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05.06.2010 20:46 Alter: 7 Jahre

Hochschule für Musik und Theater wird 60! - Großes Geburtstagskonzert mit Simone Young -

Sechzig Jahre - sechzig Veranstaltungen heißt das Motto, unter dem die Hochschule für Musik und Theater Hamburg dieses Jubiläum während des ganzen Jahres 2010 feiert. In Konzerten, Opern- und Theateraufführungen, Vorträgen und Symposien wird das ganze Spektrum der Hochschularbeit präsentiert.

 

Die Geburtstagsfeier der Hochschule wurde am 5. Juni offiziell mit einer Ansprache von Hochschulpräsident Elmar Lampson und Senatorin Dr. Herlind Gundelach eröffnet.

 

Elmar Lampson wünschte sich für seine "Alsterphilharmonie", "dass wir international zu den besten Musikhochschulen gehören - das außerordentlich reiche Jubiläumsprogramm dürfte eindrucksvoll belegen, dass wir auf einem guten Weg dahin sind; z. B. bringt die Theaterakademie Mozarts Don Giovanni auf die Bühne, im Wintersemester wird es eine bisher einmalige Reihe von Meisterkonzerten mit Professorinnen und Professoren der Hochschule geben, anlässlich des 200. Geburtstags von Robert Schumann gibt es vier Schumann-Salons, Haydns Die Jahreszeiten erklingen und vieles andere mehr?"

 

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach erinnerte an die Anfangsphase der Hochschule: "Mit der Gründung einer "Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg" im Jahr 1950 hat eine einzigartige Entwicklung eingesetzt. Seit dieser Zeit wird in Hamburg eine künstlerisch-wissenschaftliche Ausbildung in allen klassischen Bereichen der Musik und des Theaters geboten, die inzwischen international höchste Anerkennung genießt. Aber auch in stärker wissenschaftlich geprägten Bereichen wie Musikpädagogik, Musikwissenschaft, Musiktherapie oder Kultur- und Medienmanagement hat die Hochschule sich erstklassige Kompetenzen erarbeitet. Ich gratuliere den Lehrenden, den Forschenden, den Studierenden und allen Mitarbeitern sehr herzlich zum runden Geburtstag und wünsche ihnen weiterhin den verdienten Erfolg."

 

Das große Geburtstagskonzert mit dem Hochschulorchester der Hochschule fand unter der Leitung von Simone Young statt. Auf dem Programm standen Arnold Schönberg ("Notturno für Streicher und Harfe"), Gustav Mahler (Lieder aus "Des Knaben Wunderhorn") und Robert Schumann ("Symphonie Nr. 2").

 

Simone Young, Professorin an der Hochschule für Musik und Theater, dazu: "Das Engagement und Talent, welches die jungen Musikerinnen und Musiker in die Arbeit einbringen, ist sehr beeindruckend. Wir haben gemeinsam neue Wege in der Musik gefunden und alle davon sehr viel gelernt."

 

 

Hintergrundinformationen

 

Hochschulpräsident

Elmar Lampson leitet die Hochschule seit 2004, ist im Amt bestätigt bis 2016. Sein Leitbild "Künstlerische Exzellenz in gesellschaftlicher Verantwortung" ist prägend für alle Bereiche der Hochschule. Unter seiner Ägide hat die Hochschule den Bologna Prozess vollzogen und praxisnahe Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt. Es wurden neue Studiengänge wie die Master Kammermusik, Liedgestaltung und Jazzkomposition eingeführt. Ein neues Konzept für den Veranstaltungsbereich wurde entwickelt - die Hochschule ist mit über 300 Veranstaltungen im Jahr ein wesentlicher Kulturträger in Hamburg -, das einzigartige Projekt "Jedem Kind ein Instrument" in das Ausbildungskonzept der Hochschule integriert, die Andreas Franke Akademie für hochbegabte Juniorstudierende eingerichtet, die ersten internationalen Studiengänge im Bereich Orgel (mit der Musikhochschule Groningen) und Komposition (mit der Musikhochschule Lyon) installiert. Seit kurzem gibt es ein Querschnittsdekanat "Zwoelf", in welchem - Lampson besonders am Herzen liegend - u. a. der neue Master Musikvermittlung und das studium fundamentale angesiedelt sind. Die Studierenden werden intensiv im neuen Career Center der Hochschule betreut.

 

Geschichtliches

Hajo Hinrichs, von 1969 bis 1978 Leiter der Hamburger Musikhochschule , erinnert sich in einer Denkschrift anlässlich der Eröffnung des Neubaus 1986: ?Es ist ein Unikum, dass man bis zum Jahre 1942 in Hamburg, der immerhin zweitgrößten deutschen Stadt, sich nur auf privatem Wege, bei einzelnen Privatmusiklehrern oder in Privatkonservatorien weiter- und ausbilden konnte."

Das von Hajo Hinrichs zitierte Privatkonservatorium war allerdings eines der re-nommiertesten und am besten ausgestatteten, das "Vogt?sche Konservatorium". Dieses wurde 1942 von der Stadt als "Schule für Musik und Theater der Freien und Hansestadt Hamburg" übernommen. Zu seinem Leiter wurde der Hamburger Komponist Ernst Gernot Klussmann berufen, der bis dahin als Dozent an der Staatlichen Musikhochschule in Köln tätig gewesen war. Erst 1950 wurde die Staatliche Hochschule für Musik eingerichtet, am 13. April begann der Semester-betrieb. Als erster Direktor wurde Professor Philipp Jarnach verpflichtet; Stellvertre-ter wurde Professor E.G. Klußmann. Die drei Hauptabteilungen (künstlerische, berufliche und pädagogische Ausbildung) wurden von den Professoren Klußmann, Ditzel und Jode geleitet.

Verschiedene Jahre war die Hochschule über die Stadt verstreut in angemieteten Räumen untergebracht, ein Teil des Unterrichtsbetriebes fand im Curio-Haus in der Rothenbaumchaussee oder in der St. Anscharhöhe statt. Erst 1956 konnte die Hochschule in das Budge-Palais in der Milchstraße einziehen. In den 70er Jahren folgte der erste Neubau, 1986 der zweite mit dem Forum, und schließlich 2003 die neue Bibliothek.

Auf Philipp Jarnach folgten 1959 Wilhelm Maler und 1969 Hajo Hinrichs als Direk-toren der Hochschule. Während der 26-jährigen Präsidentschaft von Hermann Rauhe (von 1978 ? 2004) hat die Hochschule ein spezifisches Profil entwickelt: Zukunftsweisende Innovationen und die bestmögliche Ausbildung der Studierenden sind ihm von Anfang an ein besonderes Anliegen gewesen. Seit 2004 leitet Elmar Lampson die Geschicke der Hochschule, seine zweite Amtszeit geht bis 2016.

 

Ausbildung in Musik, Theater und Wissenschaft

Die Hochschule bietet eine künstlerisch-wissenschaftliche Ausbildung in allen klas-sischen Bereichen der Musik und des Theaters, aber auch in stärker wissenschaft-lich geprägten Bereichen wie Musikpädagogik, Musikwissenschaft, Musiktherapie oder Kultur- und Medienmanagement an. In der 2005 neu gegründeten Theater-akademie werden Regisseure für Oper und Schauspiel, Dramaturgen, Opern- und Liedsänger und Schauspieler ausgebildet, als neuester Studiengang wurde Master Liedgestaltung eingerichtet.

 

Das breite Ausbildungsangebot im musikalischen Bereich umfasst Komposi-tion und Dirigieren, alle Instrumentalfächer, Evangelische Kirchenmusik, Chorleitung und Musik für das Lehramt.

 

Zu den besonderen Studienangeboten zählen z. B. Kammermusik, Elementa-re Musikpädagogik, der Eventim ? Popkurs Hamburg, Jazz und Jazzkomposi-tion, Computermusik und Multimediale Komposition, Musiktherapie und Kultur- und Medienmanagement. Neue Masterstudiengänge Musikvermittlung und Musikpädagogik sind in Planung.

 

Speziell für das Projekt Jedem Kind ein Instrument (JEKI) hat die Hochschule ein spezifisches Curriculum entwickelt: Dieses Angebot für Grundschulkinder leitet sie dazu an, ein von ihnen selbst gewähltes Instrument zu erlernen. Mittlerweile läuft das Projekt in Kooperation mit der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) an über 70 Schulen in Hamburg.

 

Andreas Franke Akademie - Juniorstudium für Hochbegabte

Eine noch relativ neue Initiative der Hochschule ist die Einrichtung eines Ju-niorstudiums für Hochbegabte (Andreas Franke Akademie). Musikalische Spitzenbegabungen werden frühzeitig für ein reguläres Bachelorstudium an der Hochschule vorbereitet, der Unterricht wird ausschließlich von Professo-rinnen und Professoren der Hochschule erteilt.

 

Eventim Popkurs Hamburg

Der 1982 als Modellversuch gegründete Popkurs feierte bereits sein 25jähriges Jubiläum. Er ist damit nicht nur die älteste, sondern hat sich auch zur erfolgreichs-ten Talentschmiede in Deutschland entwickelt.

 

International Mendelssohn-Summerschool

Hochqualifizierte Musikstudierende aus der ganzen Welt kommen jeweils im Herbst zwei Wochen lang in Hamburg zusammen, um in zahlreichen Meister-kursen ihre musikalischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und unter pro-fessioneller Anleitung ihr Spiel weiter zu veredeln.

 

Klangkörper

Hochschulorchester und Ensemble 21

Das seit vielen Jahren bestehende Orchester der Hochschule wird seit 2005 von Prof. René Gulikers geleitet. Zugleich leitet er seit 2006 auch das neu gegründete Ensemble 21 für aktuelle Musik.

 

Film And Popular Music Orchestra

In regelmäßiger Probenarbeit werden die notwendigen Zusatzqualifikationen ver-mittelt, die im Bereich Film- und Popularmusik gefordert werden.

 

Jazzchor der Hochschule

feierte im Jahr 2008 sein 20jähriges Jubiläum. Prof. Dr. Christoph Schönherr, Gründer und Leiter des Jazzchores: "Der Jazzchor-Gesang verbindet zwei Musi-ziertraditionen, die lange keine wirklichen Berührungspunkte hatten. Auf der einen Seite nimmt der Chorgesang im Jazz viele Elemente der klassischen Chortradition auf. Auf der anderen Seite ist die Harmonik und Rhythmik vom Jazz geprägt."

 

Forschung

Promotion zum Dr. phil. und zum Dr. sc. mus.

Hochschulabsolventinnen und ?absolventen können an der Hochschule je nach abgeschlossenem Studium zum Doktor der Philosophie (Dr. phil.) oder zum Doktor der Musikwissenschaften (Dr. sc. mus.) promovieren.

 

Der Musikwissenschaftsbereich befasst sich derzeit mit dem Projekt "MUGI - Mu-sikvermittlung und Genderforschung im Internet". Hier werden umfassende persönliche Profile von Musikerinnen, Komponistinnen und Mäzenatinnen erstellt.

 

Das Institut für Kultur- und Medienmanagement widmet sich neben seinen Stu-dienangeboten in drei Forschungsstellen aktuellen Schwerpunkten des Kultur- und Medienmanagements: (1) Stiftungswesen, (2) Not-for-Profit-Management in Kultur und Medien, (3) Kultur- und Kreativwirtschaft (creative sector).

Das Institut für Musiktherapie bietet neben einem Masterstudium, einer Zusatz-ausbildung für das Lehramt an Sonderschulen auch ein Promotionsstudium zum Dr. phil. an. Seit 1993 wurden 35 Doktoranden promoviert, das Institut profiliert sich durch zahlreiche Forschungsprojekte, (z. B. Musiktherapie in der Inneren Medizin, Musiktherapie bei sexuellem Missbrauch, Musiktherapie in der Arbeitsmedizin etc.).

Das Hasse-Institut an der Hochschule arbeitet eng mit der Hasse-Gesellschaft Bergedorf zusammen und befasst sich mit Leben und Werk des Komponisten Johann Adolf Hasse.

 

Das Institut für kulturelle Innovationsforschung ist ein weiteres An-Institut der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und erforscht kulturökonomische Zu-sammenhänge mit dem Schwerpunkt musikalische Gegenwartskunst.

 

 

Weitere Informationen

unter

www.hfmt-hamburg.de