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30.06.2008 20:13 Alter: 8 Jahre

POLYNYMPH - verlangen vergehen

Ein szenisches Emblem in Musik

Barock in der Schiffsschraubenfabrik -

Ein Musiktheater-Abend mit Barockmusik, zwei Sängern, zwei Tänzern und Video

Fassung aus Opernszenen von Marin Marais und einer Kantate von Louis-Nicolas Clérambault

 

Wir laden Sie sehr herzlich ein zur Diplominszenierung "Polynymph" des Musiktheater-Regie-Studenten Jörg Lillich. "Polynymph" ist eine Collage aus zwei Opern von Marin Marais und einer Kantate von Louis-Nicolas Clérambault. Barockes musikalisches Material, Videosequenzen und choreographische Elemente formt Jörg Lillich zu einem musiktheatralischen Abend mit perfomativem Charakter.

 

Premiere am 4. Juli 2008, 20 Uhr

Vorstellungen am 5., 8. und 10. Juli, 20 Uhr in den Zeisehallen, Friedensallee 9, 22765 Hamburg

Die letzte Vorstellung findet im Rahmen des Festivals "Finale" am 11. Juli um 19 Uhr im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses statt.

 

Zugegeben: Die französische Barockkantate war zu ihrer Entstehungszeit ausdrücklich nicht dafür gedacht, auf die Bühne gebracht zu werden. Sie entstand abseits vom prunksüchtigen Hoftheater im intimen Rahmen von Kammeraufführungen als neue Gattung für den musikalischen Liebhaber. Ein Theater für den Kopf war sie, die weltliche Kantate in Frankreich. Eine Bühne im Geist, die Theaterformen andachte, die erst 200 Jahre später auf der Bühne Wirklichkeit werden sollten. Genau diese barocke Vielschichtigkeit wieder sinnlich erfahrbar zu machen, will der Musiktheater-Abend in den Zeisehallen versuchen, für den Jörg Lillich eine weltliche Kantate mit Ausschnitten aus zwei Opern szenisch collagiert.

Da singen die Darsteller von Liebesfrust und -lust der Nymphen und sind zugleich Suchende von heute. Tänzer werden zu Göttern und sind doch auch eine andere Seite vom Ich der Sänger. Und Videoprojektionen schlagen eine Brücke zwischen post-postmoderner Haltlosigkeit und der Faszination üppiger Barockkulissen. Heraus kommt ein heiteres Spiel überm Abgrund, das von Liebe und Tod erzählt, vom Nicht-Verstanden-Werden und von flüchtigen Momenten der Nähe, ja des Glücks. Getragen wird dieses Spiel von eindringlicher Barockmusik, die im kleinen Ensemble die Schönheit ihrer Basslinien und die Kraft chromatischer Wendungen pur und stark erstrahlen lässt.

 

Musikalische Leitung: Irina Hochman. Regie: Jörg Lillich, Video Youssef Tabti, Choreographie: Lea Schilling

Mit: Nicole Hoff, Daniel Dropulja, Lea Schilling, Andreas Munzel