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07.01.2015 13:59 Alter: 2 Jahre

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XVI

Familienkitsch? Freundschafts- und Familienbilder in der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts

Ioana Tsoneva

Ljuba Markova

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der

 

Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XVI:

Familie – Freundschaft – Konstellationen

 

am Dienstag, dem 13. Januar 2015

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

mit dem Thema

 

Familienkitsch? Freundschafts- und Familienbilder in der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts

Prof. Dr. Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

 

Musikprogramm:

Lieder von Richard Strauss und Songs aus dem Musical „The Sound of Music“ (1959) von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein

Ioana Tzóneva, Gesang

Ljuba Markova , Klavier

 

Eintritt frei.

 

Familiäre Konstellationen in der Kunstmusik und in der Populärkultur

Über die Themen Familie, Freundschaften und - ganz allgemein - zwischenmenschliche Konstellationen wurde im Laufe der Musikgeschichte immer wieder und auf unterschiedlichste Weise künstlerisch verhandelt; dabei spiegeln sich jeweils aktuelle Vorstellungen vom (familiären) Zusammenleben in musikalischen Werken. Der Vortrag geht exemplarisch der Frage nach, wie sich das Bild der bürgerlichen Idealfamilie seit dem späten 18. Jahrhundert zunächst entwickelt - Signum hierfür ist das Ideal der romantischen Liebesheirat - und schließlich verändert. Während bei Mozart, etwa in seiner 1789 entstandenen Oper „Così fan tutte“, der Konflikt zwischen aristokratischem und bürgerlichen Liebes- (und damit Ehe-) Ideal ausgetragen wird, hier also der Beginn des bürgerlichen Zeitalters markiert wird, befestigt auf der anderen Seite der Mozart-Verehrer Richard Strauss mit mehreren seiner Werke familiäre Konstellationen, die sich um 1900 schon längst als brüchig herausgestellt haben. Dass es wiederum die Musik selbst sein kann, die in einer Zeit der Umbrüche menschlichen Zusammenhang zu stiften in der Lage ist, verdeutlicht im 20. Jahrhundert die Trapp-Familie, der u.a. durch ein weltweit berühmtes, 1965 verfilmtes Musical ein musikalisches Denkmal gesetzt wurde. Damit wird der Bogen zur Populärkultur geschlagen; zugleich drängt sich sowohl bei Strauss als auch beim Musical (nicht aber bei Mozart!) die Frage nach dem „Kitsch“ auf, der nach allgemeinem Dafürhalten eine Flucht in eine heile Welt ermöglicht.

 

Nina Noeske studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Musikpraxis in Bonn, Weimar und Jena. 2005 promovierte sie über Neue Instrumentalmusik in der DDR und war anschließend Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar (Leitung einer Nachwuchsgruppe zur "Neudeutschen Schule") und 2007–2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungszentrum Musik und Gender an der Hochschule für Musik, Theater und Medien (HMTM) Hannover. 2012 bis 2014 vertrat sie Professuren in Hannover und an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und wurde Assistenzprofessorin für Musikwissenschaft an der Universität Salzburg. 2014 erfolgte ihre Habilitation an der HMTM Hannover mit einer Diskursanalyse von Liszts Faust-Symphonie. Seit Oktober 2014 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg mit den Forschungsschwerpunkten Musik / Kultur vom 18. bis 21. Jahrhundert (u.a. Musik in der DDR, Franz Liszt und die Neudeutsche Schule), Musik und Gender, Musikästhetik, Filmmusik, Musik und Politik.

 

Ioana Tzóneva, Mezzosopran, wurde in Bulgarien geboren. Sie studierte Opernregie und Gesang an der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia und schloss ihr Studium dort im Sommer 1997 ab. Bereits während ihrer Ausbildung wurde sie Preisträgerin zahlreiche Wettbewerbe. Es folgte das Aufbaustudium Oper und Gesangpädagogik an der HfMT in Hamburg in den Klassen von Prof. Judith Beckmann und Prof. Renate Behle, das sie im Februar 2003 mit dem Diplom beendete. Zahlreiche Rollen gestaltete sie bei Aufführungen des Jungen Musikforums an der HfMT, wie z.B. die Rolle der Sylva aus „Die Csardasfürstin“ von Em. Kalman, die Rolle der Fiordiligi aus „Così fan tutte“ von W. A. Mozart u.v.a. Sie stand bereits auf einer der berühmtesten Bühnen Europas – dem Ständetheater in Prag mit der Rolle der Vitellia aus „La Clemenza di Tito“ von Mozart. Ab Oktober 2004 war sie auf der Bühne des Allee Theaters Hamburg mit der Rolle der Marzelina aus „Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart zu sehen. 2005 bis 2012  war  sie im Ensemble des Volkstheaters „Engelsaal“ engagiert. 2006 bis 2011 wirkte sie in zahlreichen Sendungen der Reihe „Sonntakte“ des NDR mit, sowie bei Operettengalas in der Laeiszhalle. Zur Zeit ist Ioana Tzóneva Gesangsdozentin an der Stage School und promoviert im Fach Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

 

 

Ljuba Markova erhielt ihren ersten Klavier- und Musiktheorieunterricht in Stara Zagora (Bulgarien). 1987 absolvierte sie das Musikabitur mit Auszeichnung und studierte anschließend an der staatlichen Musikakademie „Pancho Vladigerov“ in Sofia bei Prof. Konstantin Ganev und Prof. Georgi Kostov die Fächer Klavier und Komposition. Schon 1992 unterrichtete sie selbst die Fächer Klavier und Klavierbegleitung.

Ab 1994 setzte sie ihr Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei Prof. Volker Banfield fort und schloss es 1998 mit Konzertexamen ab. Sie besuchte Interpretations- und Meisterkurse bei Marcello Abbado, Vera Gornostaeva und Germaine Monnier und errang 1991 den ersten Preis beim internationalen Klavier- und Kompositionswettbewerb "Albert-Roussel". Ljuba Markova war Stipendiatin mehrerer Stiftungen u.a. der Albert Roussel Gesellschaft (1991) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (1994 - 1996). Seit 1983 wirkt sie in Konzerten und Rundfunkaufnahmen als Solistin und spielt mit zahlreichen Orchestern zusammen, u.a. den Philharmonikern Sofia und den Hamburger Symphonikern. Neben Musik für verschiedene norddeutsche Theater komponierte sie die Werke zu ihren Soloprogrammen „Die wasserscheue Ente“, „Alles, was Maria will“ und „Der Aufbruch“.

 

 

Moderation, Abendgestaltung und Organisation: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Prof. Dr. Nina Noeske und Martina Bick, M.A.