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29.10.2012 04:34 Alter: 4 Jahre

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XIV:

30.10.2012 | 18 Uhr | „Die Musik ist ein Weib“ (Richard Wagner) - zuschreiben – einschreiben - gegenschreiben

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der Veranstaltung

 

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XIV:

„Die Musik ist ein Weib“ (Richard Wagner)

zuschreiben – einschreiben - gegenschreiben

 

am Dienstag, dem 30. Oktober 2012

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

Zuschreiben:

„Die Musik ist ein Weib“ (Richard Wagner)

 

Einführungsvortrag von Prof. Dr. Eva Rieger, Vaduz

 

Lesung: Studierende der HfMT aus der Klasse von Prof. Marc Aisenbrey

 

Eintritt frei.

 

Wagners berühmter Satz „Die Musik ist ein Weib“ (aus „Oper und Drama“) bezieht sich auf die Rolle der Musik, die der Dichtung zu dienen hat. Sein Aufsatz verrät ebenso viel über seine Auffassung der weiblichen „Wesensarten“ wie über seine Vorstellung von der Rolle von Musik und Text in der Oper. Im Vortrag wird gezeigt, wie die Struktur der Geschlechterordnung, die im 19. Jahrhundert vorherrschte, sich auch auf die Musiksprache übertragen hat, wobei Wagner einer der prägendsten Gestalter auf diesem Gebiet war. Anschließend wird an zwei Beispielen demonstriert, dass und wie Wagners Abhängigkeit von Frauen (und zugleich Phantasien über sie) sein Werk durchdringt: Anhand des Aufbaus der „Meistersinger“ kann man verfolgen, wie Leben und Werk sich vermengen, und anhand des Schlusses des „Ring des Nibelungen“, wie sehr sich die Forscher bei ihren Deutungen in Spekulationen verfangen haben, denn Brünnhilde stirbt nicht, um die Welt zu retten, sondern aus Liebe zum Mann. Brünnhildes Stärke, die so oft als Beispiel für das Ausbrechen aus der Frauenrolle des 19. Jahrhunderts gesehen wird, fällt angesichts ihrer Adoration Siegfrieds in sich zusammen. Es obliegt den Regisseuren, im 21. Jahrhundert nach Wegen zu suchen, um die alte Geschlechterkonstruktion zu durchbrechen: bisherige Ergebnisse stimmen nicht unbedingt hoffnungsvoll.

 

Prof. Dr. Eva Rieger, Musikwissenschaftlerin, Musikpädagogin und bis 2000 Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Universität Bremen, schrieb 1981 die erste Untersuchung über die Gründe für die mangelnde Repräsentanz von Musikerinnen in der Musikkultur ("Frau, Musik und Männerherrschaft", Berlin 1981). Neben allgemeinen Studien zur Musikerziehung befasste sie sich vor allem mit geschlechtsspezifischen Themen in Publikationen zur Rolle der Frau in der Musikgeschichte sowie zur feministischen Musiktheorie.

Seit vielen Jahren forscht sie außerdem sowohl biografisch als auch musik- und kulturanalytisch über  Wagners Musik und Leben, nachzulesen u.a. in „Minna und Richard Wagner. Stationen einer Liebe“, Artemis & Winkler Verlag 2003, „‘Leuchtende Liebe, lachender Tod‘: Richard Wagners Bild der Frau im Spiegel seiner Musik“, Artemis & Winkler Verlag 2009 und in dem ganz aktuell erschienenen Buch „Friedelind Wagner: Die rebellische Enkelin Richard Wagners“, Piper Verlag 2012.

 

 

Organisation und Abendgestaltung:

 

Prof. Dr. Beatrix Borchard und  Martina Bick, M.A.