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Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XV: Carl Philipp Emanuel Bach - der „große“ Bach – Profile eines „Originalgenies“
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04.12.2013 16:26 Alter: 3 Jahre

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XV: Carl Philipp Emanuel Bach - der „große“ Bach – Profile eines „Originalgenies“

Empfindsamkeit versus Anakreontik – Carl Philipp Emanuel Bach in seinen Liedern

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der

 

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XV:

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) –

der „große“ Bach – Profile eines „Originalgenies“

 

am Dienstag, dem 10. Dezember 2013

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

mit dem Thema

Empfindsamkeit versus Anakreontik –

Carl Philipp Emanuel Bach in seinen Liedern 

Vortrag von Dr. Katharina Hottmann, Universität Hamburg

 

Musikprogramm:

Lieder von Carl Philipp Emanuel Bach mit Linda Joan Berg,

Marie S. Richter, Trevor Pichanick, Felix Heuser (Gesang) und

Tjark Pinne und Isolde Kittel-Zerer (Hammerflügel).

 

Eintritt frei.

Zum Vortragsthema:

Im mittleren 18. Jahrhundert entfalteten sich in Städten wie Leipzig, Hamburg und Berlin lebendige Liedkulturen, die von verschiedenen Bedürfnissen des Bürgertums getragen waren. Freundschaft, Geselligkeit, Freude und Vergnügen waren identitätsstiftende Themen der Aufklärungsepoche, die in breiten literarischen Diskursen aufbereitet, aber auch im realen Leben praktiziert wurden. Lieder, die mit geringerem musikalischen und logistischen Aufwand im häuslichen Rahmen gesungen werden konnten, waren ein besonders geeignetes Mittel, bürgerliche Werte nicht nur zu beschwören, sondern auch in der Praxis zu erfahren.

Carl Philipp Emanuel Bach hat runde fünfzig Jahre die deutsche Liedgeschichte mitgestaltet und ein sehr vielfältiges Œuvre hinterlassen. In diesem bilden sich einerseits seine engen Freundschaften zu diversen Dichtern und Dichterinnen der Anakreontik und der Empfindsamkeit ab, andererseits verschiedenste literarische, gesellschaftliche und politische Themen, die im Laufe der Jahrzehnte unter veränderten mentalitäts- und stilgeschichtlichen Prämissen auch andere musikalische Ausdrucksformen fanden. Das Vortragskonzert präsentiert ein Panorama des weltlichen und geistlichen Liedschaffens Bachs, wobei gezeigt wird, wie Bachs Kompositionskunst dazu beitrug, Aspekte eines aufklärerischen Selbstverständnisses in das Bürgertum zu vermitteln.

 

Katharina Hottmann promovierte 2003 in Hannover nach einem Lehramtsstudium Musik und Deutsch über Richard Strauss’ Opernästhetik (»Die andern komponieren. Ich mach’ Musikgeschichte!« Historismus und Gattungsbewusstsein bei Richard Strauss: Untersuchungen zum späteren Opernschaffen, Tutzing 2005). Von 2002–2006 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Musik und Gender an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, seit 2006 arbeitet sie an einem Forschungsprojekt »Zur Gattungs- und Kulturgeschichte des weltlichen Liedes im Hamburg der Aufklärung« an der Universität Hamburg. 2007 erhielt sie den Hermann-Abert-Preis der Gesellschaft für Musikforschung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Kultur- und Alltagsgeschichte der Musik, Lieder und Musiktheater im 18. bis 20. Jahrhundert. Besondere Aktivitäten liegen im Bereich der Genderforschung, u. a. durch die Herausgabe mehrerer Sammelbände. Aktuell im Druck ist der 6. Band des Jahrbuchs Musik und Gender mit dem von ihr herausgegebenen Hauptteil zum Thema »Liedersingen – Studien zur Aufführungsgeschichte des Liedes«.

 

Linda Joan Berg schloss 2012 ein Musikstudium für das Lehramt an Grund- und Mittelstufen an der HfMT und der Universität Hamburg ab. Seit 2009 studiert sie Gesang an der HfMT bei Jörn Dopfer. Sie hat bereits bei zahlreichen Studienprojekten im Bereich Oper mitgewirkt (z.B. als Belinda in Purcells Dido und Aeneas, als Maguellonne in Viardots Cendrillon oder in der Opera Concisa) sowie bei Gastengagements an der Oper Kiel. Linda Joan Berg war Musik-Stipendiatin des Rotary Clubs sowie der Deutschen-Schubert-Gesellschaft 2013, Preisträgerin des Mozartwettbewerbs sowie des Elise-Meyer-Wettbewerbs und gemeinsam mit ihrer Liedduopartnerin Claire Schwob Förderpreisträgerin im Wettbewerb für Liedinterpretation des Rotary-Clubs Hamburg.

 

Marie Sophie Richter begann 2009 ihr Gesangsstudium bei Yvi Jänicke an der HfMT. Seit 2012 setzt sie ihren Unterricht bei Carolyn Grace James fort.

Im Frühjahr 2010 spielte sie in der Oper Kiel in Richard Wagners „Die  Meistersinger von Nürnberg“ einen Lehrbuben.  Sie wirkte außerdem in mehreren Hochschulproduktionen mit, u.a. in Pauline Viardots Oper „Cendrillon“ und als Dido in „Dido and Aeneas“ von Henry Purcell.

 

Der in Zimbabwe geborene Tenor Trevor Pichanick begann als Knabensopran in seiner Heimatstadt Harare, bevor er sein Musikstudium in Australien aufnahm. Er wurde zum jüngsten Vollzeitmitglied des australischen Opernchores am Sydney Opera House, wo er für mehr als zwei Jahre engagiert war. Als weitere Bereicherung und Vertiefung seiner Studien studiert Trevor Pichanick  jetzt im Master-Studiengang Liedgestaltung an der HfMT bei Mark Tucker und Burkhard Kehring. Trevor Pichanick ist ein Stipendiat der Oscar Vera Ritter Stiftung.

 

Tjark Pinne, Jahrgang 1992, erhielt in seiner Kindheit Unterricht in Klavier und Orgel. Parallel zum Schulbesuch schloss er seine Ausbildung zum nebenamtlichen Kirchenmusiker bei Johannes von Hoff (Oldenburg) ab. Zurzeit studiert er Kirchenmusik an der HfMT bei Martin Böcker (Orgel), Hannelotte Pardall (Chorleitung) und Johanna Wiedenbach (Klavier). Sein besonderes Interesse gilt der Aufführung norddeutscher Barockmusik an den historischen Instrumenten der Region.

 

 

Organisation und Abendgestaltung:

Prof. Dr. Beatrix Borchard und Martina Bick, M.A. in Zusammenarbeit mit dem Studio für Alte Musik der HfMT Hamburg.