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04.01.2010 16:17 Alter: 7 Jahre

Ringvorlesung "Erhalt der kulturellen Vielfalt - Welchen Schutz braucht die Kultur?"

In der Hochschule für Musik und Theater Hamburg diskutieren namhafte Persönlichkeiten aus Kultur und Medien.

 

Die Industrialisierung ist seit der Globalisierung in fast allen Kulturen der Welt angelangt. Ein neuer kultureller Mainstream verdrängt seit einem Jahrhundert weltweit traditionelle Kulturformen. Aber auch alle für die Massenmedien "sperrigen" kulturellen Ausdrucksformen werden an den Rand gedrängt. Von daher hat die UNESCO zum Schutz der kulturellen Vielfalt aufgerufen. Was ist darunter zu verstehen? Sollen die ethnischen oder avantgardistischen Kunstformen zukünftig in ausgewiesenen "Kulturschutzzonen" angesiedelt werden? In gewisser Weise ist die traditionelle europäische "Hochkultur" schon längst zu so einer Kulturschutzzone avanciert, denn kaum ein Museum oder Opernhaus könnte hierzulande ohne staatliche Hilfe auskommen. Aber wie steht es um den "Jazz" und um die Kulturen von ethnischen Minderheiten oder kulturellen Traditionen von Bürgern mit Migrationshintergrund? Pluralistische Gesellschaft brauchen pluralistische Kulturlandschaften. Darüber sind sich alle einig. Das amerikanische Modell des Melting Pot aller Kulturen hat sich zu einer kulturellen Mehrstimmigkeit weiterentwickelt, insbesondere in Europa. Aber hinter dieser Utopie entsteht ein Verteilungskampf um die Ressourcen. Wenn hier nicht nur das Recht des Stärkeren gelten soll, müssen Regeln gefunden werden, die für eine gerechte Verteilung der Mittel sorgen. Neben staatlichen Hilfen spielen die Förderstrategien der privaten Stiftungen eine große Rolle. Welche Kriterien für eine Bewertung von Schutzwürdigkeit gelten könnten, soll in der Ringvorlesung im Dialog mit namhaften Persönlichkeiten aus Kultur und Medien diskutiert werden.

 

Wir laden herzlich ein zur fünften Ringveranstaltung

 

Integrierte Stadt(teil)entwicklung durch Kultur

am Donnerstag, den 14. Januar 2010, 18:00 bis 19:30 Uhr,

in der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Budge-Palais 12 (ehem. Bibliothek).

Eine Kooperation des Instituts für kulturelle Innovationsforschung (IkI) und des Instituts für Kultur- und Medienmanagement (KMM).

Eintritt frei.

 

Stadtteilkultur stiftet regionale Identität und lokales Engagement. Dabei kommt Kulturzentren eine durchaus zentrale Bedeutung zu: Sie sind Impulsgeber, Projektentwickler und Vermittler eines kulturellen Potenzials innerhalb eines Quartiers. Mit stadtteilkulturellen Aktivitäten lassen sich Kultur und Kunst im Stadtteil verankern, Anlässe zur Identifikation mit den Quartieren schaffen, neue Sichtweisen auf den Stadtteil eröffnen und kulturelle Netzwerke auf- bzw. ausbauen. Können sie damit Einfluss nehmen auf eine positive Entwicklung von Stadt(teil)entwicklungsprozessen, um die Lebensqualität und die Stadtteilidentität bei gleichzeitiger Integration benachteiligter Bevölkerungsschichten zu verbessern?

 

Es diskutieren: Yvonne Fietz (Geschäftsführerin Stadtkultur Hamburg e.V.) und Werner Frömming (Behörde für Kultur, Sport und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg)

Moderation: Friedrich Loock

 

 

Yvonne Fietz, geb. 1964, Studium der Deutschen Literaturwissenschaft, Linguistik und Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, 1991 Magistra Artrium der Deutschen Literaturwissenschaft. Mehrjährige kauf¬männische Tätigkeit in einer Hamburger Media-Agentur. Mitglied im Landesrat für Stadtteilkultur und in der Projektgruppe Kinder- und Jugendkultur der Kultur¬behörde. Seit 2004 Geschäftsführerin von STADTKULTUR HAMBURG e.V. ? Verband für lokale Kultur und kulturelle Bildung.

Arbeitsschwerpunkte: Projekt- und Organisationsentwicklung, Stadt(teil-

entwicklung durch Kultur, Kinder- und Jugendkultur, Entwicklung von Internetportalen mit CMS im Non-profit-Bereich: kultur-hamburg.de, kulturnetz-hamburg.de

 

Werner Frömming, geb. 1953. Lehrerausbildung an der Universität Hamburg (Politik, Arbeitslehre). 1981 ? 2001 Geschäftsführer des Stadtteilkulturzentrums goldbekHaus. Konzept- und Projektentwicklung für freie Träger und öffentliche Verwaltung. Vorträge und Veröffentlichungen zum Themenfeld. Freiberufliche Lehrtätigkeit an der HAW/ FB Sozialpädagogik und an der Universität Hamburg/ Institut für Weiterbildung/ Kulturmanagement. Seit 2001 Fachreferent in der Behörde für Kultur, Sport und Medien für die Bereiche Stadtteilkultur und Kinder- und Jugendkultur.

 

Prof. Dr. Friedrich Loock, geb. 1959, studierte Betriebswirtschaft und Publizistik in Bielefeld und Berlin, absolvierte nach seinem Studium ein Training-on-the-job bei Arthur D. Little, promovierte über das Zusammenwirken von Kultur und Wirtschaft, war anschließend u.a. Referent beim Senat von Berlin und Referent Public Affairs bei der Lufthansa, er übernahm 1998 den Lehrstuhl für Kultur- und Medienmanagement an der HfMT, wo er seit 2000 Direktor des gleichnamigen Instituts ist.