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16.11.2009 12:49 Alter: 7 Jahre

Klaviergala und Ehrenmedaille zum Abschied von Volker Banfield

Am 14. November 2009 wurde Prof. Volker Banfield in einer Klaviergala mit Studierenden und Ehemaligen aus seiner Klasse feierlich verabschiedet. Banfield hatte im Sommersemester 2009 seinen 65. Geburtstag gefeiert und ist nun frei von den Pflichten eines Hochschullehrers.

In der großen Banfield-Nacht gestalteten Julia Botchkovskaja, Olga Jegunova, Yoko Tominaga, León Bernsdorf (Jungstudent der Andreas Franke Akademie), Christian Beldi und Lauma Skride eine beeindruckende Klaviergala für ihn.

 

Im Rahmen der Gala verlieh ihm Hochschulpräsident Prof. Elmar Lampson feierlich die Ehrenmedaille der Hochschule für Musik und Theater und würdigte seine großen Verdienste um die Hochschule: "In den über drei Jahrzehnten, die Volker Banfield an der Hochschule tätig war, prägte er das Profil der Hochschule entscheidend mit, nach außen wie nach innen und in den verschiedensten Funktionen. Er handelte stets aus großem Engagement und mit hoher Sachkompetenz. Künstlerisch gehört er zu den international renommiertesten Pianisten."

 

Roland Salchow, langjähriger Staatsrat der Behörde für Wissenschaft und Forschung, beleuchtete in einer launigen Rede Banfields Verdienste um die Einrichtung des ersten deutsch-chinesischen Masters in Hamburg und seine Aktivitäten für internationale Kooperationen der Hochschule: "Ich habe ihn dabei mehrfach erlebt, sehr agil, gestaltend - ein engagierter Botschafter der Hamburger Musikhochschule."

 

 

Hintergrundinformationen

 

Volker Banfield wurde 1975 auf eine Hauptfachprofessur für Klavier an die Hochschule berufen und war im Rahmen seiner langjährigen Hochschultätigkeit in den verschiedensten Funktionen aktiv ? als Sprecher der Fachrichtung Tasteninstrumente, langjähriger Prodekan des Fachbereichs Instrumentalmusik, Beauftragter des Präsidenten für Internationale Kontakte und für IT ? Angelegenheiten und schließlich von 2004 bis 2007 als Vizepräsident.

 

Frei von Hochschullehrerpflichten kehrt er nun in seine Heimat an den Chiemsee zurück, - er wurde in Oberaudorf am Inn geboren und ist auf dem Herrnberg in Prien am Chiemsee aufgewachsen, namengebend war der englische Großvater.

 

Musikalischer Senkrechtstarter

Volker Banfield war schon in jungen Jahren ein musikalischer Senkrechtstarter: Bereits im Alter von 14 Jahren wurde er mit einem Stipendium des Bayerischen Staates an die Nordwestdeutsche Musikakademie Detmold zum Klavierstudium geschickt, mit 16 war er der einzige deutsche Preisträger im internationalen Wettbewerb der Jeunesses musicales in Berlin.

 

Intensive Studien in den USA

Mit einem Stipendium des DAAD ging er 1965 in die USA, studierte zunächst bei Adele Marcus an der Juilliard School in New York, später bei Leonard Shure an der University of Texas in Austin. Die von beiden Lehrern vermittelte Verbindung von deutscher Tradition der Schnabel-Schule und russischer Virtuosität hat ihn geprägt.

 

Ausgedehnte Konzertreisen

Seit seiner Rückkehr in die Bundesrepublik 1972 hat Banfield in den großen Musikzentren regelmäßig konzertiert. Ausgedehnte Konzertreisen führten ihn in die UdSSR, die USA, alle Hauptstädte Hispano-Südamerikas, Iran und europäische Länder. Seine Auftritte bei großen Festivals (u. a. Berliner Festwochen, Donaueschinger Musiktage, Bonner Beethoven Fest, Warschauer Herbst, Wien Modern, Münchner Klaviersommer, Southbank Festival London, Biennale Zagreb) wurden von europäischen Rundfunkanstalten übertragen.

Banfield war Solist in Produktionen wie öffentlichen Konzerten mit den Sinfonieorchestern der wichtigsten internationalen Rundfunkstationen.

 

Zahlreiche maßstabsetzende Einspielungen

Neben über 90 Aufnahmen an allen Sendern der ARD (sowie u. a. ORF, BBC, Radio France) nahm er das Es-Dur Klavierkonzert von Liszt für das ZDF und für das Schweizer Fernsehen das 2. Konzert von Frank Martin sowie d'Albert's 2. Konzert auf. Die Aufnahme des Martin Konzerts wurde 1988 mit der Goldmedaille des New Yorker TV-Film Festivals ausgezeichnet. Das bayerische Fernsehen strahlte einen Mitschnitt des Ligeti Klavierkonzerts sowie der Burleske von Strauss aus einem Konzert der Münchner Philharmoniker aus.

 

Für WERGO produzierte Banfield vier CDs mit Werken von Skriabin, Fiser, Killmayer, Villa-Lobos, Müller-Siemens, Ligeti und Messiaen. Bei cpo erschienen bisher sieben CDs, darunter die Welt-Ersteinspielung des Pfitzner Klavierkonzertes Es-Dur (Münchner Philharmoniker), das Klavierkonzert von Busoni (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks) sowie die zwei Klavierkonzerte von Hermann Goetz (Radio Philharmonie Hannover). Drei CDs sind den Werken von Robert Schumann gewidmet, sie enthalten die drei Sonaten, die Phantasie op.17, die Kreisleriana und werden ergänzt durch die Fantasiestücke op.12 sowie op.111, durch die Abegg-Variatonen op.1 und die Romanzen op.28. Diese CDs haben in der Fachpresse Europas wie der USA Aufsehen erregt (u. a. Platte des Monats FONOFORUM sowie DIAPASON d'OR, Paris).

 

György Ligeti und Wilhelm Killmayer

fühlte er sich eng verbunden ? und er brachte etliche für ihn komponierten Werke zur Aufführung. So entstanden z. B. im Zusammenspiel zwischen Ligeti und Banfield die ersten neun der inzwischen weltberühmten "Klavieretüden", die Banfield auch uraufführte; drei hat Ligeti ihm gewidmet.

 

Hochkarätige Virtuosität

"schlanker präziser konzentrierter Zugriff", aber auch "kraftvolle Sensibilität" werden ihm in den "Pianisten-Profilen" (Bärenreiter 2008. Seite 53 f.) attestiert. Banfield brachte schon oft quasi Unspielbares zu Gehör. Er selbst sagt von sich, er habe ein "Faible für die Grenzen des Möglichen".

 

Renommierter Pädagoge

Als engagierter Pädagoge hat Banfield zahlreiche Studierende ausgebildet, die selbst zu internationalen Meriten gelangten und/oder an Hochschulen berufen wurden, wie etwa Julia Botschkowskaja, Sigstein Folgero, Tinatin Gambashidze, Tanja Noters, Yoko Tominaga, Florian Wieck oder Lauma Skride.

 

Neben seiner Konzert- und Lehrtätigkeit ist Banfield auch ein gefragter Juror bei internationalen Wettbewerben und Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.