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16.01.2014 09:53 Alter: 3 Jahre

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XV - Carl Philipp Emanuel Bach

Der fingierte Prozess von Joseph Martin Kraus gegen Carl Philipp Emanuel Bach fürs Jahr 1777

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der

 

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XV

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788) –

der „große Bach“ – Profile eines „Originalgenies“

 

am Dienstag, dem 21. Januar 2014

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

mit einem Vortrag von Prof. Gerhart Darmstadt mit dem Thema

 

Der fingierte Prozess von Joseph Martin Kraus

gegen Carl Philipp Emanuel Bach fürs Jahr 1777

 

aus: Etwas von und über Musik fürs Jahr 1777, Frankfurt am Mayn 1778

 

mit Timo Rößner (Tenor, Violine),

Marie Richter (Sopran, Violoncello),

Harutyun Muradyan (Cembalo, Clavichord),

Sebastian Dunkelberg (Rezitation „J. M. Kraus“),

Gerhart Darmstadt (Violoncello, Rezitation „C. P. E. Bach“)

 

Eintritt frei.

 

Gerhard Darmstadt dazu: „In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfuhr Carl Philipp Emanuel Bach neben einer außerordentlichen Wertschätzung als Musiker und Komponist auch von mehreren Seiten Kritik. Am drastischsten wurde er durch den 21-jährigen Joseph Martin Kraus (1756–1792) in dessen anonym erschienenen Schrift Etwas von und über Musik fürs Jahr 1777, Frankfurt 1778, verurteilt. Kraus’ Ablehnung bezog sich besonders auf Bachs Selbstdarstellung als Genie, auf das Floskelhafte seiner Kompositionen und das Geschäftsmäßige seines Erfolges. Kraus erörtert seine Ästhetik und seine Ideale in dem für ihn fruchtbarsten Fach der Lieder und Oden im Vergleich mehrerer Komponisten und wendet sich am Ende seines Büchleins dann dem 63jährigen großen Mann Carl Philipp Emanuel Bach zu, mit dem er sich literarisch in Rede und Gegenrede auseinandersetzt, und den er schließlich sogar zu einer Strafe verurteilen lässt.

  Kraus leistete mit seinem polemischen Text einen gewichtigen Beitrag zur Lieddiskussion seiner Zeit. Und wenn er schrieb, „ein wahrer Dichter und ein wahrer Musiker verstehn sich“, so ging es ihm um eine tiefere, innere Wahrheit des Ausdrucks, die in ihrer persönlichen Ausprägung schon an Franz Schubert denken lässt.

  Nach einem Einführungsvortrag werden Gerhart Darmstadt („Bach“) und Sebastian Dunkelberg („Kraus“) den fingierten Prozess rezitieren, unterstützt durch musikalische Beweismittel von Carl Philipp Emanuel Bach, Christoph Willibald Gluck, Christian Gottlob Neefe und Joseph Martin Kraus, die von den Studierenden Marie Richter, Timo Rößner und Harutyun Muradyan gesungen und gespielt werden.“

 

 

Organisation und Abendgestaltung:

Prof. Dr. Beatrix Borchard und Martina Bick, M.A. in Zusammenarbeit mit dem Studio für Alte Musik der HfMT Hamburg.