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19.10.2014 18:55 Alter: 2 Jahre

Neue Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XVI: Familie – Freundschaft – Konstellationen

Frei aber einsam „f a e“ - MusikerKonstellationen - Einstiegsvortrag mit Prof. Dr. Beatrix Borchard, der einer der einflussreichsten Musikerkonstellationen des 19. Jahrhunderts gewidmet ist: der Freundschaft zwischen dem Schumannschen Ehepaar, Johannes Brahms, Joseph Joachim und anderen jungen Musikern.

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der ersten Veranstaltung der im Wintersemester stattfindenden Ringvorlesung Gender Studies und Musik XVI

 

Familie – Freundschaft – Konstellationen

am Dienstag, dem 28. Oktober 2014

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Eintritt frei

 

mit dem Thema

Frei aber einsam „f a e“ - MusikerKonstellationen

Vortrag von Prof. Dr. Beatrix Borchard, HfMT Hamburg

 

Musikprogramm:

Sonate für Violine und Klavier – F A E-Sonate 

von Robert Schumann, Johannes Brahms und Albert Dietrich

Tanja Becker-Bender (Violine) und Bernhard Fograscher (Klavier), HfMT Hamburg

 

Rezitation:

Briefe und Texte von Robert und Clara Schumann, Joseph Joachim und Johannes Brahms

vorgetragen von Studierenden aus der Klasse von Prof. Marc Aisenbrey, HfMT Hamburg

 

Freundschaften und Feindschaften

Unter dem Motto „Frei, aber einsam“ ist der Einstiegsvortrag in die diesjährige Ringveranstaltung Gender Studies und Musik an der HfMT einer der einflussreichsten Musikerkonstellationen des 19. Jahrhunderts gewidmet: der Freundschaft zwischen dem Schumannschen Ehepaar, Johannes Brahms, Joseph Joachim und anderen jungen Musikern. An diesem Beispiel kann besonders gut gezeigt werden, welche Rolle Freundschaften und Gegnerschaften für die Entstehung, Aufführung, Tradierung und auch den Erfolg von Musik spielen.

 

Beatrix Borchard, Prof. Dr. phil. habil., aufgewachsen in Lingen/Ems, studierte in Bonn und Berlin Musikwissenschaften, Germanistik und Geschichte und promovierte über Clara Wieck und Robert Schumann, Bedingungen künstlerischer Arbeit in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts (1983, 2. Auflage Kassel 1992). 2000 habilitierte sie sich mit einer interpretationsgeschichtlichen Studie, die unter dem Titel Stimme und Geige. Amalie und Joseph Joachim. Biographie und Interpretationsgeschichte im Böhlau-Verlag Wien erschienen ist (2. Auflage 2007). Sie lehrte zehn Jahre an der Hochschule der Künste Berlin Musikwissenschaft und arbeitete für das Goethe-Institut, vor allem in China, Portugal und Rumänien. Seit 2002 ist sie Professorin für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Hier leitet sie ein von der DFG gefördertes Forschungsprojekt zum Thema  Orte und Wege europäischer Kulturvermittlung durch Musik. Pauline Viardot – Sängerin, Pianistin, Komponistin, Arrangeurin, Volksmusiksammlerin, Pädagogin und Veranstalterin und die Forschungsplattform Musik/ Musikvermittlung und Gender: http://mugi.hfmt-hamburg.de.

Sie ist Herausgeberin der Viardot-Garcia-Studien, Bd. 1-6, Georg Olms Verlag Hildesheim · Zürich · New York 2012ff. und der Brahms-Studien (= Veröffentlichungen der Johannes Brahms Gesellschaft, Bd. 16 ff., Tutzing 2011 ff. (gemeinsam hrsg. mit Kerstin Schüssler-Bach) und Autorin zahlreicher Rundfunkfeatures, moderiert häufig Konzerte und hat bisher zwei Filme gemacht, Dokumentationen über Clara Schumann (NDR 1996) und zum Thema Hausmusik (NDR 1997). An weiteren Musikfilmen hat sie mitgearbeitet. Eine Dokumentation über die Schwestern Maria Malibran und Pauline Viardot-Garcia ist in Planung.

 

Weitere wichtige Buchveröffentlichungen: Clara Schumann. Ein Leben. Frankfurt/Main - Berlin 1991 (vier Auflagen); Adriana Hölszky Berlin 1991; Fanny Hensel, Komponieren zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, Stuttgart 1999, 2. Auflage Kassel 2002 (gem. mit Monika Schwarz-Danuser); Der weibliche und der männliche Beethoven, Bonn 2004 (gem. mit Cornelia Bartsch und Rainer Cadenbach); Alkestis: Interpretationen (=Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft 2006) (gem. mit Claudia Maurer Zenck); Musikwelten - Lebenswelten. Jüdische Identitätssuche in der deutschen Musikkultur, Köln 2009 (gem. mit Heidy Zimmermann). Im Druck: Fülle des Lebens: Pauline Viardot-Garcia, (Europäische Komponistinnen, Bd. 12) (Köln: Böhlau) und MusikWissenVermittlung multimedial – Chancen und Grenzen. (Hildesheim: Olms)


Mehr zu Beatrix Borchard: http://mugi.hfmt-hamburg.de/Borchard/

 

Tanja Becker-Bender, geboren in Stuttgart, erhielt früh Auszeichnungen bei den internationalen Wettbewerben in Genf (CIEM), Brüssel (CIM Chimay), Tokio (Bunkamura Orchard Hall Award), Houston, Gorizia und Genua (Premio Niccolò Paganini). Solistisch spielte sie unter der Leitung von Kurt Masur, Gerd Albrecht, Lothar Zagrosek, Uriel Segal, Fabio Luisi, Hartmut Haenchen, Hubert Soudant und Ken-Ichiro Kobayashi mit renommierten Orchestern wie dem Tokyo Philharmonic Orchestra, Jerusalem Symphony Orchestra, Yomiuri Nippon Symphony Orchestra, Houston Symphony Orchestra, Orchestre de la Suisse Romande, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Konzerthausorchester Berlin und dem Wiener, dem Zürcher und dem Prager Kammerorchester sowie dem English Chamber Orchestra.

Als begeisterte Kammermusikerin spielte Tanja Becker-Bender auch in Festivals zusammen mit Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Boris Pergamenschikow und Arnold Steinhardt und gab Rezitals in New York, Buenos Aires, Montevideo, Paris, London, Rom und Wien. Ihr Interesse an der Neuen Musik führte sie zur Zusammenarbeit mit Komponisten wie Cristóbal Halffter und Peter Ruzicka und zu Uraufführungen von Werken von Rolf Hempel, Benedict Mason und Alexander Goehr.

Tanja Becker-Bender erhielt ihre musikalische Ausbildung durch die führenden Quartettmusiker der Welt: Nach ihrem Vorklassenstudium bei Wilhelm Melcher (Melos Quartett) an der Musikhochschule Stuttgart und einem Studienjahr bei David Takeno an der Guildhall School in London studierte sie bei Günter Pichler (Alban Berg Quartett) an der Musikuniversität in Wien. Als Stipendiatin des DAAD und der ZEIT-Stiftung schloss sie eine Studienzeit bei Robert Mann (Juilliard String Quartet) und Bartók-Schüler György Sándor an der Juilliard School in New York mit dem Artist Diploma ab.

Wichtige Impulse erhielt sie durch Eberhard Feltz in Berlin und Ferenc Rados in Budapest. Ihre 2009 erschienene Aufnahme der „24 Capricci“ von Niccolò Paganini beim britischen Label Hyperion Records wurde mit dem „Editor’s Choice“ der Magazine „Gramophone“ sowie „Classic FM“ ausgezeichnet; die 2011 ebenda veröffentlichte CD mit Werken von Erwin Schulhoff wurde vom BBC Music Magazine zur „CD des Monats März 2011“ gewählt. 2012 erschienen ebenfalls bei Hyperion das Violinkonzert und die Romanzen von Max Reger zusammen mit dem Konzerthausorchester Berlin unter der Leitung von Lothar Zagrosek; diese CD wurde von der „International Record Review“ als „Outstanding Disc of the Month“ (Februar 2012) gewählt und erhielt den „Stern des Monats“ vom Fonoforum. Im September 2012 erschien ihre erste CD zusammen mit dem Pianisten Péter Nagy mit Duowerken von Ottorino Respighi. Im Hindemith-Jahr 2013 werden mit demselben Duo die Hindemith-Sonaten erscheinen und als nächstes eine Gesamtaufnahme von Bartóks Werken für Violine und Klavier.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung charakterisiert ihr Spiel durch “völlig ausgereifte Virtuosität und phänomenale Intensität des Ausdrucks und der Balance”. 2006 wurde sie in der Nachfolge von Maxim Vengerov als eine der jüngsten Professorinnen Deutschlands an die Hochschule für Musik Saar in Saarbrücken berufen und erhielt zum Wintersemester 2009/10 je einen Ruf von der Hochschule von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der Wiener Musikuniversität. Seit Ende 2009 ist sie als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg tätig.

 

Bernhard Fograscher, in Rumänien geboren, erhielt seine musikalische Ausbildung bei Erich Appel, Marian Migdal und an der Indiana University Bloomington, U.S.A. Er konzertierte in zahlreichen europäischen Ländern, den U.S.A. und Mexiko, und produzierte Aufnahmen für den BR, SWR, WDR, NDR, TV Cultural, TV Romania, Radio Difusione Romania, sowie für amerikanische Rundfunksender. Bernhard Fograscher setzt sich nachhaltig für aktuelle Musik und entlegenes Repertoire ein, in seinem Fokus steht dabei vor allem die Erweiterung des Klaviers, etwa in Form eines zweimanualigen Vierteltonklaviers, oder durch die Einbeziehung erweiterter Spieltechniken, szenischer Elemente oder Live-Elektronik.

Eine Debut-CD mit Christoph Schickedanz wurde weithin gefeiert und ebnete dem Künstler den Weg zu zahlreichen Einspielungen für audite, bayer records und telos music records. Nach Lehrtätigkeiten an der Indiana University und der HfK Bremen unterrichtet Bernhard Fograscher seit 2005 an der HfMT Hamburg.

 

Moderation, Abendgestaltung und Organisation: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Prof. Dr. Nina Noeske und Martina Bick, M.A.

 

Weitere Termine

4. November 2014

Pop-Band als Familie

am Beispiel des Beatles-Filmes „Help“

Prof. Dr. Matthias Tischer, Hochschule Neubrandenburg

 

18. November 2014

Familiendramen auf der Bühne:

Leos Janacek

Prof. Dr. Melanie Unseld, Universität Oldenburg

 

2. Dezember 2014

„und in der Schule […] endlich auch des Bernacchi gebildet.“

Vom Kastraten zum contralto musico:

Gesangsgenealogie im 18. und frühen 19. Jahrhundert

Dr. Anke Charton,

Hochschule für Musik Detmold / Universität Paderborn

 

13. Januar 2015

Familienkitsch?

Freundschafts- und Familienbilder in der Musik

des 19. und 20. Jahrhunderts

Prof. Dr. Nina Noeske,

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

27. Januar 2015

Harmonische Relationen als Familienaufstellung.

Zur Wahl musiktheoretischer Metaphern aus weiblicher

und männlicher Perspektive

Prof. Dr. Annegret Huber,

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

 

10. Februar 2015

Muss es sein? – Quartettfamilien

Sonia Simmenauer, Berlin und Hamburg