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10.09.2012 10:45 Alter: 4 Jahre

Musikvermittlung und Genderforschung im Transfer von Wissenschaft und Schule

Unter Leitung von Prof. Dr. Beatrix Borchard und Dr. Bettina Knauer startet ein innovatives Projekt zur Genderforschung und Musikvermittlung gemeinsam mit vier Hamburger Schulen.

Ausgangspunkt sind Konzept und Ergebnisse der Internet-Plattform MUGI (= Musikvermittlung und Genderforschung im Internet http://mugi.hfmt-hamburg.de/), die Prof. Dr. Beatrix Borchard seit 2001 an der HfMT Hamburg aufbaut. Über die Vielfalt der dort präsentierten Formen, Räume und Orte kulturellen Handelns insbesondere von Frauen werden neue Perspektiven in der Vermittlung von Musik und Musikgeschichtsschreibung zusammen mit Schülern und Schülerinnen entwickelt. Interdisziplinäre Perspektiven werden durch die Verbindung zur Literatur- und Kulturwissenschaft und einer auf performative Wissensräume spezialisierten Musikvermittlung (Dr. Bettina Knauer) einbezogen.

 

Über 100 Schülerinnen und Schüler sind in das Projekt involviert; sie experimentieren in der Wissens- und Musikvermittlung mit verschiedenen Formaten: lecture performances, multimedialen Präsentationen, Websites, üben moderierte Konzerte oder knüpfen auch an das Format „Salon“ an.

 

Die grundlegenden wissenschaftlichen, gendersensiblen Fragestellungen werden in Workshop- und Unterrichtseinheiten in Hochschule und Schule gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Lehrerinnen und Lehrern erarbeitet. Dabei werden den Schülern auch die sprachlichen Mittel und Methoden vermittelt, um Musik zu kontextualisieren, in Worte zu fassen, Sprach- und Denkbilder zu finden. In diesem Projekt dient Musik nicht als  „pädagogischer Stoff“, sondern wird als ästhetisch-kommunikatives Ereignis erlebbar und begreifbar.

 

Themen für das erste Halbjahr des Projektes sind u.a.: Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen in der Romantik, Vergleich von  Biographien weiblicher und männlicher Musiker, Künstlerpaare des 19. und 20. Jahrhunderts, Musik und Liebe – Inszenierungen, Vermarktungsstrategien in KünstlerInnenbiografien. Die Schulen haben diesen Transfer curricular verankert, so dass eine kontinuierliche Zusammenarbeit gegeben ist.

Weitere Kooperationspartner sind die Staatsoper Hamburg, die Laeiszhalle/Elbphilharmonie und das Landesinstitut für Lehrerfortbildung Hamburg. Durch diese Partner wird das Projekt in dem Bereich kultureller Bildung zusätzlich unterstützt, die Schulen besuchen dort Aufführungen und Konzerte, die mit ihren Themen assoziiert sind und vertiefen ihr Wissen in Gesprächen mit Künstlern und Künstlerinnen. Das Landesinstitut für Lehrerfortbildung wirkt dahingehend mit, dass Fragestellungen und Ergebnisse allen Schulen Hamburgs kommuniziert und gendersensible Lehrmaterialien  entwickelt werden.

 

Mitwirkende Schulen sind: Niels-Stensen-Gymnasium Hamburg, Stadtteilschule Bergedorf, Gymnasium Hochrad Hamburg-Othmarschen, Stadtteilschule St. Paulus Billstedt.

 

Vorläuferprojekte zu diesem Transfer von Wissenschaft und Schule und der Entwicklung neuer Musikvermittlungsstrategien sind das von der Körber-Stiftung geförderte Medea-Projekt zum Forschenden Lernen 2007/08, das Cendrillon-Projekt 2010, bei dem SchülerInnen aus zwei Schulen in den Bereichen Dramaturgie und Musikvermittlung beteiligt waren und das Projekt „Räume für Musik“, das 2011 mit zwei Schulen durchgeführt und von der Mariann Staegmann Foundation gefördert wurde.

 

Das Projekt Musikvermittlung und Genderforschung im Transfer Wissenschaft und Schule wird gefördert durch die Rudolf Augstein-Stiftung und die Mara & Holger Cassens-Stiftung.