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20.09.2006 10:57 Alter: 10 Jahre

Historische Bibliotheksräume der Musikhochschule eingeweiht

Hannelores Greves doppeltes Geschenk an die Hochschule

Präsident Elmar Lampson freute sich gestern über das doppelte Geschenk, welches Frau Prof. Dr. h. c. Hannelore Greve der Hochschule gemacht hat: Vor gut einem Jahr überreichte die edle Stifterin ihm symbolisch den Schlüssel für das neue Bibliotheks- und Lehrgebäude der Hochschule – gestern wurden nun die aufwändig restaurierten historischen (ehemaligen) Bibliotheksräume der Hochschule in einem feierlichen Akt eingeweiht, der von dem Evrus-Trio der Hochschule musikalisch begleitet wurde.

 

Prof. Elmar Lampson hob das außerordentliche Engagement und das besondere Interesse der Mäzenin an der Arbeit der Musikhochschule hervor: „Die Bibliotheksräume erstrahlen nicht nur in wunderschönem neuem Glanz, sie verbessern auch die Raumsituation der Hochschule erheblich – gerade Räume dieser Größenord-nung gab es bisher viel zu wenig in der Hochschule.“

 

Kultursenatorin Prof. Dr. Karin v. Welck:

"Ich danke der Mäzenin Frau Prof. Greve sehr herzlich für die großzügige Unterstützung, durch die die historischen Bibliotheksräume für Vorlesungen und Seminare der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden konnten. Zudem ist mit dem mittleren Saal ein ausgezeichneter Ort für Kammermusik-Veranstaltungen entstanden. Das vorbildliche Engagement von Frau Prof. Greve belegt einmal mehr, dass Hamburg eine Stadt mit großem Bürgersinn ist."

 

Dr. Roland Salchow, Staatsrat der Wissenschaftsbehörde:

"Die neue und die alte Bibliothek: Zusammen unterstreichen sie das Besondere dieser Hochschule, alte Kunst und neue Kunst an Studierende weiterzureichen. Alt und Neu machen das Ganze.“

 

Prof. Dr. Hermann Rauhe, Ehrenpräsident der Hochschule:

„Die Einweihung der historischen Räume ist eine Sternstunde an der Milchstraße. Ich danke Hannelore Greve für die Finanzierung und die liebevolle und kompetente Betreuung der Restaurierung.“

 

Repräsentationsräume, Schauspielunterrichtszimmer und Bibliothek

Das Gebäude der heutigen Musikhochschule wurde 1887 nach Entwürfen des Hamburger Architekten Martin Haller erbaut und im Jahr 1900 durch Henry und Emma Budge erworben. Bis 1909 wurde es insbesondere nach den Vorstellungen Emma Budges sehr umfangreich umgebaut und eingerichtet. In dieser Zeit entstanden auch Innenausstattung und Dekoration der historischen Bibliotheksräume.

 

Zu Zeiten Henry und Emma Budges als „Wohnzimmer“, „Salon“ und „Bücherei“ genutzt, wurden die Räume nach Einzug der Musikhochschule Unterrichtszimmer der Schauspielabteilung, in denen Edu und Anne Marks ihre Schauspielstudierenden ausbildeten, bis dann in späteren Jahren die Bibliothek der Hoch-schule hier ihren Platz fand.

 

Nunmehr sollen die drei großen Räumlichkeiten für Vorlesungen und Seminare aller Bereiche genutzt werden, der größte mittlere Raum wird auch für Kammermusikveranstaltungen und andere herausgehobene Anlässe zur Verfügung stehen.

 

 

Aufwändige Restaurierungsarbeiten und „Wiederentdeckungen“

Zu den „Wiederentdeckungen“ anlässlich der Restaurierungsarbeiten zählen der bisher völlig verdeckte Marmorboden im „Wintergarten“ des Salons, Reste alter bisher übermalter Wandbespannungen und insbesondere das Gemälde über dem Kamin in der Bücherei.

In allen drei Räumen – insgesamt 234 qm - wurden aufwändige Restaurierungsarbeiten vorgenommen, die historische Raumaufteilung wiederhergestellt. An den Decken und Wänden wurden allegorische Figuren, Putti, Akanthusblattgirlanden und Eierstabzierleisten von dicken Farbschichten befreit. In den beiden äußeren Räumen wurden neue Wandbespannungen nach historischem Vorbild angebracht, die alten Parkettböden mit umfangreichen Maßnahmen wiederhergestellt und die Marmorverkleidungen aufgearbeitet.