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12.06.2008 11:34 Alter: 8 Jahre

Premiere für eine neue Klarinette:

Bohlen-Pierce-Klarinetten werden erstmals in Hamburg vorgestellt

 

Am

Freitag den 13. Juni 2008, 10:00 - 22:00 Uhr

im Forum der Hochschule für Musik und Theater

werden unter dem Motto

"JETZTMUSIK mit neuen und traditionellen Klarinetten"

erstmals Bohlen-Pierce-Klarinetten und klassische Klarinetten in einem Workshop und im Konzert vorgestellt. Dazu laden wir Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei.

 

Die Hamburger Musikhochschule als "Geburtsort" der Bohlen-Pierce-Klarinette

Die Erfindung dieses Instruments und der dazu gehörigen Skala ist eng verbunden mit der Hamburger Musikhochschule:

In den frühen 70ern besuchte Heinz Bohlen, ein Mikrowellen-Ingenieur, die Klasse von Diether de la Motte, damals Theorielehrer an der Hochschule. Alle Studierenden, darunter später bekannt gewordene Musiker wie Christian Brunnert, Helmut W. Erdmann, Clemens Kühn and Peter W. Schatt, benutzten unsere klassische Zwölftonskala, was Bohlen stutzig machte, konnte man sich doch komplett andere Skalen vorstellen. Er machte sich an die Arbeit und ersetzte den klassischen Dreiklang, der in Naturtonverhältnissen mit 4:5:6 beschrieben werden kann, durch 3:5:7, und kam prompt auf eine völlig andere Skala, die optimal (mit einer leichten Temperierung) mit 13 gleichen Schritten innerhalb einer Duodezime dargestellt werden kann. Nun ist die Duodezime just jenes Intervall, worin die Klarinette überbläst (und nicht, wie etwa die Flöte, in die Oktave). Was lag näher, als solch ein Instrument schließlich zu bauen. Das ist nun vor ein paar Jahren in Kanada geschehen, und erstmals kommt dieses neue Instrument nach Hamburg. Mit Heinz Bohlen kam praktisch zeitgleich auch der US-amerikanische Wissenschaftler John R. Pierce (und der Holländer Kees van Prooijen) auf dieselbe Skalenidee "13. Wurzel aus 3". Etabliert hat sich der Doppelname "Bohlen-Pierce-Skala".

 

Die Komponisten Georg Hajdu (der den Bau der Instrumente mit anstieß), Peter Michael Hamel, Sascha Lemke und Manfred Stahnke haben für das neue Instrument geschrieben, Fredrik Schwenk benutzt es in Kombination mit der klassischen Klarinette. Andere Komponistinnen und Komponisten wie Renate M. Birnstein, Wolfgang-Andreas Schultz und Jörn Arnecke steuern Klarinettenwerke in der klassischen Stimmung bei:

Werke von Georg Hajdu, Peter Michael Hamel, Sascha Lemke, Fredrik Schwenk, Manfred Stahnke, (Bohlen-Pierce-Klarinetten); Jörn Arnecke, Renate M. Birnstein, Wolfgang-Andreas Schultz (klassische Klarinetten).

 

10:00 Uhr Workshop im Forum

Nora-Louise Müller und Anna Bardeli - Vorstellung der Bohlen-Pierce-Klarinette und einiger musikalisch-technischer Aspekte der neuen Werke für das Instrument. Außerdem: Georg Hajdu und Manfred Stahnke - Zur Geschichte und zum theoretischen Hintergrund der neuen Skala.

 

20:00 Uhr Konzert im Forum

Die Interpretinnen und Leiterinnen des Workshops sind Anna Bardeli (Reinbek) und Nora-Louise Müller (Lübeck).

 

Nora-Louise Müller und Anna Bardeli - mit Victoria Reich (Percussion) und Xiaorui Hao (Viola).