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13.11.2008 10:27 Alter: 8 Jahre

Ringvorlesung Gender Studies X: Vom Gegensatz zur Vielfalt - Visionen für Morgen

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu dem Vortrag

 

Kreolisierung, Hybridität und Transkulturation - Anforderungen an einen zeitgemäßen Kulturbegriff

am Dienstag, 18. November 2008, 18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

im Rahmen der Ringvorlesung Gender Studies X:

Vom Gegensatz zur Vielfalt - Visionen für Morgen

 

Referentin: Frau Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer, Universität Oldenburg

Anschließend: Musik transkulturell mit Boriana Dimitrova & Band.

Eintritt frei.

 

Blickwinkel Kultur: neue musikalische Konzepte

Das Gros musikalischer Konzepte hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts losgesagt von nationalen Konzepten oder ethnischen Zuweisungen. Kulturelle Formen durchdringen einander, werden transformiert und in ihrer Bedeutung verändert. Denkt man aber an Ra?, Balkan-Beats oder Klezmer, so spielen ethnische Repräsentationen und lokale Bezüge eine Rolle. Migration, die zunehmende mediale Verfügbarkeit von Musik und die transnationale Musikwirtschaft haben die Durchlässigkeit von Stilen, musikkulturellen Praktiken und Geschmackvorstellungen erzeugt. In der Flut musikalischer Angebote dienen ethnische Repräsentationen dennoch der Orientierung und Identifikation. Kreolisierung, Hybridität und Transkulturation einerseits und ethnische Repräsentationen andererseits bilden ein Spannungsfeld, in dem Musikkulturen heute wahrgenommen und repräsentiert werden. Unsere traditionellen Kulturbegriffe - insbesondere diejenigen, die an ?geschlossenen?, nationalen Kulturen orientiert sind, können dieses Spannungsfeld nicht abbilden.

Der Vortrag ergründet, vor welchen historisch-gesellschaftlichen Bedingungen kulturelle Reinheitsgebote formuliert wurden und warum es heute wichtig ist, sich davon endgültig zu verabschieden.

 

Susanne Binas-Preisendörfer, geboren 1964 in Berlin, studierte Musik- und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und promovierte 1991 zum Thema "Rockmusik - kulturelles Medium Jugendlicher". Bis zur Geburt ihres Sohnes (1990) war sie aktive Musikerin bei der expander des fortschritts im Ostberliner Offground, produzierte verschiedene Tonträger, Hörspiel- und Theatermusiken.

Sie arbeitete außerdem in der Berliner Kulturszene und forschte zum Thema "Lokale Musikpraktiken im globalen Kulturprozess", u. a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte der populären Musik an der Humboldt-Universität zu Berlin und im VW-Habilitationsprogramm und war anschließend freiberuflich als Dozentin und wissenschaftliche Autorin tätig. Seit 2003 ist sie ordentliche Professorin am Institut für Musik der Universität Oldenburg, Lehrstuhl für Musik und Medien.