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08.01.2014 16:37 Alter: 3 Jahre

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XV

„Ein Gespräch der neuen mit der alten Zeit“ – Sara Levy und die an sie gerichteten Kompositionen Carl Philipp Emanuel Bachs

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der

 

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XV:

 

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) –

der „große“ Bach – Profile eines „Originalgenies“

 

am Dienstag, dem 14. Januar 2014

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

mit dem Thema

 

„Ein Gespräch der neuen mit der alten Zeit“ – Sara Levy und die an sie gerichteten Kompositionen Carl Philipp Emanuel Bachs

Vortrag von Dr. Cornelia Bartsch, Universität Basel

 

Carl Philipp Emanuel Bach: Quartette Wq 93 und 95

Prof. Hans-Udo Heinzmann (Querflöte), Prof. Anna Kreetta Gribajcevic (Bratsche), Prof. Gerhart Darmstadt (Violoncello) und Isolde Kittel-Zerer (Cembalo), Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

Eintritt frei.

Auf den Spuren jüdischer Frauen in der Berliner Bach-Rezeption des 18. Jahrhunderts    

Carl Philipp Emanuel Bachs letztes Konzert, das Doppelkonzert für Cembalo und Hammerklavier in Es Dur (Wq 47) war ein Auftragswerk für Sara Levy (1761–1854). Die Tochter des Finanzentrepreneurs Friedrichs des Großen und Großtante Fanny Hensels und Felix Mendelssohn Bartholdys war Schülerin von Wilhelm Friedemann Bach, dessen Konzert für zwei Cembali (Fk 46) zu ihrem Repertoire gehörte. Carl Philipp Emanuel Bachs Doppelkonzert korrespondiert so auffällig mit dem seines Bruders, dass die Vermutung naheliegt, Sara Levy habe ihm die Themenanfänge des brüderlichen Konzerts geschickt und ihn darum gebeten, dessen Besonderheiten auf ein Konzert zu übertragen, bei dem das Cembalo mit seinem modernen Pendant, dem Hammerklavier, interagiert. Der Vortrag versucht Sara Levys Rezeption der beiden Konzerte sowie der vermutlich ebenfalls von ihr beauftragten‚ späten Quartette‘ (Wq 93 bis Wq 95) Carl Philipp Emanuel Bachs zu rekonstruieren. Er folgt damit zugleich der Spur jüdischer Frauen in der Berliner Bach-Rezeption des 18. Jahrhunderts und deren Einfluss auf die musikalische Geschmacksbildung.

 

Cornelia Bartsch studierte Schulmusik, Musikwissenschaft, Germanistik und Politologie an der Universität Osnabrück, der Freien Universität und der Hochschule der Künste Berlin. Nach Referendariat und zweitem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien erfolgte die Promotion an der Universität der Künste Berlin. Sie war Wissenschaftliche Mitarbeiterin und später Assistentin für Musik und Gender an der UdK Berlin sowie an der Ethel Smyth-Forschungsstelle des Musikwissenschaftlichen Seminars Detmold/Paderborn und lehrte als Vertretungsprofessorin und Gastdozentin an Universitäten und Musikhochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zurzeit ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SNF-Projekt „Musik und Gender“ der Universität Basel.

 

Aktuelle Publikationen: Cornelia Bartsch, Erzählt Musik Geschlechtergeschichte(n)? Überlegungen zu musikalischer Narratologie und Gender, in: Musiktheorie 27, 2012, H. 1, S. 19-27.

Cornelia Bartsch: Vom Sehnsuchts- zum Erinnerungsort. Fanny Hensels Rom, in: Grotjahn, Rebecca; Meine, Sabine (Hg.): "Dahin!..." Musikalisches Reiseziel Rom. Projektionen und Realitäten, 4, Hildesheim 2011 (= Jahrbuch Musik und Gender), S. 45-55.

 

Organisation und Abendgestaltung:

Prof. Dr. Beatrix Borchard und Martina Bick, M.A. in Zusammenarbeit mit dem Studio für Alte Musik der HfMT Hamburg.