8,-- , Schüler und Studierende: € 5,--

Studierende der Musikhochschule: € 3,--

 

 

Joseph Haydn: Die Schöpfung

Joseph Haydn (1732-1809), der neben Mozart und Beethoven zu den wichtigsten Vertretern der Wiener Klassik gehört, komponierte eine Reihe von Oratorien, von denen Il ritorno di Tobia (1775), Die Schöpfung (1796-1798) und die Jahreszeiten (1801) die bekanntesten sind.


Die Schöpfung gilt als Krönung seines kompositorischen Schaffens. Die Ursprünge des Werkes liegen im Dunkeln. Vermutlich stieß Joseph Haydn bei seiner zweiten Londonreise im Jahre 1795 auf einen englischen, angeblich noch für Händel bestimmten Text. Da er sich des Englischen nicht sicher genug fühlte, bat er Baron van Swieten um eine Übersetzung, welche die Grundlage des Librettos bilden sollte. Im Frühjahr 1798 wurde Die Schöpfung mit sensationellem Erfolg uraufgeführt. Eine breite Drucklegung führte zu einer Rezeption in ganz Europa. Schon bald wurde das Werk eine Säule des bürgerlichen Konzertlebens. Bis heute gilt Die Schöpfung als Begründer eines neuen Oratorientypus, der das gesamte 19. Jahrhundert maßgeblich prägte


Ein ungewöhnlicher Siegeszug für ein ungewöhnliches Werk: Anders als in der Oratorien-Tradition üblich, finden sich in der Schöpfung weder eine dramatische Handlung noch ein tragischer Konflikt. Auch die Möglichkeit des Mitempfindens bleibt dem Zuhörer für lange Zeit verwehrt, treten Adam und Eva, als menschliche Identifikationsfiguren, doch erst zum Schluss des Werkes auf. Stattdessen besticht Haydns Oratorium durch klangmalerisch mit äußerster Phantasie gezeichnete Naturschilderungen, welche dem Werk volkstümliche Züge verleihen. Mit Adam und Eva entwickelt Haydn zudem ein Humanitätsideal, welches in den Schilderungen des Liebesglücks des unschuldigen Paares trotz aller Erhabenheit eine kokette und buffonistische Stimmung erzeugt. Es ist der Gegensatz zwischen dem Volkstümlichen und dem Erhabenen, der entscheidend zum Erfolg dieses ungewöhnlichen Oratoriums beigetragen hat. Bereits Ende des 18.Jahrhunderts begann sich eine Säkularisierung des Oratoriums bemerkbar zu machen, eine Entwicklung, die im 19. Jahrhundert an Bedeutung gewann. Oratorien wurden mehr und mehr in Konzertsälen statt in Kirchen aufgeführt, sie wurden als von der Kirche losgelöste, eigenständige Kunstwerke verstanden.
Haydns Schöpfung, die mit weltlicher Sprache von geistlichen Themen erzählt, traf aufgrund der ihr eigenen Ambivalenz den Nerv eines sich im Umbruch befindlichen Gattungsverständnisses.