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08.11.2010 14:31 Alter: 6 Jahre

In der Ringvorlesung "Frauen um Gustav Mahler": „Anna Mahler – die Tochter“

Anna Mahler (Bildhauerin; 1904-1988), Tochter von Gustav Mahler und Alma Mahler-Werfel, ist eine faszinierende Gestalt der Kulturgeschichte.

 

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der Veranstaltung

Ringvorlesung Gender Studies XII:

Musik: Frauen um Gustav Mahler

mit dem Vortrag

„Anna Mahler – die Tochter“

am Dienstag, 16. November 2010

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal

Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

Vortragende: Barbara Weidle, Bonn

Musikprogramm: Han-Seung Yoo (Bariton) aus der Klasse von Prof. Geert Smits singt drei „Kindertotenlieder“ von Gustav Mahler. Am Klavier: Se-won Choi.

Eintritt frei.

Anna Mahler - Bildhauerin

Anna Mahler (1904-1988) war eine äußerst starke Persönlichkeit, zog viele Zeitgenossen durch Schönheit und Klugheit in ihren Bann. Der Freund und Verehrer Elias Canetti etwa hat ihr in seiner Autobiographie „Das Augenspiel“ ein eindrucksvolles literarisches Denkmal gesetzt, Robert Neumann porträtierte sie in seinem Exilroman „The Inquest“ („Bibiana Santis“). 1999 veröffentlichte Marlene Streeruwitz den Roman „Nachwelt“, dessen zentrale Figur Anna Mahler ist.

Nach dem „Anschluss“ im März 1938 musste Anna Mahler Österreich verlassen. Sie lebte zunächst in London, in den fünfziger und sechziger Jahren vorwiegend in Los Angeles. Später auch wieder in London und in Spoleto, Italien.

Nicht nur ihre Biographie, zu der Ehemänner wie der Komponist Ernst Krenek und der Verleger Paul Zsolnay gehörten, auch ihr bildhauerisches Werk mit den Porträtbüsten bekannter Künstler wie Arnold Schönberg, Alban Berg, Bruno Walter, Arnold Rosé, Fritzi Massary oder Julie Andrews zeigen ihre starke Vernetzung in der musikalischen, literarischen und künstlerischen Szene ihrer Zeit. Die auch musikalisch sehr begabte Tochter berühmter Eltern entschied sich ganz bewusst für eine Laufbahn als bildende Künstlerin. Fritz Wotruba begleitete sie als wichtiger Ratgeber auf ihrem Weg zur Bildhauerei, die eine der wenigen Konstanten in ihrem Leben darstellte. Mit großem Ernst und nie nachlassender Energie hat Anna Mahler in der Steinbildhauerei eine sensible und kraftvolle Form des Ausdrucks gefunden. Obwohl weitgehend außerhalb des Kunstbetriebs entstanden, und auch weitgehend außerhalb Österreichs, hat ihr Werk seinen Platz in der Geschichte der österreichischen Skulptur des 20. Jahrhunderts.

Barbara Weidle, Kunsthistorikerin und Journalistin, führt seit 1994 gemeinsam mit Stefan Weidle den Weidle Verlag. 1988 bis 1990 erforschte sie Leben und Werk Anna Mahlers in London, Wien, Los Angeles und Spoleto. 1990-1996 Kunst-Redakteurin beim General-Anzeiger Bonn. Ab 1997 als freie Autorin zahlreiche Beiträge für Tageszeitungen, Internetmagazine, Katalog- und Lexikon-Artikel zur zeitgenössischen Kunst und zur Klassischen Moderne, darunter Susan Rothenberg, Leiko Ikemura und Georgia O’Keeffe. 2004 organisierte sie zum 100. Geburtstag Anna Mahlers gemeinsam mit Ursula Seeber eine Ausstellung zu Anna Mahler im Literaturhaus Wien. Dazu gaben sie das Begleitbuch: „Anna Mahler. Ich bin in mir selbst zu Hause“ (Bonn: Weidle Verlag 2004) heraus.

2007 bis 2008 Assistentin der Expertenkommission „Kunst NRW“ für die Kunststiftung NRW, Düsseldorf.

Kuratorin von Ausstellungen zu Erna Pinner 1997 und 2004/2005 (Katalog), Eric Schaal 1998 (Begleitbuch: „Eric Schaal: Photograph“), Marianne Werefkin 1999/2000 (Katalog), Kurt Wolff 2007/2008 (Begleitbuch: „Kurt Wolff: Ein Literat und Gentleman.“ Bonn 2007), Edmund Wolf 2010 (Begleitbuch: „Edmund Wolf: Ich spreche hier nicht von mir“ (mit Ursula Seeber, Bonn 2010),  Heinrich Hauser: Schwarzes Revier – Fotografien des Ruhrgebiets 1928, Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein, Essen, 2010/2011 (Begleitbuch: Heinrich Hauser: „Schwarzes Revier.“ Mit einem Nachwort von Andreas Rossmann, Bonn, 2010).

 

Organisation und Abendgestaltung: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Georg Borchardt und Martina Bick, M.A.

Eine Veranstaltung der HfMT in Zusammenarbeit mit der Gustav Mahler Vereinigung Hamburg e.V.