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22.10.2015 15:05 Alter: 1 Jahre

Neues aus Genderforschung und Musikvermittlung - Geschichte(n) schreiben. Eine Bestandsaufnahme -

27.10.2015 │ 18 Uhr │ Mendelssohn Saal │ HfMT │ Harvestehuder Weg 12, 20148 Hamburg

Jens Wagner + Anna Tasiemska

Ireneusz Manuszewski

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der

 

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XVI:

- Neues aus Genderforschung und Musikvermittlung -

 

am Dienstag, dem 27. Oktober 2015

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

mit dem Thema

 

Geschichte(n) schreiben. Eine Bestandsaufnahme

Einführungsvortrag von Prof. Dr. Nina Noeske, HfMT Hamburg

 

Musikprogramm:

Hamburger Erstaufführungen von Germaine Tailleferre: 

„Guitare“ für Gitarre solo

Concerto pour deux guitares et orchestre

Jens Wagner und Anna Taseimska, Gitarre

Ireneusz Manuszewski, Klavier

 

Eintritt frei.

 

Moderation, Abendgestaltung und Organisation: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Prof. Dr. Nina Noeske und Martina Bick, M.A.

 

Neue Herausforderungen für die Musikwissenschaft

Welche (Musik-)Geschichte(n) aufgeschrieben werden, welche Ereignisse - Personen, Werke, Strukturen, Handlungen - also „Geschichte schreiben“ und ins kulturelle Gedächtnis eingehen, hängt von vielen Faktoren ab. Exemplarisch gezeigt werden kann dies an der abendländischen Musikhistoriographie, deren Blick stets perspektivisch war (und ist). So ist das Interesse an der Vergangenheit immer stark beeinflusst von der eigenen Gegenwart, und es verwundert kaum, dass Musikerinnen und Musikschriftstellerinnen, aber auch Briefpartnerinnen, Schwestern und Witwen „großer Musiker“ erst dann Gegenstand der Forschung wurden, als sich um 1980 in den USA und Europa eine zweite große Welle der Frauenbewegung etabliert hatte. Die traditionell männlich geprägte Musikforschung stand vor neuen Herausforderungen: Mit den Frauen rückten nicht nur vernachlässigte Akteurinnen der Musikgeschichte, sondern auch Fragen nach weiblichen und männlichen Instrumenten, nach der Manifestation von Geschlecht im musikalischen Werk, nach dem „Gendering“ von Komponisten (Stichwort: weiblicher Beethoven) oder nach der musikalischen „Performance“ in den Fokus. Kurz: Die Musikwissenschaft als ganze stand (und steht) vor neuen Herausforderungen.

Hinführend zu aktuellen Forschungsergebnissen musikbezogener Genderforschung zeichnet dieser Vortrag die ersten (tastenden) Anfänge und schließlich den ersten „Boom“ der musikwissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung in den 1980er und 90er Jahren in Deutschland und den USA nach, wobei zentrale Themen erläutert und offene Probleme zur Diskussion gestellt werden. Erst vor diesem Hintergrund wird deutlich: Keine der in dieser Ringvorlesung vorgestellten Neuerscheinungen ist als solche selbstverständlich...

 

 

Zusätzliche Informationen

 

Nina Noeske studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Musikpraxis in Bonn, Weimar und Jena. 2005 promovierte sie über Neue Instrumentalmusik in der DDR und war anschließend Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar (Leitung einer Nachwuchsgruppe zur "Neudeutschen Schule") und 2007–2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungszentrum Musik und Gender an der Hochschule für Musik, Theater und Medien (HMTM) Hannover. 2012 bis 2014 vertrat sie Professuren in Hannover und an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und wurde Assistenzprofessorin für Musikwissenschaft an der Universität Salzburg. 2014 erfolgte ihre Habilitation an der HMTM Hannover mit einer Diskursanalyse von Liszts Faust-Symphonie. Seit Oktober 2014 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg mit den Forschungsschwerpunkten Musik / Kultur vom 18. bis 21. Jahrhundert (u.a. Musik in der DDR, Franz Liszt und die Neudeutsche Schule), Musik und Gender, Musikästhetik, Filmmusik, Musik und Politik.

 

Jens Wagner bereiste als Solist und Kammermusiker mehr als 40 Länder und spielt regelmäßig auf internationalen Festivals. Sein Studium absolvierte er in Wien, Essen und Bremen. 12 CD Einspielungen (Duo, Solo) dokumentieren seine künstlerische Arbeit. Jens Wagner ist Professor für Gitarre an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und unterrichtet zudem an der Hochschule für Künste in Bremen.

 

Anna Tasiemska studierte an der Musikakademie "I.J.Paderewski" in Posen und an der Hochschule für Künste in Bremen. Sie war Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und absolvierte zahlreiche internationale Meisterkurse bei renommierten Gitarristen. Ausgedehnte Konzerttätigkeit als Solistin, in Kammer­musikbesetzungen und mit Orchester. Sie ist Dozentin an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.

 

Ireneusz Manuszewski studierte an der Musikakademie in Gdansk in der Klasse von Professor Katarzyna Popowa-Zydron und bei Professor Karl-Heinz Kämmerling an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. 2007 hat er an der Hochschule für Künste Bremen das Konzertexamen mit Auszeichnung abgeschlossen. Auszeichnungen erhielt er vom POSK International Music Competition in London und vom polnischen Minister für Kultur und Kunst für zeitgenössische Musik in Warschau. Er spielt regelmäßig Konzerte in Deutschland und Asien.