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05.12.2011 12:34 Alter: 5 Jahre

Ringvorlesung Singende Königinnen, tanzende Prinzen - Musik an europäischen Höfen

Johann Jakob Froberger am Hof von Sibylla Herzogin von Württemberg-Mömpelgard

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der Veranstaltung

 

Ringvorlesung Gender Studies und Konzerte XIII:

Singende Königinnen, tanzende Prinzen -

Musik an europäischen Höfen

 

am Dienstag, dem 13. Dezember 2011

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg:

 

Johann Jakob Froberger am Hof von Sibylla Herzogin von Württemberg-Mömpelgard

 

Vortrag: Prof. Gerhart Darmstadt, HfMT Hamburg

 

Musik:

Einführung und am Cembalo: Prof. Carsten Lohff

 

Eintritt frei.

 

Die Nähe von Biografie und Werk dargestellt durch Zeitdokumente und Musik

Johann Jacob Froberger zählt zu den gar nicht so wenigen herausragenden, von ihren Zeitgenossen hochgeschätzten Komponisten, die von der Geschichtsschreibung nicht wirklich angemessen gewürdigt wurden und werden. Vieles über sein Leben ist nicht bekannt oder genügend erforscht. Seine Biografie weist große Lücken auf, viele seiner Werke sind verschollen. In seiner Hochsensibilität fand er auch wenige Musiker seinesgleichen und fühlte sich durch schlechte Imitatoren so verletzt, dass er seine intimeren Werke nur an ausgewählte Personen übermittelte mit der Forderung, sie avec discretion zu spielen. In seinen Kompositionen finden wir sehr enge Schnittstellen zwischen seiner abenteuerreichen Biografie und seinem Werk, die er oft durch verbale Anmerkungen verdeutlichte.

Eine Person spielte in Frobergers Leben eine herausragende Rolle, nämlich die Herzogin Sibylla von Württemberg, vier Jahre jünger als er. Sie kannten sich schon in jungen Jahren, und sie war in seinen letzten Lebensjahren seine herausragende Schülerin und Mäzenatin in der württembergischen Enklave Mömpelgard, heute Montbéliard, und überlebte ihn als seine Alleinerbin noch um 40 Jahre.

Ein beide verbindender spiritueller Hintergrund kann an der Kabbalistischen Lehrtafel der Prinzessin Antonia von Württemberg in Bad Teinach gezeigt werden, welche die christlich-kabbalistischen Strömungen am Württemberger Hof verdeutlicht.

Die Dichte von Biografie und Werk spiegelt sich wieder in der berührenden Begegnung von Zeitdokumenten und der dazu gespielten überaus subtilen Musik, dargestellt und vorgetragen von zwei befreundeten Kollegen an der Hochschule für Musik und Theater, die eine jahrzehntelange gemeinsame Arbeit verbindet.

Gerhart Darmstadt zählt zu den führenden deutschen Barockvioloncellisten. Als Solist, Kammermusiker, Orchester- und Continuospieler, Dirigent und profunder Kenner des 17. bis 19. Jahrhunderts hat er sich als außergewöhnlicher Musiker einen Namen gemacht.

An der Hochschule für Musik und Theater und der Alfred Schnittke Akademie International in Hamburg lehrt Gerhart Darmstadt historische Aufführungspraxis und Kammermusik mit Impulsen für eine zeitgemäße und zukunftsweisende Interpretation. Er ist Mitglied des Joseph Martin Kraus-Streichquartetts und Präsident der Internationalen Joseph Martin Kraus-Gesellschaft e. V. mit Sitz in Buchen (Odenwald).

Carsten Lohff studierte an der Musikhochschule seiner Heimatstadt Hamburg die Fächer Cembalo und Musiktheorie und vertiefte diese bei Johann Sonnleitner in Zürich, Bob Van Asperen in Den Haag und Gustav Leonhardt in Amsterdam. Als Mitglied des Ensembles Cantus Cölln war er an zahlreichen Aufnahmen beteiligt und wurde 2001 als Professor für Historische Tasteninstrumente an den Fachbereich Musik der Hochschule für Künste Bremen berufen. An der HfMT unterrichtet Carsten Lohff Kammermusik im Studio für Alte Musik. 

Organisation und Abendgestaltung: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Isolde Kittel-Zerer und Martina Bick, M.A.