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03.11.2015 04:08 Alter: 1 Jahre

Neues aus Genderforschung und Musikvermittlung - Neue Formen der Musikvermittlung

Im Rahmen der Ringveranstaltung "Gender Studies und Musik XVI" laden wir Sie herzlich ein zu dem Thema: „Neue Formen der Musikvermittlung: Zwei multimediale Websites im Rahmen der Forschungsplattform MUGI“.

 

Die Veranstaltung findet statt am Dienstag, dem 10. November 2015, 18.00 Uhr (s.t.), im Mendelssohnsaal der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

Einführungen von Florian Rügamer und Martina Bick (HfMT), Cornelia Geissler und Dr. Bettina Knauer (Hamburg) Sprecherinnen: Toini Ruhnke und Thore Vincent Lüthje (HfMT, Klasse von Prof. Marc Aisenbrey) Eintritt frei.

 

 

Musikvermittlung und Genderforschung mit neuen Medien im Transfer von Wissenschaft und Schule

Anhand von zwei multimedialen Websites des Internetportals „MUGI = Musik und Gender im Internet“, das seit 2003 an der HfMT Hamburg unter Leitung von Prof. Dr. Beatrix Borchard entwickelt und herausgegeben wird, sowie der Erläuterung des neuen technischen Verfahrens „Web Graphics Library“ werden an diesem Abend aktuelle Möglichkeiten der Musikvermittlung im Internet vorgestellt.

Auf der Website „Musikschriftstellerinnen im 19. Jahrhundert“ haben die Autorin Martina Bick und die Webgraphikerin Cornelia Geissler die Musikschriftstellerinnen La Mara (d.i. Marie Lipsius), Lina Ramann und Anna Morsch porträtiert, die sich in einem zu ihrer Zeit noch vollständig männlich geprägten Beruf erfolgreich etablieren konnten. Wie haben diese Frauen gelebt? Worüber haben sie geschrieben? Bieten ihre Musikgeschichte(n) eine neue oder andere Sichtweise - auch hinsichtlich der Darstellung von Frauen in der Musik? Und mit welchen Mitteln lassen sich diese Themen im Internet innovativ darstellen?

Die Web Graphics Library, kurz WebGL, bietet erstmals die Möglichkeit hardwarebeschleunigte 3D-Grafiken direkt in einem Webbrowser – ohne zusätzliche Erweiterungen – anzeigen zu lassen sowie diese in Echtzeit interaktiv zu animieren. Die von der Khronos Group (einem Konsortium mehrerer Hard- und Software-Unternehmen, darunter AMD, Intel, NVIDIA, Google sowie Oracle) entwickelte Technologie wurde erst vor wenigen Jahren auf der Game Developer Conference 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt. Spätestens mit der Unterstützung auf mobilen Endgeräten (z.B. iOS ab Version 8) ist abzusehen, dass WebGL in den kommenden Jahren das „Gesicht“ des World Wide Web nachhaltig verändern und prägen wird. Florian Rügamer wird über die Möglichkeiten referieren, wie sich diese neue Technologie auch für den Bereich der Musikvermittlung und -forschung nutzbar machen lässt.

In Kooperation mit der Gesamtschule Bergedorf entstand so bereits eine Webseite zum Thema „Panorama der Vielfalt. Musik und Gender in heutiger Popularkultur“,  welche die von Schülerinnen und Schülern erarbeiteten Inhalte in einem dreidimensionalem Raum darstellt bzw. dokumentiert. Im Transfer Wissenschaft-Schule wurden von Dr. Bettina Knauer und der MUGI-Arbeitsstelle über vier Jahre an insgesamt acht Hamburger Schulen mit einhundertfünfzig Schüler_innen die Vielfalt der Formen, Räume und Orte kulturellen Handelns insbesondere auch von Frauen identifiziert und neue Perspektiven in der Vermittlung von Musik und Musikgeschichtsschreibung entwickelt. Dr. Bettina Knauer berichtet von den Stationen des Projektes, der Entwicklung der Fragestellungen in den verschiedenen Jahrgangsstufen und den Impulsen, die sich daraus auch für performative, multimediale Wissensräume ergeben haben.

Martina Bick studierte Historische Musikwissenschaft, Neuere deutsche Literatur und Gender Studies in Münster und Hamburg und arbeitet seit seit 2001 als Referentin der Gleichstellungsbeauftragten an der HfMT Hamburg. Seit 2005 ist sie außerdem wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Internetportal MUGI. Sie hat außerdem Kriminalromane, Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht und erhielt Preise und Stipendien, u.a. als Krimistadtschreiberin in Flensburg (Nordfälle-Preis 2001). Zuletzt erschienen: „Weihnachten auf dem Lande“ (Aufbau Verlag) und „Provenzalische Begegnungen“ (zus. mit Margret Storck, Edition Contra-Bass).

 Cornelia Geissler studierte an der HfbK Hamburg und lebt als bildende Künstlerin, Fotografin, Web-Graphikerin und Dozentin in Hamburg. http://cornelia-geissler.de/

 Toini Ruhnke und Thore Vincent Lüthje studieren im 3. Semester Schauspiel an der HfMT.

Florian Rügamer, geboren in Nürnberg, studierte Historische Musikwissenschaft, Deutsche Sprachwissenschaft und Linguistische Informatik an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg sowie Historische und Systematische Musikwissenschaft an der Universität Hamburg. 2008 schloss er sein Studium mit einer Arbeit über „Die Tonfolge B-A-C-H in Zwölftonkompositionen der Neuen Wiener Schule“ ab. Über die Mitarbeit in der „freien Enzyklopädie Wikipedia“ erwarb er sich erste Kenntnisse in Webtechnologien wie HTML, CSS, JavaScript und PHP. Seit 2010 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HfMT und u.a. auch für die technische und konzeptionelle Weiterentwicklung der Forschungsplattform MUGI – Musikvermittlung und Genderforschung im Internet (http://mugi.hfmt-hamburg.de) unter der Leitung Prof. Dr. Beatrix Borchards mitverantwortlich.

Dr. Bettina Knauer studierte Germanistik, Philosophie, Theaterwissenschaft, Buch- und Bibliothekswissenschaften, Christliche Archäologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Würzburg und Erlangen-Nürnberg; 1992 war sie wiss. Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte der Universität Erlangen-Nürnberg und promovierte 1993 Promotion mit einer Arbeit über Clemens Brentano, 1993-2000 forschte und lehrte sie als Akademische Rätin an der Universität Erlangen-Nürnberg; nach Stationen in der PR- und Werbebranche in Hamburg, Hongkong und Hangzhou arbeitet sie seit 2002 als Kulturmanagerin, entwickelt neue Formen und Formate in der Vermittlung von Musik, Literatur und Kunst und konzipierte zahlreiche Musiktheater(Ur-)Aufführungen; seit 2008 leitet sie das Kulturforum21 des Katholischen Schulverbandes Hamburg, das das Thema kulturelle Vermittlung in Kooperation mit Künstlern und Institutionen für 21 Schulen in Hamburg verfolgt; sie hat Lehraufträge an der Universität Hamburg, an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und in der Erwachsenenbildung. 

 Moderation, Abendgestaltung und Organisation: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Prof. Dr. Nina Noeske und Martina Bick, M.A.