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20.02.2008 19:08 Alter: 9 Jahre

Rauhe - Preis für Neue Kammermusik verliehen

In einer feierlichen Veranstaltung wurde vom Stifterehepaar Rauhe am 20. Februar 2008 der Annemarie und Hermann Rauhe Preis für Neue Kammermusik zu gleichen Teilen an den Komponisten Leopold Hurt und das Boulanger-Trio (Karla Haltenwanger, Klavier, Birgit Erz, Violine, llona Kindt , Violoncello) verliehen.

 

Präsident Elmar Lampson hob als Besonderheit dieses Preises hervor, dass "gleich zwei wichtige Bereiche der Hochschule - die Kammermusik und der Kompositionsbereich - gefördert und zu einem lebendigen Austausch animiert werden."

 

Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis wird jährlich ein Ensemble des Masterstudienganges Kammermusik der Hochschule ausgezeichnet, das über exzellente künstlerische Leistungen hinaus innovative Konzeptionen zur Verbindung von klassischem und zeitgenössischem Repertoire entwickelt hat, um der zeitgenössischen Kammermusik neue Hörer zu erschließen. Zugleich wird der Preis jeweils an eine Komponistin bzw. einen Komponisten für eine Auftragskomposition für Ensemble vergeben.

 

Der Rauhe-Preis ist der höchstdotierte Preis, der für Neue Kammermusik vergeben wird. Zum neuartigen Profil des Preises gehören außerdem eine CD-Produktion und Auftrittsmöglichkeiten bei NDR Start und bei Festivals.

Der Preis war von dem Ehepaar Rauhe im Jahr 2005 gestiftet worden. Hermann Rauhe - langjähriger Präsident der Hochschule von 1976 bis 2004 - unterstützt die Arbeit der Hochschule weiterhin als Ehrenpräsident.

 

 

Die Preisträger

Das Boulanger Trio (Karla Haltenwanger (Klavier), Birgit Erz (Violine) und Ilona Kindt (Violoncello)) studiert an der Hochschule im Masterstudiengang Kammermusik bei Prof. Niklas Schmidt.

 

Das Trio hat sich in kürzester Zeit zu einem der beachtenswertesten Klaviertrios entwickelt. Bereits wenige Monate nach seiner Gründung im Jahr 2006 wurde es als eins von weltweit acht Klaviertrios zum 5th Melbourne International Chamber Music Competition eingeladen, der im Juli 2007 stattfand.

 

In jüngster Vergangenheit (September 2007) gewann das Trio den 2. Preis beim 4. Trondheim International Chamber Music Competition, ein erster Preis wurde nicht vergeben, und erhielt unter anderem Einladungen in die Musikhalle Hamburg, ins Konzerthaus Berlin, zu den Sommerlichen Musik-tagen Hitzacker und ins Athenäum Bukarest. Es wurde vom Rumänischen und Norwegischen Rundfunk, von Deutschlandradio Kultur und vom NDR gesendet. Seine Konzerte in Australien wurden live auf ABC Classic FM übertragen.

 

Im Zentrum der musikalischen Arbeit steht das klassisch-romantische Re-pertoire. Darüber hinaus widmet sich das Boulanger Trio auch besonders selten gespielten oder für lange Zeit vergessenen Kompositionen und befasst sich intensiv mit zeitgenössischer Kammermusik. Sein besonderes Engagement für die Komponistin Lili Boulanger geht schon aus der Na-mensgebung hervor.

 

 

Leopold Hurt

(geboren 1979 in Regensburg) ist eines der herausragenden Talente der Kompositionsklassen. Er studierte Zither, Viola da Gamba/Violone und His-torische Aufführungspraxis am Richard-Strauss-Konservatorium München. In Komposition wurde er von Peter Kiesewetter unterrichtet, es folgten Meis-terkurse bei Dieter Schnebel, Paul-Heinz Dittrich (Komposition) sowie bei Nigel North (Alte Musik) und Kurse für Elektronische Musik am IRCAM in Paris. Momentan studiert er Komposition an der Hamburger Musikhoch-schule bei Prof. Dr. Manfred Stahnke.

 

Leopold Hurt ist ein gefragter Interpret sowohl auf dem Gebiet der Neuen Musik als auch im Bereich der Historischen Aufführungspraxis. Er spielte u. a. mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Sinfonieorchester des WDR, sowie als Solist beim Orchestra di Roma. Daneben ist er beständig auf der Suche nach neuen Einsatzmöglichkeiten für sein Instrument. So entstand beispielsweise die intensive Zusammenarbeit mit dem DJ-Duo Gebrüder Teichmann (Berlin). Konzertreisen führten ihn zuletzt nach China, in den Libanon (Goethe-Institut) und nach Moskau.

Als Komponist machte er unter anderem mit der Kammeroper "Anna Livia Plurabelle" (A*Devantgarde München) und mit dem Oratorium "Muspilli" (Kompositionsauftrag der Regensburger Philharmoniker) auf sich aufmerksam.