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20.12.2012 13:22 Alter: 4 Jahre

„Ihre Musik ist männlicher als die Händels“ - Komponistinnen im Dschungel der Zuschreibungen

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XIV - 08.01.2013 | 18 Uhr | Mendelssohn Saal der HfMT

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der Veranstaltung

 

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XIV:

 

„Die Musik ist ein Weib“ (Richard Wagner)

zuschreiben – einschreiben - gegenschreiben

 

am Dienstag, dem 8. Januar 2013

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

Gegenkomponieren:

„Ihre Musik ist männlicher als die Händels“ - Komponistinnen im Dschungel der Zuschreibungen

 

Vortrag von Dr. Cornelia Bartsch, Universität Basel

 

Anschließend:

Video-Mitschnitte aus der Oper „Strandräuber“ von Ethel Smyth als Musiktheaterproduktion des Stadttheaters Giessen 2006/07

 

Eintritt frei.

 

Zuschreibungen in der Musik und ihre Folgen

Ob Ethel Smyth (1858–1944), Lili Boulanger (1893–1918), Augusta Holmès (1847–1903) oder bereits Fanny Hensel (1805–1847) und Emilie Mayer (1812–1883): Vor und nach dem Erscheinen von Oper und Drama (1852) waren schöpferische Frauen einem Gewirr von Zuschreibungen ausgesetzt, das Richard Wagner in seiner Schrift Oper und Drama metaphernreich auf den Punkt brachte. Der Vortrag geht der Frage nach, welche Folgen diese Zuschreibungen in der Musik und auch im Selbstverständnis von Komponistinnen jener Zeit hatten. Im Zentrum wird die englische Komponistin Ethel Smyth stehen, deren Opern heute im Kontext der britischen Wagner-Rezeption diskutiert werden. Während George Bernhard Shaw ihre Musik als „männlicher als die Händels“ beschrieb, wünschte sie sich eine Zeit herbei, in der die von ihr geschriebenen Noten bewertet würden wie „geschlechtslose Punkte auf weissem Papier“. Andererseits freute sie sich darüber, dass ihr Streichquartett so „suffragette“ klinge: Eine Anspielung auf die englischen Frauenwahlrechtskämpferinnen, mit denen sie die Scheiben von Ministerialbüros in London einwarf.

 

Dr. Cornelia Bartsch, geboren in Hamburg, aufgewachsen in Lüneburg, studierte Schulmusik, Musikwissenschaft, Germanistik und Politologie an der Universität Osnabrück, der Freien Universität Berlin sowie der Universität der Künste Berlin. Es folgten Referendariat und zweites Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien sowie ihre Promotion in Berlin an der Universität der Künste. Sie arbeitete als Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Musikwissenschaft, später Assistentin für Musik und Gender an der Hochschule (später Universität) der Künste Berlin, war Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ethel Smyth-Forschungsstelle des Musikwissenschaftlichen Seminars Detmold/Paderborn. Als Vertretungsprofessorin und Gastdozentin lehrt sie an Universitäten und Musikhochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zurzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Musik und Gender“ an der Universität Basel. Als Genderforscherin ist sie Mitglied der Fachgruppe Frauen- und Genderstudien der Gesellschaft für Musikforschung und Kooperationspartnerin des Forschungsprojektes MUGI (Musikvermittlung und Genderforschung im Internet) der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

 

Organisation und Abendgestaltung:

Prof. Dr. Beatrix Borchard und Martina Bick, M.A.