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07.12.2009 13:54 Alter: 7 Jahre

Maßstabsetzende Kooperation in Neuer Musik und Komposition der Musikhochschulen Hamburg und Lyon

Wir laden Sie herzlich ein zu einem gemeinschaftlichen Konzert der Musikhochschule Hamburg und der Musikhochschule Lyon:

 

Neue Kammermusik

am Donnerstag, den 10. Dezember 2009, 19.30 Uhr

im Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Eintritt frei.

 

Das Konzert steht in vielerlei Hinsicht für die intensive fruchtbare Zusam-menarbeit der Musikhochschulen Hamburg und Lyon:

- Für diese Aufführung konnte Prof. Fabrice Pierre von der Musik-hochschule Lyon gewonnen werden, der das Ensemble 21 der Hamburger Musikhochschule dirigiert. Im Gegenzug wird der Leiter des Ensemble 21 Prof. René Gulikers am 17. Dezember 2009 das Ensemble für zeitgenössische Musik der Hochschule Lyon dirigieren.

 

- Für einen Roundtable stehen die Komponisten Henri Fourès, Robert Pascal und Peter Michael Hamel sowie der Dirigent Fabrice Pierre zur Verfügung. Sie werden zum einen über die Kompositionen sprechen, zum anderen einen Einblick in die aktuelle Szene der französischen zeitgenössischen Musik geben.

Der Roundtable findet in der Zeit von 14:00-15:30 im Forum statt.

 

- Auf dem Programm stehen Werke von

Robert Pascal ("Des rives de lumière"),

Peter Michael Hamel ("KLANGSPIRALE" für 13 Instrumente),

Henry Fourès ("Cosi fa la boum") und

Luc Ferrari ("Morbido symphonie").

 

Luc Ferrari (1929-2005) war einer der großen französischen Komponisten, er würde in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiern. Sein Stück "Morbido symphonie" ist die deutsche Erstaufführung. Hamel studierte und befreundete sich mit ihm 1970 in Köln und 1977 bei einer gemeinsamen Aufführung der Kasseler documenta kam es zur ersten gemeinsamen Begegnung mit Henri Fourès. Die Stücke von Fourès (ehem. Rektor der Musikhochschule Lyon) und Hamel am heutigen Abend stehen in diesem Zusammenhang.

Der 1952 in Salon de Provence geborene französische Komponist Robert Pascal ist derzeit Professor für Komposition an der Hochschule in Lyon und hat ein beachtliches Repertoire an Werken mit Real-Time Electronic veröffentlicht und gilt als einer der herausragenden Komponisten seiner Generation in Europa.

 

- Die Kooperation der beiden Hochschulen wird an diesem Abend durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Henri Fourès besiegelt. Damit würdigt Hamburg Einsatz und Engagement von Henri Fourès für die Neue Musik und die Zusammenarbeit beider Hochschulen.

Der 1948 in Coursan geborene französische Komponist Henri Fourès studierte Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Komposition in Montpellier und Paris und schließlich Musik des Mittelalters in Berlin und Klavier in Wien. Nach verschiedenen Tätigkeiten im universitären Bereich war er von 1984 ? 1988 Generalinspektor für Erziehung und Ausbildung im Kulturministerium in Paris und gründete dort die Abteilung Neue Musik. Von 2000 - 2009 war er Direktor der Musikhochschule Lyon.

 

Seine äußerst vielseitige Schaffensweise als Komponist und Interpret er-möglicht es ihm, mit Künstlern der verschiedensten Sparten und Stilrichtungen zusammenzuarbeiten. Henry Fourès schrieb Sinfonien, komponierte Kammer- und elektronische Musik, sowie Kompositionen für Ensembles und Vokalmusik. Er konzipierte und realisierte aber auch interaktive Darbietungen und musikalische Gesamtkunstwerke.

 

- Zu der Kooperation

Bereits seit zwei Jahren kooperieren die Musikhochschule Lyon und die Hochschule für Musik und Theater Hamburg eng auf dem Gebiet der zeit-genössischen Musik: Junge, qualifizierte Studierende werden mit dem zeitgenössischen Kammermusik- und Ensemblerepertoire sowie mit den Grundlagen freier Improvisationstechniken vertraut gemacht, insbesondere im Rahmen der wechselseitig stattfindenden Sommerakademie Opus XXI.

Ziel ist die Förderung und Verbreitung von zeitgenössischer Musik durch umfassende Vermittlung auf höchstem Niveau sowie durch die Vergabe von Kompositions-Aufträgen an junge Komponisten.

 

- Erster übergreifender Master in Planung

Geplant ist außerdem ein neuer, im Rahmen der europäischen Kooperation der Hochschulen einzigartiger gemeinsamer Masterstudiengang beider Hochschulen im Fach Komposition, der den Studierenden ermöglicht, an beiden Hochschulen schwerpunktorientiert die unterschiedlichen Ausbildungssysteme und Inhalte zu vernetzen.

Die Musikhochschule Lyon beschäftigt sich traditionell mit Kompositionen im elektroakustischen, aber auch im angewandten Bereich der Komposition. Darüber hinaus verfügt sie über eine erstklassige Tanzabteilung. Damit eröffnen sich für die Hamburger Studierenden völlig neuartige Möglichkeiten, für Tanzprojekte zu komponieren. Im Gegenzug profitieren die französischen Studierenden von der Möglichkeit, im Bereich Musiktheater Projekte zu verwirklichen.

Dieser gemeinsame Master wird von beiden Hochschulen paritätisch be-treut und wird zweisprachig sein. Die Studierenden sollen an beiden Hochschulen eingeschrieben sein und erhalten am Ende von beiden Hochschulen einen gemeinsamen Master.