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17.04.2015 07:17 Alter: 2 Jahre

Ibrahim Keivo and HfMT Bigband - The voice of ancient Syria

Willkommens-Konzert der Musikhochschule │ Campus Nord - Hebebrandstraße │ Gebäude A │ 22.04.2014 │ 19:00 Uhr

Wir laden Sie herzlich ein zu einem

 

Willkommens-Konzert

der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

am Mittwoch, 22.04.2015, 19:00 Uhr

Foyer Johannes Brahms Haus, Campus Nord, Hebebrandstraße

Eintritt frei

 

für die neue Nachbarschaft auf dem Campus Nord.

 

Mitwirkende: Ibrahim Keivo, Rony Barrak, Prof. Wolf Kerschek, HfMT Bigband, Bewohner der Unterkunft Tessenowweg

Ansprechpartnerin: Julia Warnemünde, Fon 0174.2568852.

 

 

Große Teile der Musikhochschule sind zu Beginn des Sommersemesters übergangsweise aus der Milchstraße an den Campus Nord in der Hebebrandstraße (City Nord) gezogen. Die rund 750 Studierenden und Lehrenden treffen hier auf neue Nachbarn, so z. B. in der Wohnanlage Tessenowweg auf  mehrheitlich politische Flüchtlinge und Asylsuchende aus unterschiedlichen Teilen der Welt.

 

Der Studiengang Jazz an der HfMT Hamburg möchte gleich zum Einzug der Hochschule in ihr neues Gebäude die gemeinsame Nachbarschaft feiern und zum gegenseitigen Kennenlernen einladen. Dort wo die Sprache als Mittel der Kommunikation nicht ausreicht, fungiert die Musik als Träger der Willkommensbotschaft. Die HfMT BigBand lädt deshalb zum Start des neuen Semesters alle Studierenden und Bewohner der Wohnanlage im Tessenowweg zum Konzert und zur gemeinsamen Nachbarschaftsfeier ein.

 

Als prominenten Gast konnte die BigBand den traditionellen syrischen Musiker Ibrahim Keivo gewinnen. Keivo widmet sein musikalisches Schaffen der traditionellen Volksmusik und integriert dabei diverse musikalische Traditionen (u.a. armenische, kurdische, türkische und madalli.) Aufgewachsen in einem Umfeld kultureller und religiöser Vielfalt spricht Keivo sieben Sprachen. Seine Musik ist ein glänzendes Beispiel für die Möglichkeit der Integration und Verbindung von scheinbar Unverbundenem. Seine Musik (arrangiert von Prof. Wolf Kerschek) soll an diesem Abend von der BigBand der HfMT gespielt werden und trifft dabei auf den westlichen Musikstil Jazz. Musikalisch entsteht so unter der musikalischen Leitung von Prof. Wolf Kerschek ein Panorama der Vielheit. Es soll an diesem Abend nicht um die perfekte Einstudierung und Vorführung von Musik gehen, sondern um ein Gefühl, das gemeinsam erzeugt und wahrgenommen wird. Dieses Gefühl soll das Grundgefühl des zukünftigen Zusammenlebens bilden.

 

Nachbarschaftstafel

Neben der Musik steht die gemeinsame Nahrungsaufnahme im Mittelpunkt der Feste weltweit. An einer großen Tafel soll deshalb zeitgleich eine große gemeinsame Speisung zelebriert werden. Gäste und Gastgeber sind aufgerufen, eine Speise an die Tafel zu bringen und am Buffet Kulinarisches aus der ganzen Welt zu genießen.

 

Nachbarn und Unterstützer

Das Projekt wird von der Nachbarschaftsinitiative „Welcome to Barmbek“ nicht nur durch Manpower beim Auf- und Abbau, sondern durch die nachhaltige Pflege der entstandenen Kontakte unterstützt. Langfristig können so aus der Freundschaft zwischen der Initiative, der Wohnanlage und der HfMT künstlerische Kooperationen und Projekte entstehen.

 

Die Organisation „Fördern und Wohnen“ – durch die die Wohnanlage im Tessenowweg betreut wird – begrüßt das Projektvorhaben. Sie unterstützt die Bewerbung des Projekts und die Kommunikation mit den Musikern aus dem Tessenowweg.

 

Gefördert vom Internationalen Bund.

 

 

Hintergrundinformationen

 

Ibrahim Keivo wurde 1966 im nördlichen Syrien als Sohn einer Armenischen Familie geboren, die den Genozid im frühen 20. Jahrhundert überlebte. Ibrahim Keivo wuchs in einem Umfeld auf, das kulturell, sprachlich und religiös vielfältig und reichhaltig war, mit syrischen, mesopotamischen und westasiatischen Einflüssen. In frühester Kindheit macht in seine Mutter mit traditioneller armenischer, türkischer, kurdischer und mardalli Musik bekannt. Die Musik und die Sprachen der alten Zivilisationen inspirieren ihn fortan. Er studiert später Musik in Aleppo – der Hauptstadt der arabischen Musik. In Aleppo begegnet er dem Musiktheoretiker und Komponisten Nouri Iskandar, der als erster Musiker an der Verschriftlichung der bisher nur mündlich tradierten Volkslieder des alten Syriens beschäftigt. Von Iskandar lernt Ibrahim Keivo die Regeln und Geheimnisse der alten Musik, die seine Kindheit geprägt haben. Nach dem Studium kehrt er zurück in seine Heimatstadt, um als Musiklehrer weiter an der Erforschung der traditionellen Musik zu arbeiten. Kurze Zeit später wird er in Nordsyrien als virtuoser Musiker bekannt, der traditionelle Instrumente wie Buzok, Saz, Baglama, Kamancheh, Rababeh und Oud beherrscht. Er wird zu Festivals eingeladen und gewinnt Preise. 2002 beginnt seine internationale Karriere, als er im Rahmen des Kunsten Festival des Arts in Brüssel auftritt. Es folgen weitere internationale Auftritte und Wertschätzungen durch Institutionen, die sich dem Erhalt der Volksmusik widmen. Ibrahim Keivo widmet sein musikalisches Schaffen der traditionellen Musik Syriens, der Wiege der Menschheit. Syrien musste Keivo mittlerweile auf der Flucht vor dem Terror verlassen. Er lebt derzeit als politischer Flüchtling in Deutschland.

 

 

Rony Barrak wurde im Libanon geboren, wo er mit vier Jahren lernte die Darbouka (Tabla des mittleren Ostens) zu spielen. Schon mit sieben Jahren hatte das Ausnahmetalent seinen ersten Fernsehauftritt. 1990 zog Barrak nach London, um dort Schlagzeug am Guildhall School of Music and Drama zu studieren. Seither tourt er als Musiker und Komponist durch die Welt. Seine Vita umfasst Auftritte mit u.a. Sarah Brightman, Arturo Sandoval, London Philhamonic Orchestra, Moscow Symphnoy Orchestra, Norwegian Radio Orchestra oder dem Toronto Orchestra.

 

 

Die HFMT BigBand besteht aus Studierenden der Jazz Abteilung und ist in der Regel achtzehnköpfig. Das Besondere ist die enge Kooperation zwischen der HfMT Hamburg und der NDR Bigband. International renommierte Solisten, die durch ihre eigene künstlerische Arbeit aktuelles musikalisches Know-How bieten, lehren als Dozenten und werden durch die Begleitung des Studiums zu persönlichen Mentoren. Aktive Musiker der NDR Bigband bilden als Professoren und Lehrbeauftragte den Lehrkörper der Jazzabteilung und ermöglichen dem Studierenden eine praxisbezogene Berufsvorbereitung.

Durch Konzerte und Sessions mit ausgebildeten Musikern sammeln sie Erfahrungen für ihre zukünftige Berufswelt als Musiker. Die BigBand wird von Prof. Wolf Kerschek geleitet.

 

 

Prof. Wolf Kerschek ist Komponist, Arrangeur, Dirigent und seit 2004 Leiter des Studiengangs Jazz und Professor für Jazzkomposition, Ensembleleitung und Filmmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Er dirigiert regelmäßig bei allen deutschen Rundfunkbigbands, verfertigt Auftragskompositionen, arrangiert und dirigiert Orchester-Produktionen und Filmmusiken. Er war mit unterschiedlichsten Formationen auf Tourneen in den USA, Russland, ganz Europa, der Schweiz, wo er u.a. auf dem Montreux Jazz Festival spielte, trat in Radio und Fernsehen mit Musikern wie John Taylor, Alex Riel, Jeorge Degas, Arkadi Shilkloper, Trilok Gurtu, Joe Gallardo auf und wirkte an zahlreichen nationalen und internationalen CD Produktionen mit, und hat bis heute über 100 CDs eingespielt. Als einer der gefragtesten deutschen Arrangeure schrieb er Bigband- und Orchester-produktionen, u.a. für João Bosco, Trilok Gurtu/Simon Phillips, Eliane Elias, Tomasz Stanko, Vladyslav Sendecki, Roger Cicero, Michael Bolton, Annett Louisan, Helene Fischer, Rammstein, Yvonne Catterfeld, Barbara Schöneberger, Till Brönner, Nils Landgren, Ray Anderson, No Angels, Tom Gäbel, Peter Fessler, Roberto Blanco, Angelica Milster, Radiophilharmonie Katowice, Filmharmonic Orchestra Prague, dt. Filmorchester Babelsberg etc. In dem Jahr 2006 orchestrierte und dirigierte er die FIFA Hymne und erhielt einen Klassik-ECHO für seine musikalische Arbeit an der TV Serie "Little Amadeus". 2012 bringt er mit „Adventures of a Trumpet“ schließlich eine CD unter eigenem Namen heraus. In 2013 erhält er den Hamburger Jazzpreis.

www.wolfkerschek.com

 

 

 

Welcome to Barmbek

Die Nachbarschaftsinitiative „Welcome to Barmbek“ arbeitet am Abbau von Vorurteilen und an der Schaffung von Strukturen, die ein respektvolles nachbarschaftliches und menschliches Zusammenleben möglich machen. Dafür sucht die Initiative die Kommunikation mit den Bewohnern der Wohnanlagen in Barmbek.

Sie ist eine Flüchtlingsinitiative von mittlerweile fast 500  Bürgerinnen und Bürgern. Angefangen hat alles mit einer Mail aus dem Wohnprojekt “Autofreies Wohnen”, die sich im vergangenen September rasch im Quartier verbreitete. Zuvor hatte der Senat bekannt gegeben, dass Hamburg bis Ende des Jahres 1.400 zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen werde. Welcome to Barmbek setzt sich für Vielfalt und soziale Rechte ein und will Einfluss nehmen: auf die Gestaltung der Unterkünfte, auf die Gestaltung der Ankunft der Flüchtlinge, auf ihre Aufnahme  Die Initiative ist ein bunter Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, die sich frei nach ihren zeitlichen Möglichkeiten und persönlichen Interessen engagieren. Im Fokus der Arbeit liegt der Ansatz, Flüchtlinge bei einem selbstständigen Leben im Stadtteil zu unterstützen, ihnen den Zugang zu vorhandenen Institutionen zu bahnen und die Teilhabe am nachbarschaftlichen Leben zu erleichtern. Bei der Bewältigung alltäglicher Herausforderungen wollen sie mit praktischen Hilfen zur Stelle sein. Die Initiative will  Flüchtlinge mit ihren Stärken und Kompetenzen anerkennen. Sie wollen Flüchtlinge unterstützen, aus dem staatlichen Unterbringungssystem herauszukommen, eine Wohnung und Zugang zu Ausbildung und Arbeit zu finden.

www.welcome-to-barmbek.de