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04.04.2008 15:22 Alter: 9 Jahre

"hin und weg" - Hamburger Studierende zum dritten Mal auf der Münchner Biennale 2008

Aufführungen am 27., 28. und 29. April 2008 in der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

"hin und weg"

Im Jahr 2008 steht die Biennale unter dem Motto "Fremde Nähe". Davon ausgehend haben sich vier Studierende der Kompositionsklassen der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (Martin von Frantzius, Peter Nikolaus Häublein, Eunyoung Kim und Felix Leuschner) mit vier Regiestudierenden der Theaterakademie der Hochschule (Jan Eßinger, Alexander Keil, Maria Popara und Felix Seiler) zusammengetan. Mit Hilfe des Dramaturgen Wolfgang Willaschek wurden sehr unterschiedliche Konzepte entwickelt, die unter dem Übertitel "hin und weg" zu einem Musiktheaterabend verschmelzen.

 

Nach der Kollektivoper "Über Frauen über Grenzen" (2000) unter der Leitung von Peter Michael Hamel und Jörg Widmanns "Monologe für zwei" (2002) ist dies der dritte Beitrag der Hochschule für Musik und Theater Hamburg für die Münchener Biennale.

 

Musikalische Leitung: Tobias Engeli

Bühne und Kostüme: Marina Hellmann

Es spielt das ENSEMBLE 21 der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Die Gesamtleitung liegt bei Frank Böhme, Albrecht Faasch, Fredrik Schwenk und Peter Michael Hamel.

 

Insgesamt wird es fünf Aufführungen in München und Hamburg geben:

München

Uraufführung, Di 22. April, 20 Uhr

Weitere Vorstellung: Mi 23. April, 20 Uhr,

Akademietheater im Prinzregententheater

 

Hamburg:

27., 28. und 29. April 2008, 20 Uhr

Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

 

Der Musiktheaterabend "hin und weg" wird eröffnet mit "Krieg ohne Schlacht" - von Felix Leuschner und Alexander Keil. Ein Tenor und ein Cello präsentieren mehrere Lieder nach Texten von Heiner Müller, in deren Zentrum die Gefühlswelt eines um seinen verstorbenen Vater trauernden jungen Mannes steht. Die parallel ablaufenden gegensätzlichen Empfindun-gen verkörpern die beiden Musiker in einem lebendigen Wechselspiel und gipfeln in einem Kampf zwischen Sehnsucht und Wut, Liebe und Hass. Plötzlich offenbart sich eine Welt, in der Sänger und Figur eins werden und sich sämtliche Realitäten verschieben.

 

Einen ganz anderen Weg beschreitet das Duo Peter Nikolaus Häublein und Felix Seiler. "Furcht", so der Titel ihres Stückes, beschreibt den Ausbruch dreier Menschen aus ihrem drögen Alltag. Der Ort: Ein graues Forschungslabor. Darin 2 Männer und eine Frau. Zwischen rätselhaften Landkarten, Essensvorräten, einbrechendem Wasser und ausweichenden Blicken, baut sich eine Spannung auf, die auf Entladung wartet. Da flackert das Licht und die Sehnsucht von Abenteuer und Ferne ist plötzlich nur noch eine Schublade entfernt. Im Stil einer kruden Abenteuererzählung schicken die beiden ihre Figuren schließlich sogar bis an den eisigen Rand der Welt. Doch selbst dort sind sie vor hausgemachten Konflikten nicht gefeit und jeder Traum hat eine Schattenseite, manchmal sogar eine blutige.

 

"MinutenSpuren", so der Titel des Teams von Eunyoung Esther Kim und Jan Eßinger (dramaturgische Mitarbeit von Kristina Prause) beschäftigt sich mit dem Umgang von "Lebens-Zeit", mit der Frage danach, wie und wann scheinbar ferne Zeit ganz nah wird. Betrachtet wird die Gestaltung der eigenen Zeit und wie der Mensch mit Erinnerungen umgeht. Die zentrale Frage lautet: Was will ich? Auf der Suche nach einer Antwort begibt sich die Protagonistin Anna auf eine unbestimmte Reise. Sie begegnet ihren Erinnerungen, löst sich aus dem Hier und Jetzt, um in einen phantastischen und zeitlosen Raum einzutauschen.

 

Martin von Frantzius und Maria Popara haben als Grundlage für ihre gemeinsame Arbeit "Orangen" Texte aus "Das Leben an der Praca Roose-velt" von Dea Loher herangezogen. Schuld, Verzweiflung, Selbstzerstörung, Gewalt, aber auch Liebe, die Einsicht, am Leben zu sein, überleben zu können, bestimmen den Text. Eine Sängerin und ein Schauspieler sind die Hauptpersonen des Stücks. Die Kommunikation geschieht ausschließlich über Monologe, die aber versteckte Dialoge darstellen, da sie, wenn auch fast unmerklich, aufeinander eingehen, interagieren. Die Musik greift dies auf und möchte die Extreme zusammenführen: Neben den Gefühlen der Trauer, des Hasses auf die Mörder des Sohnes, der Wut auf die Unfähigkeit des Mannes, ist in der Frau eine Empfindung am stärksten: die verzweifelte Liebe einer Mutter.