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Regieprofessor Dominik Neuner inszeniert zum Abschied von der HfMT die Opernuraufführung „Yang Guifei – die Konkubine des Kaisers“
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21.02.2014 11:17 Alter: 3 Jahre

Regieprofessor Dominik Neuner inszeniert zum Abschied von der HfMT die Opernuraufführung „Yang Guifei – die Konkubine des Kaisers“

Premiere am 23.2.14 │ 18:00 Uhr │ Forum der Musikhochschule

Dominik Neuner

Dominik Neuner gehört seit 2002 zu den prägenden Professorenpersönlichkeiten der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Bevor er sich mit seiner Emeritierung wieder ganz auf seine internationale Arbeit als Regisseur konzentrieren kann, verabschiedet er sich am Sonntag, 23.2.2014 um 18 Uhr mit seiner letzten Inszenierung im Forum der HfMT – der mit Spannung erwarteten Uraufführung der Oper „Yang Guifei – die Konkubine des Kaisers“ der chinesischen Komponistin Yijie Wang.

 

Als Professor unterrichtete Neuner sowohl die Sängerinnen und Sänger der Opernklasse als auch die angehenden Musiktheater-Regisseure der Theaterakademie Hamburg. Seine pädagogische Exzellenz verband er stets mit der künstlerischen Praxis.

So standen seine Studierenden in vielen seiner Inszenierungen auf der Forumsbühne und konnten so von seinem immensen Wissen und Können profitieren: Dazu zählten in der Spielzeit 2004/05 „Ein Sommernachtstraum“ (Benjamin Britten), 2006/07 die Uraufführung „AlkestisKomplex“ (mit Musik mehrerer Komponisten), 2008/09 die Uraufführung „Medea“ (Leopold Hurt), 2009/10 „Don Giovanni“ (Mozart), 2012/2013 und 2013/14 „opera concisa – Die Werkstatt der Opernklasse“. Viele seine Inszenierungen im Rahmen der Hochschule-Reihe „junges forum Musik + Theater“ stattete er selbst auch als Bühnenbildner aus.

Neben den Inszenierungen der Opernklassiker legte Neuner einen Schwerpunkt auf die interdisziplinäre Arbeit: Die Uraufführungsprojekte „AlkestisKomplex“ und „Medea“ entstanden jeweils in fächerübergreifender Zusammenarbeit aller Dekanate. Neuners Initiativen besitzen damit Modellcharakter für die Durchdringung von intensiver Kunst und Wissenschaft an der HfMT.

Darüber hinaus hat Dominik Neuner die Zusammenarbeit mit der HafenCity Universität vorangetrieben und die „[Q] STUDIES“, das dortige Studium generale Programm, mit seiner Arbeits- und Herangehensweise sehr bereichert. Er verstand es, aus einem künstlerischen Kontext kommend, sein Wissen und seine Inspiration mit Studierenden aus den dazu konträren Fachbereichen Architektur, Stadtplanung und Bauingenieurwesen zu reflektieren.

 

 

 

Biographie Dominik Neuner

Der in Basel geborene Regisseur kam 1973 nach Stuttgart, wo er die Schauspielschule an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst absolvierte. Seine Laufbahn als Schauspieler und Regieassistent begann 1976 am Staatstheater Stuttgart und am Theater der Stadt Heidelberg.1978 wurde er als Dramaturg, Regisseur und Schauspieler an die Württembergische Landesbühne Esslingen engagiert. Gastinszenierungen führten den Schauspielregisseur alsbald nach Aachen, Luxemburg, Saarbrücken, Basel und Luzern.

Erste Lehraufträge folgten an den Hochschulen Stuttgart, Esslingen und Maastricht. 1985 bis 88 leitete Neuner als Oberspielleiter das Schauspiel am Stadttheater Würzburg, wo er auch im Musiktheater als Regisseur und Bühnenbildner seine Spuren hinterließ. Seit 1990 inszenierte er in Maastricht, Amsterdam, Rotterdam und wiederholt in den Opernhäusern von Prag, Innsbruck, Regensburg, Braunschweig, Kiel und Münster.

1996 wurde Neuner als Operndirektor ans Hessische Staatstheater Wiesbaden berufen. Dort inszenierte er u.a. „Die Zauberflöte“, „Die tote Stadt“, „Salome“ und „Rosenkavalier“, „Freischütz“, „Turandot“, „Maria Stuarda“ und „Der Spieler“ von Prokofjew. Seine Produktionen von Hans Werner Henzes „Der Prinz von Homburg“, Wagners „Tannhäuser“ und die Uraufführung von Gerhard Stäblers „CassandraComplex“ wurden auch im Rahmen der Internationalen Maifestspiele gezeigt. In  Bremen inszenierte er außerdem die Opern „Cavalleria rusticana“ und „I Pagliacci“ (1998) sowie „La Bohème“ (2002).

Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Toshijuki Kamioka, den Bühnenbildnern Roland Aeschlimann und Hans Dieter Schaal, sowie den Dramaturgen Norbert Abels und Margrit Poremba fand ihre Fortsetzung am Badischen Staatstheater Karlsruhe mit „Hoffmanns Erzählungen“ (2003), „Mazeppa“ (2006), „Manon Lescaut“ (2008) - und in Wuppertal mit „Pique dame“ (2006). In diesem Zeitraum entstanden u.a. auch die Produktionen, die Neuner als Regisseur und Bühnenbildner für das Landestheater Linz („Peter Grimes“, „Katja Kabanova“, „Die lustigen Weiber von Windsor“) und am Staatstheater Kassel („Elektra“ und „Il Trovatore“) inszenierte.

2010 brachte er am Staatstheater Saarbrücken zusammen mit dem Dirigenten Toshijuki Kamioka, dem Bühnenarchitekten Hans Dieter Schaal und der Kostümbildnerin Marie-Luise Strandt erneut eine viel gelobte Inszenierung von Puccinis „Turandot“  auf die Bühne. Auch den Burgfestspielen der Stadt Freudenberg am Main war Neuner von 1993 bis 2009 als Regisseur, Ausstatter und künstlerischer Leiter eng verbunden. Neun Spielzeiten mit neun Uraufführungen. Brisante Stoffe aus der regionalen Geschichte, von hervorragenden Autoren ins Heute erzählt, fanden schnell ein überregionales Publikum.

Neben Essays und Vorträgen zu Rezeptionsfragen des Musiktheaters erschienen 1991/92 die Biographien „Mozart auf Reisen“ und „Rossini“. Es folgten die deutschen Übersetzungen der Rossini-Opern „Adina“ und „La Gazzetta“.

 

(Text Peter Krause, Hochschule für Musik und Theater Hamburg)