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12.01.2010 20:15 Alter: 7 Jahre

Ringvorlesung "Erhalt der kulturellen Vielfalt - Welchen Schutz braucht die Kultur?"

- In der Hochschule für Musik und Theater Hamburg diskutieren namhafte Persönlichkeiten aus Kultur und Medien -

 

Die Industrialisierung ist seit der Globalisierung in fast allen Kulturen der Welt angelangt. Ein neuer kultureller Mainstream verdrängt seit einem Jahrhundert weltweit traditionelle Kulturformen. Aber auch alle für die Massenmedien ?sperrigen? kulturellen Ausdrucksformen werden an den Rand gedrängt. Von daher hat die UNESCO zum Schutz der kulturellen Vielfalt aufgerufen. Was ist darunter zu verstehen? Sollen die ethnischen oder avantgardistischen Kunstformen zukünftig in ausgewiesenen "Kulturschutzzonen" angesiedelt werden? In gewisser Weise ist die traditionelle europäische "Hochkultur" schon längst zu so einer Kulturschutzzone avanciert, denn kaum ein Museum oder Opernhaus könnte hierzulande ohne staatliche Hilfe auskommen. Aber wie steht es um den "Jazz" und um die Kulturen von ethnischen Minderheiten oder kulturellen Traditionen von Bürgern mit Migrationshintergrund? Pluralistische Gesellschaft brauchen pluralistische Kulturlandschaften. Darüber sind sich alle einig. Das amerikanische Modell des Melting Pot aller Kulturen hat sich zu einer kulturellen Mehrstimmigkeit weiterentwickelt, insbesondere in Europa. Aber hinter dieser Utopie entsteht ein Verteilungskampf um die Ressourcen. Wenn hier nicht nur das Recht des Stärkeren gelten soll, müssen Regeln gefunden werden, die für eine gerechte Verteilung der Mittel sorgen. Neben staatlichen Hilfen spielen die Förderstrategien der privaten Stiftungen eine große Rolle. Welche Kriterien für eine Bewertung von Schutzwürdigkeit gelten könnten, soll in der Ringvorlesung im Dialog mit namhaften Persönlichkeiten aus Kultur und Medien diskutiert werden.

 

Wir laden herzlich ein zur sechsten Ringveranstaltung

 

Stadt der Kulturen

am Donnerstag, den 21. Januar 2010, 18:00 bis 19:30 Uhr,

in der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Budge-Palais 12 (ehem. Bibliothek).

Eine Kooperation des Instituts für kulturelle Innovationsforschung (IkI) und des Instituts für Kultur- und Medienmanagement (KMM).

Eintritt frei.

 

In den nächsten Monaten wird das Ruhrgebiet vor allem als Kulturgebiet wahrgenommen werden. Das Programm "Stadt der Kulturen" soll dabei alle dort lebenden Menschen, insbesondere die Jugendlichen, für die Bedeutung der Herausbildung einer aktiven und weltoffenen Gesellschaft sensibilisieren. An die Ausgestaltung der Kulturhauptstadtidee allgemein und des Programms "Stadt der Kulturen" im Besonderen gibt es durchaus unterschiedliche Erwartungen: Wird das Kulturstadtjahr 2010 eher der Hoch- oder stärker der Massenkultur Rechnung tragen? Ist es sinnvoll und zeitgemäß, kulturpolitische Leitbilder und Oberthemen zu formulieren? Und wie ist Nachhaltigkeit zu garantieren?

 

Es diskutieren: Asl? Sevindim (Künstlerische Direktorin "Ruhr 2010 - Kulturhauptstadt Europas", Essen), Tom Stromberg (Leiter "Impulse ? Theaterfestival der freien Szene in Deutschland, Österreich und der Schweiz") und Friedrich Loock.

 

Asl? Sevindim, geb. 1973, Studium Politikwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Seit 2006 Moderatorin der Aktuellen Stunde. Schwerpunkte: Integration, Kultur, Ausbildung & Beruf. Seit neun Jahren ist Asl? Sevindim in der Interkulturellen Kulturarbeit aktiv. Sie ist Mitglied im Kuratorium des Zentrums für Türkeistudien und im Integrationsbeirat des Landes NRW. Sie gehörte Anfang 2006 zum Team, das die Bewerbung des Ruhrgebiets zur Kulturhauptstadt Europas 2010 vor der EU-Expertenjury erfolgreich präsentiert hat. Seit 2007 ist sie Künstlerische Direktorin für das Themenfeld "Stadt der Kulturen", RUHR.2010 GmbH.

 

Tom Stromberg, geb. 1960, lehrt als Dozent am Weiterbildungsangebot "Theater- und Musikmanagement" der Ludwig-Maximilians-Universität in München und ist Mitglied im Kunsthochschulbeirat des Landes Nordrhein-Westfalen.

1986 bis 1996 Dramaturg und später Intendant Theater am Turm (TAT) in Frankfurt. 1996 bis 2000 Leiter des Kultur- und Ereignisprogramms der EX-PO2000 in Hannover. 1997 Kurator des Theaterprogramms der documenta X, "Theaterskizzen", in Kassel. 2000 bis 2005 Intendant am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (2005 "Theater des Jahres").

 

Prof. Dr. Friedrich Loock, geb. 1959, studierte Betriebswirtschaft und Publizistik in Bielefeld und Berlin, absolvierte nach seinem Studium ein Training-on-the-job bei Arthur D. Little, promovierte über das Zusammenwirken von Kultur und Wirtschaft, war anschließend u.a. Referent beim Senat von Berlin und Referent Public Affairs bei der Lufthansa, er übernahm 1998 den Lehrstuhl für Kultur- und Medienmanagement an der HfMT, wo er seit 2000 Direktor des gleichnamigen Instituts ist.

 

Fotos

sind unter gabriele.bastians@hfmt.hamburg.de oder iki@hfmt-hamburg.de abrufbar.