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30.12.2011 12:02 Alter: 5 Jahre

Marina Hellmann gestorben

Am 21. Dezember 2011 ist – wie der Hochschule erst heute bekannt wurde - die Bühnenbildnerin und Dozentin der Theaterakademie Hamburg Marina Hellmann gestorben. Die gebürtige Belgraderin wurde nur 53 Jahre alt, sie starb an Gehirnblutungen nach einem Zusammenbruch auf einer Matinee im Dortmunder Theater

Der Direktor der Theaterakademie, Prof. Michael Börgerding, äußerte sich zutiefst betroffen zum Tode von Marina Hellmann:

"Nicht nur das Theater hat damit eine große Künstlerin verloren – viele Theaterfreunde werden sich insbesondere an ihr Bühnenbild für die Göttliche Komödie 2001-2003 am Thalia Theater erinnern - , auch die Regie- und Dramaturgiestudierenden der Theaterakademie Hamburg haben eine große Lehrerin und eine Freundin verloren. Seit drei Jahren unterrichtete Marina Hellmann Bühnenbild an der Theaterakademie in Hamburg, sie war ihren Studentinnen und Studenten nicht nur eine respektierte und auch strenge Bühnenbilddozentin, sie war ihnen eine offene und neugierige Gesprächspartnerin und eine liebevolle Förderin.  Marina Hellmann gab mit bewundernswertem Engagement und großer Lust ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter an junge Theatermenschen. Dass es in Hamburg Regie- und Dramaturgiestudierende waren (und keine Bühnenbildstudenten), die sie unterrichtete, war für sie keine Unterforderung. Es war ihr ein Bedürfnis, genau ihnen - den künftigen Regisseuren und den künftigen Dramaturgen - ein Verständnis für einen Bühnenraum und seine Gesetze zu vermitteln und ihnen zu helfen, eine Sprache zu finden, wie man als Regisseur mit Bühnenbildnern spricht, sprechen kann, wie man überhaupt mit anderen Künstlern im Theater kommuniziert. Vielleicht war es das, was Marina Hellmann so besonders und so einzigartig machte: eine Mittlerin zu sein zwischen Regie und Bühne, Dramaturgie und Schauspiel, zwischen Jugoslawien und Deutschland, zwischen Gestern und Heute, zwischen jung und alt, zwischen dem Theater und der Welt, zwischen Traum und Realität. Eine Verbinderin zu sein zwischen Menschen, die sie in ihr Herz schloss und die sie in ihre Herzen schlossen."

 

Marina Hellmann

Die aus Serbien stammende Bühnenbildnerin studierte Architektur in Belgrad. In ihrer Heimat stattete sie über 100 Produktionen aus und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 1991 wechselte sie an das Theater an der Ruhr, 1993 an die Wuppertaler Bühnen. Seit 1994 war sie freischaffend tätig, u.a. in Düsseldorf, Bremen, Antwerpen, Lübeck, Kiel, Rostock, Hamburg, Hannover, Mainz, Weimar, Berlin, Linz und Klagenfurt. Auch nach Übersee - Seoul,  Bogota, Damaskus - führte sie ihre Arbeit. In Zusammenarbeit mit der Komponistin Mayako Kubo schuf sie an der Musik-Akademie Schloss Rheinsberg ihre erste Inszenierung. Neben ihrer Tätigkeit als Bühnenbildnerin veröffentlichte sie verschiedene Beiträge in Fachzeitschriften und unterrichtete am Institut für neue Theaterformen in Belgrad. 2007 war sie für die Raumgestaltung der Freilichtspiele "Das große Welttheater" in Einsiedeln (Schweiz) mit seinen rund 500 Teilnehmern verantwortlich. An der Staatsoper Hannover stattete sie seit 2007 die jährlichen Opernbälle  aus. Seit 2009 unterrichtete sie als Gastdozentin Bühnenbild in den Studiengängen Regie Musiktheater, Regie Schauspiel und Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.