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17.04.2008 17:16 Alter: 9 Jahre

Ringvorlesung zu Johannes Brahms

- Brahms und Klinger - Eine Kunstfreundschaft -

Die Hochschule für Musik und Theater Hamburg und die Hamburger Brahmsgesellschaft ehren gemeinsam Hamburgs großen Sohn zum 175. Geburtstag

Vortragende sind international renommierte Brahms-Forscher und -Forscherinnen sowie Musiker, die sich besonders mit Johannes Brahms auseinandergesetzt haben. Die Vorträge sind thematisch mit einem Kon-zertteil verknüpft, der von Lehrenden und Studierenden der Hochschule gestaltet wird. Die Reihe wurde von Prof. Dr. Beatrix Borchard konzeptionell entwickelt und geplant.

 

2. Veranstaltung am

Donnerstag, den 24. April 2008, 18-19.30 Uhr

im Mendelssohn-Saal der Hochschule

Jan Brachmann (Berlin):

Brahms und Klinger - Eine Kunstfreundschaft

Weitere Termine: 8.5., 22.5., 5.6., 19.6., 3.7. 2008.

Eintritt frei.

 

Mehrere Jahre hatte der Maler, Grafiker und Bildhauer Max Klinger (1857-1920) versucht, die Aufmerksamkeit des Komponisten Johannes Brahms (1833-1897) für sich zu gewinnen. Brahms, der sich für Druckgrafik sehr interessierte und in diesem Genre eine stattliche Privatsammlung besaß, reagierte erst spät auf Klingers Annäherungsversuche. Fast zwanzig Jahre umspannt diese seltsame Beziehung, die in Klingers Zyklus "Brahmsphantasie" (1894) und in Brahms' Widmung der "Vier ernsten Gesänge" op. 121 (1896) an Klinger kulminierte. In dieser Zeit wurden weniger als zwanzig Briefe gewechselt. Persönliche Begegnungen gab es kaum. Keine Künstler-freundschaft also verband diese beiden Männer, sondern eine Kunstfreund-schaft, hochgradig vermittelt über Werke.

 

Musik:

Alte Liebe, aus Fünf Gesänge op. 72, No. 1

Sehnsucht, aus dem Böhmischen, aus Fünf Lieder, op. 49, No. 3

Am Sonntag Morgen, aus Fünf Lieder, op. 49, No. 1.

Feldeinsamkeit, aus Sechs Lieder, op. 86, No. 2

Kein Haus, keine Heimat, aus Fünf Lieder, op. 94, No. 5

 

Hanna Zumsande, Sopran

Sviatoslav Martynchuk, Tenor

Olga Jegunova, Klavier

 

Jan Brachmann studierte an der Humboldt-Universität Berlin Musikwissenschaft, Philosophie und Kulturwissenschaft. Seine Magisterarbeit "Ins Ungewisse hinauf" - Johannes Brahms und Max Klinger im Zwiespalt von Kunst und Kommunikation" sowie seine Dissertation "Kunst - Religion - Krise: Der Fall Brahms" erschienen 1999 und 2003 beim Bärenreiter-Verlag. Jan Brachmann ist seit 2002 Dramaturg des Usedomer Musikfestivals und arbeitet als Musikjournalist unter anderem für die Berliner Zeitung, die Zeit und das Deutschlandradio.

 

Die Sopranistin Hanna Zumsande studiert seit 2007 im Bachelorstudiengang Gesang in der Klasse von Prof. Mark Tucker. Neben der Mitwirkung in professionellen Chören (z.B. Kammerchor Stuttgart unter Frieder Bernius) tritt sie solistisch im norddeutschen Raum auf.

 

Der Ukrainer Sviatoslav Martynchuk studiert ebenfalls seit dem Winter 2007 Gesang bei Prof. Mark Tucker. Er wirkte mit bei der szenischen Aufführung von Monteverdis "Orfeo" durch das Ensemble Resonanz und sang in mehreren Kirchenkonzerten Partien aus Werken Bachs.

 

Olga Jegunova aus Litauen studiert seit Oktober 2007 im neuen Master-studiengang Klavier bei Professor Volker Banfield. Sie ergänzte ihre Ausbil-dung durch Meisterkurse, nahm erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben teil und tritt häufig solistisch auf. Sie ist Mitglied verschiedener Kammerorchester.