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17.11.2008 09:22 Alter: 8 Jahre

Ringvorlesung "Zukunftsperspektiven der Kultur"

In der Hochschule für Musik und Theater Hamburg diskutieren zum vierten Mal namhafte Persönlichkeiten aus Kultur und Medien.

 

Kultur und Kunst scheinen die Zauberworte zu sein für eine ideale Gesellschaft, in der Gewalt, Diskriminierung und Mobbing ausgeschlossen scheinen. Kultur soll in sozialen Brennpunkten Konflikte entschärfen, eine anspruchsvolle Freizeitgestaltung bieten und einer Stadt Standort-Attraktivität verleihen. Kann Kultur das wirklich alles leisten, was man sich von ihr wünscht oder liegt die eigentliche Aufgabe von Kunst und Kultur nicht ganz woanders?

 

Wir laden herzlich ein zur vierten Ringveranstaltung

"Medienkultur"

am Donnerstag, den 4. Dezember 2008, 18:00 bis 19:30 Uhr,

Raum 12 (ehem. Bibliothek), Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Eine Kooperation des Instituts für kulturelle Innovationsforschung (IkI) und des Instituts für Kultur- und Medienmanagement (KMM).

Eintritt frei.

 

Nach einer neuen Kulturtheorie von Dirk Baecker erfüllen soziologisch gesehen heute die Medien die Funktion, die zuvor von traditionellen Kulturformen übernommen worden sind. Der Kultur- und Kunstbegriff fällt somit in der Moderne weit auseinander. Während die Medienkultur sich als hochentwickelte Kommunikationskultur definiert, ist die Kunst, von jeglichen gesellschaftlichen Normen befreit, darauf angewiesen, ihren gesellschaftlichen Stellenwert selber zu vermitteln. Dabei fällt es ihr schwer, in den Medien wahrgenommen zu werden. Ist moderne Gegenwartskunst in einer auf hohe Einschaltquoten angewiesene Medienkultur nicht mehr kommunizierbar?

 

Es diskutieren: Lutz Marmor (Intendant Norddeutscher Rundfunk) und Prof. Elmar Lampson (Präsident Hochschule für Musik und Theater Hamburg)

Moderation: Prof. Dr. Reinhard Flender (Direktor Institut für kulturelle In-novationsforschung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg)

 

 

Lutz Marmor (54, geb. in Köln) wechselte 1995 nach verschiedenen Tätigkeiten beim WDR und Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (heute RBB) als Verwaltungsdirektor zum NDR nach Hamburg. In dieser Position hat er die Entwicklung des Senders entscheidend mitgestaltet. Zudem führte Marmor als Geschäftsführer die Werbetochter NDR Media GmbH. Auch innerhalb der ARD hat Lutz Marmor immer wieder wichtige Funktionen im Finanzbereich übernommen. 2006 wechselte Marmor als Verwaltungsdirek-tor und stellvertretender Intendant zum WDR. Als Leiter der AG Digitaler WDR hat er dort die Digitalstrategie des Senders maßgeblich mit entwickelt. Seit 2006 ist er Mitglied der Strategiegruppe der ARD. Seit Juli 2007 ist Lutz Marmor Intendant des Norddeutschen Rundfunks.

 

Prof. Elmar Lampson, geb. 1952 in Koblenz, studierte Komposition, Musik-theorie und Violine an den Musikhochschulen in Hannover und Würzburg. Seit 2004 ist er Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und lehrt dort als Professor für Komposition und Theorie. Außerdem lehrt er Phänomenologie der Musik an der Universität Witten/Herdecke, wo er bis September 2004 Dekan der Fakultät für das Studium fundamentale und Mitglied der Geschäftsführung war.

Als Komponist und Dirigent trat er bei internationalen Festivals auf und un-ternahm Konzertreisen durch fast alle europäischen Länder und weite Teile der ehemaligen Sowjetunion. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufzeichnungen wurden während dieser Reisen gesendet. Er spielte CDs für die Firmen Sony Classical und col legno ein. Sein im Peer Musikverlag erschienener Werkkatalog als Komponist umfasst die Bereiche Chor, Orchester, Kammermusik und Oper.

 

Prof. Dr. Reinhard David Flender (geb. 1953) studierte Klavier, Komposi-tion und Musikwissenschaften in Hamburg, Münster und Jerusalem. Seit 1983 lehrt Flender an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und leitet außerdem seit 1987 die Klassik-Abteilung des internationalen Musikverlages peermusic.

 

Das Institut für kulturelle Innovationsforschung ist ein An-Institut der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und erforscht kulturökonomi-sche Zusammenhänge mit dem Schwerpunkt musikalische Gegenwarts-kunst.

Das IkI Konzept KLANG! im Rahmen des Förderprojektes Netzwerk Neue Musik der Bundeskulturstiftung wird in den Jahren 2008-2011 in Hamburg unter Federführung der Hamburger Musikhochschule realisiert.