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07.10.2012 20:40 Alter: 4 Jahre

Internationales Symposium: Ligeti und die Mikrotonalität

In Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und dem Bostoner New England Conservatory sowie mit der Unterstützung des Zentrums für Mikrotonale Musik und Multimedia (ZM4) findet am 12. und 13. Oktober im Rahmen der „Hamburger Klangwerktage“ ein internationales Symposium zur Mikrotonalität des Komponisten und langjährigen HfMT-Professors György Ligeti statt.

Der ungarische Komponist György Ligeti gilt als Vater der Mikrotonalität. Als Hochschullehrer und als Komponist prägte Ligeti maßgeblich die internationale zeitgenössische Musik und wurde zum musikästhetischen Bezugspunkt einer ganzen Generation. Er starb am 12. Juni 2006 in Wien. Von 1973 – 1989 hatte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg eine Professur für Komposition inne.

Für musikliebendes Publikum, aber auch für professionelle Musiker und Musikwissenschaftler veranstalten die Klangwerktage ein zweitägiges Symposium mit informativen und unterhaltsamen Vorträgen. Am ersten Tag wird es um eine musikwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Mikrotonalität gehen. »Naturreine Stimmungen « treffen auf die »Bohlen-Pierce-Welt«, die keine reine Oktave kennt, dafür aber eine Vielzahl ungewohnter Intervalle. Esoterische Momente werden mit mathematischen Spekulationen in Einklang gebracht und die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Hörsinns ausgelotet. Thema sind sowohl Ligetis Annäherung an die fremdartigen Intervalle als auch verschiedene außereuropäische Ansätze. Exemplarisch werden einige der wichtigsten Strömungen mikrotonaler Denkweisen erörtert, womit die Bandbreite der zahlreichen Stile aufgefächert wird, die während der Klangwerktage zu hören sind. Der zweite Symposiums-Tag widmet sich der Person Ligetis und seinem vielseitigen Schaffen – von Stanley Kubricks Filmmusik und der mikrotonalen Verschwörung über den Einfluss der Poesie des ungarischen Dichters Sándor Weöres bis zu Malerei, Politik und Chaos-Theorie. Zu Gast ist u.a. der Ligeti-Biograf Paul Griffiths.

Fr 12.10 /10:00 - 18:00 und Sa 13.10. /10:00 - 16:00,Kampnagel,

Eintritt frei.

 

Weitere Informationen:

http://www.kampnagel.de/index.php?page=detail&cluster=891297

http://quintetnet.hfmt-hamburg.de/Ligeti-Symposium/

Programm

Freitag, 12.10.2012

10:00-10:40: Bob Gilmore „Partch effects“: György Ligeti and American Microtonality
10:40-11:20: Till Knipper: Just Ligeti! An explorative performance study on the intonation
11:20-11:40: Kaffeepause
11:40-12:20: Wolfgang von Schweinitz: Theorie und Praxis der mikrotonalen Stimmung: Die natürliche Alternative zum temperierten Tonsystem
12:20-13:00: Julia Werntz: Training in Microtones
13:00-14:00: Mittagpause
14:00-14:40: Hubertus Dreyer: „... in der Haut einer Seifenblase.“ Zur Theoriebildung in der Hamburger Kompositionsklasse um György Ligeti
14:40-15:20: Georg Hajdu: Computer-aided Composition – auf den Spuren György Ligetis und Klarenz Barlows
15:20-15:30: Kaffeepause
15:30-16:10: Fredrik Schwenk: Imaginäre Bewegung – Ligeti oder der Versuch über die neue Art, das Klavier zu spielen
16:10-16:50: Sascha Lino Lemke: „... der ungesicherte Mensch...“ – persönliche Gehversuche im unendlichen Feld der Mikrotöne
16:50-17:00: Kaffeepause
17:00-17:40: Sidney Corbett „Zur Frage einer mikrotonalen Harmonik anhand des Beispiels der „Sinfonia“ aus meinem „Lob der Narrheit“, für Harfe und Gitarre
17:40-18:20: Katarina Miljkovic: Images of Order and RandomnessSamstag,

13.10.2012

10:00-10:40: Louise Duchesneau: Introduction – Lamento – Rondo
10:40-11:40: Paul Griffiths (Keynote Speaker): Invented Home
11:40-12:00: Kaffeepause
12:00-13:00: Tiborc Fazekas: Interferenzen: Die ungarische Literatur als Quelle der Inspiration für György Ligeti
13:00-14:00: Mittagspause
14:00-14:40: Julia Heimerdinger: „Ich bin kompromittiert. Ich kämpfe jetzt dagegen“: Ligeti vs. Kubrick und die Musik für 2001: A Space Odyssey
14:40-15:40: Heinz-Otto Pleitgen: Wird angekündigt
15:40-16:00: Kaffeepause
16:00-16:40: Efstratios Minakakis: „new harmonic world“: the evolution of harmonic syntax in the Hamburg Concerto and ist early precursors
16:40-17:20: Petra Kipphoff von Huene: Wird angekündigt
17:20-17:40: Kaffeepause
17:40-17:50: Olga Chumikova: Passacaglia ungherese
17:50-18:20: Manfred Stahnke: Zur harmonischen Sprache Ligetis anhand zweier Beispiele: Cembalowerk „Passacaglia ungherese“ & Klavieretüde „Arc-en-ciel“
18:20-18:30: Julija Botchkowskaja: Arc-en-ciel
18:30-19:10: Reinhard Flender: Ligetis „Kammerkonzert“ – Faktur und Aufführungspraxis

 

Weitere Informationen unter:

http://www.quintetnet.hfmt-hamburg.de/Ligeti-Symposium/